▷ Cyber Defense in Europa / Gleiche Gefahr – unterschiedliche nationale Antworten

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Cyber Defense in Europa

München (ots)

- Der European Cyber Defense Report von Deloitte hat relevante 
nationale Strategiedokumente von 29 europäischen Staaten analysiert.
- Cyberbedrohungen werden von den Staaten als große nationale 
Bedrohung betrachtet, trotzdem sind die Strategien überwiegend zu 
alt, um die sich verschärfende Bedrohungslage widerzuspiegeln.
- Nahezu alle Strategien zielen auf die Sicherung kritischer 
Infrastrukturen und der Informationssysteme ab - nur 7 Prozent sehen 
schnelle Reaktionen und Gegenangriffe vor.
- Zusätzlich wurden mithilfe innovativer AI-Technologie und aufbauend
auf Expertenmeinungen in einem Szenario-Ansatz Grundlagen für vier 
mögliche Zukunftsbilder für die Cybersicherheitslandschaft 2030 in 
Europa entwickelt. 

Mit dem European Cyber Defense Report hat Deloitte relevante nationale Sicherheitsstrategien aus 29 europäischen Staaten, den USA, Russland sowie China analysiert und zudem Zukunftsszenarien entwickelt, die die Cybersicherheitslandschaft 2030 in Europa abbilden. Im ersten Teil der Studie stehen der systematische Vergleich und die Analyse öffentlich zugänglicher Strategiedokumente: Diese zeigen, dass Cyberbedrohungen – neben Terrorismus und organisierter Kriminalität – als Top-Risiken benannt werden. Im Hinblick darauf, wie Cybersicherheit jeweils definiert und gehandhabt wird, gibt es länderübergreifend allerdings so viele Unterschiede, dass ein Vergleich kaum möglich ist. Besonders deutlich zeigt das die Diskussion um offensive Maßnahmen. Bestimmte Länder erklären deutlich, dass auch offensive Maßnahmen zur Cyberverteidigung gehören. Andere Länder erwähnen diese zwar, aber bleiben eine klare Aussage zur Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit schuldig.

Nationale Strategien nicht immer auf neuestem Stand

Die Ansprüche an die nationalen Sicherheitsstrategien der europäischen Länder verändern und erhöhen sich mit der Vielzahl und Volatilität möglicher Bedrohungsszenarien. Strategien, dem zu begegnen, müssen hiermit Schritt halten.

Verteidigung: Schutz rangiert vor Reaktion

Nahezu alle Strategien haben die Sicherung der kritischen Infrastrukturen (97%) sowie die Gewährleistung sicherer und robuster Informationssysteme (93%) als Ziel. Kaum erwähnt wird hingegen eine schnelle Reaktion auf Cyberangriffe.

„Neben der Sicherung unserer Infrastrukturen und Systeme muss zunehmend auch die Fähigkeit zur adäquaten Reaktion im Falle eines Angriffs aus bzw. auf den Cyberraum in den Fokus genommen werden. Dazu bedarf es einer politischen, rechtlichen und fähigkeitsbezogenen Rahmensetzung. Mit der Errichtung des Kommandos Cyber und Informationsraum hat Deutschland hier bereits eine erste Grundlage geschaffen“, resümiert Katrin Rohmann, Industry Leader Government & Public Services bei Deloitte.

Zahlreiche Akteure, unklare Zuständigkeiten

Die Cybersicherheitsstrategien der Staaten benennen unterschiedliche Akteure. Deren Zahl variiert von zwei bis zweistellig. Im schlechtesten Fall kann daraus ein Verantwortungs- und Zuständigkeitsvakuum entstehen. Unweigerlich steigen mit der Zahl der Akteure potenziell der Koordinationsbedarf zur Lageeinschätzung und die Reaktionszeit im Ernstfall.

Zum Ende des ersten Teils des Reports werden Handlungsfelder identifiziert: Stärkere internationale Kooperationen, einheitliche Definitionen und klare Verantwortungszuweisungen sind erforderlich. Strategien müssen dynamisch mit der Gefährdung weiterentwickelt werden, dazu müssen die Treiber künftiger Entwicklungen identifiziert und beobachtet werden. Der zweite Teil des Reports greift diese Handlungsfelder auf und nutzt die Szenariomethodik, um mögliche Zukunftsbilder aufzuzeigen.

Durch moderne Cybersicherheit zu einem digitalen Leben in Europa: vier mögliche Szenarien

Um in Europa die Weichen für eine sichere, digitale Zukunft zu setzen und Antworten auf die Frage nach der Ausgestaltung der Cybersicherheitslandschaft 2030 zu finden, entstehen nach einer auf Künstlicher Intelligenz basierenden Analyse vier mögliche Zukunftsbilder – abhängig davon, ob ein national und international akzeptierter Rechtsrahmen besteht oder nicht und ob Cyberangriffe antizipiert und Angreifer wirksam verfolgt werden können:

1. Goldener Käfig: In diesem Szenario ist Europa sicher und stabil 
und sieht sich mit wenig Disruption konfrontiert. Es gibt eine klar 
definierte und funktionierende regelbasierte Ordnung sowie 
ausreichende Effektivität bei der Antizipation von Cyberbedrohungen 
und der Attribution von Cyberangriffen.
2. Selbstschutz: In dieser Welt ist Europa bürokratisch, extrem 
unsicher und technologisch fragmentiert. Obwohl es kleine thematische
Inseln der Sicherheit gibt, ist Cybersicherheit außerhalb dieser 
Bereiche lückenhaft.
3. Cyber-Oligarchie: In diesem Szenario beherrscht eine kleine Elite 
von Cyberexperten die Cybersicherheitslandschaft in Europa. 
Cybersicherheit wird nicht mehr vom Staat gesteuert. Stattdessen wird
sie privat nach den "Gesetzen des Stärkeren" durchgesetzt.
4. Cyber-Darwinismus: In dieser alternativen Zukunft ist Europa zu 
einem Dschungel geworden, der auf der Basis einer 
Laissez-faire-Mentalität arbeitet. Während kleine Inseln mit einem 
hohen Maß an (Cyber-)Sicherheit innerhalb von "gated communities" 
existieren, ist die Außenwelt unsicher. Daraus resultiert ein 
Zwei-Klassen-Sicherheitssystem, das niedrige Sicherheitsklassen stark
diskriminiert und ausschließt. 

„Auch wenn sich im digitalen Zeitalter niemand hundertprozentig gegen Cyberangriffe schützen kann, sind Vorbereitung und eine auf die aktuellsten Entwicklungen abgestimmte Cybersicherheitsstrategie essenziell. Es besteht Handlungsbedarf. Wir müssen bei der Gestaltung der digitalen Zukunft Europas und dieser Thematik ein gemeinsames Verständnis entwickeln, Komplexität reduzieren, die Dinge begreifbar machen und Unsicherheiten ausräumen“, so Katrin Rohmann.

Inhaltlich verantwortlich für die Studie sind Katrin Rohmann, Industry Leader Government & Public Services bei Deloitte, und Peter Wirnsperger, Deloitte Partner und Cyber Risk Leader.

Die Studie können Sie hier herunterladen: http://ots.de/WTc14p

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Risk Advisory, Steuerberatung, Financial Advisory und Consulting für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen; Rechtsberatung wird in Deutschland von Deloitte Legal erbracht. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und unterstützt Kunden bei der Lösung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen. Making an impact that matters – für rund 264.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsames Leitbild und individueller Anspruch zugleich.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited („DTTL“), eine „private company limited by guarantee“ (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen. DTTL und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sind rechtlich selbstständig und unabhängig. DTTL (auch „Deloitte Global“ genannt) erbringt selbst keine Leistungen gegenüber Mandanten. Eine detailliertere Beschreibung von DTTL und ihren Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns.

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Original Quelle Presseportal.de

Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011