▷ Inklusion ja! Aber nur, wenn Lehrer es schaffen / Schulische Inklusion geht oft zu …

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Kirchberg/Jagst (ots) – Das Ziel inklusiver Bildung ist einleuchtend: Die gemeinsame Unterrichtung behinderter und nicht behinderter Kinder soll die positive Entwicklung von Kindern mit Handicap unterstützen, sie an die Alltagsbewältigung heranführen und die sozialen Kompetenzen aller Schüler fördern. Kinder mit Behinderung haben laut UN-Behindertenrechtskonvention ein Recht auf uneingeschränkten Zugang zum Bildungssystem, ihre Eltern nunmehr die Wahlfreiheit zwischen Regel- und Förderschule. „Unsere Tochter ist geistig fit. Wenn man sie nicht in den Rollstuhl, sondern an einen normalen Platz im Klassenzimmer setzt, fiele sie erst dann auf, wenn alle anderen aufstehen“, berichten Dirk und Janine F., die für ihre gehbehinderte Tochter Leonie den Weg über die Regelschule wählten. In der Praxis allerdings, wie sie erfahren mussten, ein nicht einfacher Weg. Denn an der Umsetzung schulischer Inklusion hapert es noch. Vor allem, weil Inklusionsarbeit, wie eine forsa-Umfrage von 2017 unter deutschen Lehrkräften belegt, meist auf den Schultern der Lehrer lastet.

Zwar befürworten Lehrer mehrheitlich einen gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung, sie beklagen aber schlechte Bedingungen: mangelnde Unterstützung durch sonderpädagogisches Fachpersonal, ungenügende Vorbereitung und Ausstattung für inklusiven Unterricht sowie gleichbleibende Klassengrößen trotz des Hinzukommens von Schülern mit Förderbedarf. Ernüchternde Ergebnisse, die bestätigten, dass die Lehrer an den knapp 40 Prozent der deutschen Regelschulen mit Inklusionsprofil schlicht überlastet sind. „Wir Lehrer haben ja auch noch einen Lehrplan zu erfüllen. Kommt dann ein Inklusionskind hinzu, kann es herausfordernd werden“, sagt Ralf Martius von der Schloss-Schule Kirchberg. „Das klappt nur, wenn die Voraussetzungen passen“…

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Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011