▷ Kosten zur Behebung des Pflegenotstands: Paritätischer fordert Reform der …

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Berlin (ots) – Die Kosten für eine nachhaltige Pflegereform, die den Weg aus der
Pflegedauerkrise ebnet, schätzt der Paritätische Wohlfahrtsverband
auf mindestens sechs Milliarden Euro. Nach Ansicht des Verbandes
brauche es insbesondere zusätzliches Personal, eine Begrenzung des
Eigenanteils der Kosten für Pflegebedürftige und eine deutlich
stärkere Entlastung und finanziell bessere Absicherung pflegender
Angehöriger. Mit der angekündigten Erhöhung der Pflegeversicherung um
0,5 Prozent allein seien die notwendigen Maßnahmen unfinanzierbar.

„Die Finanzierung der Pflege steht auf tönernen Füßen. Was es
braucht, ist nicht nur ein beherztes Gesamtkonzept, um die Dauerkrise
in der Pflege zu beenden, sondern auch eine Komplettreform der
Pflegefinanzierung“, mahnte Prof. Dr. Rolf Rosenbrock-Freese,
Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes anlässlich des
Paritätischen Pflegekongresses, auf dem am 14. und 15. November
Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Praxis in Berlin erwartet
werden. „Die geplante Beitragssatzanhebung stopft allenfalls die
Löcher, die die demografische Entwicklung entstehen lässt. Um weitere
wichtige Aufgaben erfolgreich anzugehen, braucht es mehr Geld ,
beispielsweise für mehr und besser bezahlte Pflegekräfte“, so
Rosenbrock-Freese.

Die einseitige Mehrbelastung Kinderloser, wie von Minister Spahn
jüngst vorgeschlagen, lehnt der Paritätische ab und fordert
stattdessen die Einführung einer Bürgerversicherung. „Statt Menschen
ohne Kinder einseitig finanziell noch stärker als ohnehin schon zu
belasten, sollten endlich diejenigen in die Finanzierung der
Pflegeversicherung einbezogen werden, die sich dem solidarischen
System bisher völlig entziehen. Die Einnahmebasis der
Pflegeversicherung muss verbreitert werden, so dass vom Freiberufler
bis zum Beamten alle einbezahlen und alle Einkommensarten
berücksichtigt werden.“ Darüber hinaus plädiert der Verband für ein
Auflösen des Pflegevorsorgefonds, um die Mittel für die jetzt bereits
dringend anstehenden Aufgaben einzusetzen.

Nach Schätzungen des Paritätischen ist ein Finanzvolumen von
zusätzlich mindestens sechs bis zehn Milliarden Euro in der
Pflegeversicherung jährlich notwendig, um die Situation in der Pflege
nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig die Eigenanteile für die
Betroffenen zu begrenzen.

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Pressekontakt:

Christian Weßling
zivilgesellschaft@paritaet.org
030/ 24636-346

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Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011