▷ Mehr als 7000 ausländische Kinder unter schlechten Hygienebedingungen in syrischem …

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12.05.2020 – 13:53

Save the Children Deutschland e.V.

Berlin (ots)

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie fordert Save the Children die Rückführung von mehr als 7000 ausländischen Kindern, die unter unhygienischen Bedingungen im überfüllten Flüchtlingscamp Al Hol in Nordostsyrien leben. Diese Minderjährigen und ihre Familien sind durch eine mögliche Ausbreitung von COVID-19 einer zusätzlichen Gesundheitsgefahr ausgesetzt und müssen in ihre Heimatländer gebracht werden, fordert die Kinderrechtsorganisation in einem Bericht zur aktuellen Lage in Al Hol.

Mehr als 7000 ausländische Kinder, darunter etwa 100 Mädchen und Jungen aus Deutschland, befinden sich im Camp Al Hol. Das Lager ist völlig überfüllt, seit eine Eskalation der Kämpfe gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) Anfang vergangenen Jahres zahlreiche Menschen in die Flucht getrieben hatte. Die Zahl der Bewohner von Al Hol stieg damals sprunghaft von 10.000 auf 73.000 und liegt derzeit bei 65.000, darunter 43.000 Minderjährige. Die Kinder sind in dem überfüllten Camp erheblichen Risiken für ihre körperliche und mentale Gesundheit ausgesetzt, heißt es in dem Bericht von Save the Children.

„Die Not der Kinder in Al Hol ist wegen der Pandemie noch dramatischer geworden. Al Hol war niemals für so eine große Bewohnerzahl gedacht, vor allem nicht für so viele Kinder. Die Folgen eines Coronavirus-Ausbruchs in dem Camp wären verheerend“, sagt Sonia Khush, Save the Childrens Nothilfe-Koordinatorin für Syrien. „Besonders schwer haben es die Kinder, die im Bereich für ausländische Familien untergebracht sind: Sie haben noch weniger Zugang zu Hilfe und Unterstützung. Wir rufen die Staaten, die gerade ihre Bürger vor der Pandemie in Sicherheit bringen, auf, diese Kinder und ihre Familien im Einklang mit ihren internationalen Verpflichtungen sicher in ihre Heimatländer zurückzubringen.“

Engpässe in der Wasser- und Stromversorgung im gesamten Gebiet und regelmäßige Unterbrechungen der zentralen Anlage, die das gesamte Lager Al Hol mit Wasser versorgt, erschweren die Einhaltung von Hygienemaßnahmen wie Händewaschen. Auch das zum Schutz vor Ansteckung notwendige Abstandhalten ist in Al Hol nicht umsetzbar. Viele Kinder in dem Lager haben ein geschwächtes Immunsystem, Vorerkrankungen oder sind mangelernährt und wären deshalb bei einer Erkrankung an COVID-19 gefährdet.

Im Lager Al Hol sind ausländische Familien aus 66 Nationen mit nachweislichen oder vermeintlichen Verbindungen zum IS untergebracht. Bis Ende 2019 holten 22 Staaten insgesamt 750 Menschen aus Al Hol in ihre Heimatländer, darunter Deutschland.

Save the Children fordert die Heimatländer der in Al Hol lebenden Ausländer auf, die Kinder und ihre Familien gemäß den Verpflichtungen aus der UN-Kinderrechtskonvention zurückzuführen. Die Regierungen müssen alles tun, damit Familien zusammenbleiben können und dafür sorgen, dass die Kinder und ihre Angehörigen bei ihrer Ankunft in den Heimatländern die nötige Unterstützung zur Wiedereingliederung sowie medizinische Versorgung und Schutz erhalten.

Den Bericht zur Situation in Al Hol finden Sie unter diesem Link:

http://ots.de/QFrt6x

Bei Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an unsere Pressestelle.

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in über 110 Ländern im Einsatz. Save the Children ist da für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen – seit 100 Jahren und darüber hinaus. Diese Kinder zu schützen, zu stärken und zu fördern ist das zentrale Anliegen der Organisation. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbst bestimmt aufwachsen können.

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