▷ Mittel gegen den Pflegenotstand / Drittes Bayerisches GesundheitsGespräch lotet …

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Baierbrunn (ots) – „Wenn die Pflege am Stock geht“ – unter diesem provokanten Motto haben Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beim dritten „Bayerischen GesundheitsGespräch“ in Baierbrunn die Politik zur Altenversorgung diskutiert.

Auf Einladung des Wort & Bild Verlags, der AOK Bayern und der Deutschen Journalistenschule München debattierten der bayerische Pflegebeauftragte Hermann Imhof, Michael Pflügner, Leiter eines Seniorenheims in Nürnberg, Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, sowie der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, und stellten sich anschließend der Diskussion mit dem Publikum. Als Expertinnen im Saal komplettierten Dr. Ottilie Randzio vom MDK Bayern und Cordula Wagner, Leiterin eines ambulanten Pflegedienstes, die Runde der Diskutanten.

Unter der Moderation von Klaus Kastan kristallisierten sich die Schwerpunkte Fachkräftemangel, Qualität der Pflege und notwendige Unterstützung für die Pflegenden heraus. Cordula Wagner betonte, dass es in der Pflege nicht genügend Fachkräfte gibt und sieht die Politik in der Pflicht: „Um dem Pflegenotstand entgegen zu wirken, müssen grundlegende Rahmenbedingungen verbessert werden“, sagt die Sozialpädagogin. Andreas Westerfellhaus bekräftigte, wie wichtig etwa bessere Arbeitsbedingungen und mehr Wertschätzung für Pflegekräfte seien. Für den Staatssekretär sind hier „in erster Linie die Arbeitgeber gefragt.“ Dr. Irmgard Stippler zeigte auf, wie sich die AOK Bayern neben den klassischen Aufgaben der Pflegekasse engagiert. Insbesondere dient die Pflegeberatung für Pflegebedürftige und deren Angehörige dazu, „die Versorgung zu optimieren – damit Pflegebedürftige möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zuhause führen können.“ Hermann Imhof betonte, dass ohne die pflegenden Angehörigen „das gesamte Pflegesystem schon jetzt zusammenbrechen“ würde und sieht die „Sicherstellung einer menschenwürdigen Pflege in der Zukunft als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ an. Dr. Ottilie Randzio liegt die Qualität der Pflege besonders am Herzen; sie wünscht sich, dass Angehörige sich künftig „an unabhängigen, das gesamte Qualitätsspektrum abbildenden Pflegequalitätstests, ähnlich Stiftung Warentest“, orientieren können.

Angereichert durch kurze Filmeinspielungen von DJS-Studenten über ambulante Pflege und Versorgung im Pflegeheim, entspann sich eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum.

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Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011