▷ Nigeria: Hohe Kosten, weitverbreitete Korruption – und trotzdem ein attraktiver Markt …

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15.02.2019 – 09:00

Germany Trade and Invest

Berlin / Accra (ots)

Bleibt Muhammadu Buhari Staatsoberhaupt Nigerias oder gelingt Atiku Abubakar der überraschende Sieg bei den Präsidentschaftswahlen am 16. Februar? Experten sind sich uneins bei der Beantwortung der Frage. Sicher scheint zu sein, dass die beiden politischen Schwergewichte das Rennen um die Präsidentschaft unter sich ausmachen werden. Die Hoffnungen und Erwartungen der Unternehmen vor Ort sind geteilt. „In Nigeria sind gute Beziehungen zur Regierung für Unternehmen ausgesprochen wichtig. Wer sich also mit der amtierenden Regierung arrangiert hat, hofft auf eine Wiederwahl. Andere Unternehmen hoffen eher auf einen Regierungswechsel und einen Wirtschaftsaufschwung“, erklärt Carsten Ehlers, Nigeria-Experte von Germany Trade & Invest (GTAI).

Allerdings ist ein plötzlich einsetzender Boom eher unwahrscheinlich – unabhängig davon, wer Präsident wird. Die Economist Intelligence Unit (EIU) rechnet in diesem Jahr mit einem realen Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent, 2019 und 2020 mit 1,9 und 2,2 Prozent. Für einen spürbaren Wirtschaftsaufschwung wäre ein Wachstum von sechs Prozent und mehr nötig.

In den letzten Jahren gab es kaum große staatliche Infrastrukturinvestitionen. Sollten diese nach den Wahlen wieder zunehmen ist davon auszugehen, dass bei den Aufträgen vor allem chinesische Unternehmen zum Zuge kommen.

Auch der private Konsum hat im Zuge der Wirtschaftskrise deutlich abgenommen. Ein Großteil der Bevölkerung kann sich nur das Nötigste leisten, die Mittelschicht kauft vermehrt eher Gebraucht- statt Neuwagen. Auch bei anderen hochpreisigen Konsumgütern verzeichnen deutsche Lieferanten Absatzrückgänge.

„Das ist eine Momentaufnahme. Mit 195 Millionen Einwohnern und damit potenziellen Konsumenten ist Nigeria der mit Abstand größte Markt Afrikas. Die Mittelschicht in Lagos und Abuja zählt zu den größten auf dem Kontinent, ihre Kaufkraft ist in wirtschaftlich dynamischen Zeiten beachtlich“, so Carsten Ehlers. Hinzu komme: „In der Nahrungsmittelindustrie finden eine Reihe von Übernahmen statt, größere und schlagkräftigere Unternehmen investieren mehr. Und auch in die Landwirtschaft fließt wieder mehr Geld. Das könnten kleine Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung sein, die auch zu einem höheren Konsum führen würde.“

Weitere Informationen zu Nigeria finden Sie unter https://www.gtai.de/nigeria

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Andreas Bilfinger
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Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011