▷ Ostdeutschland: „Keine Dörfer schliessen, keine Abwanderungsprämie bezahlen“


Berlin (ots) – Zur Forderung des ifo-Wissenschaftlers Joachim Ragnitz in einem FAZ-Interview vom 26. Semptember, Dörfer in Ostdeutschland zu schliessen und Abwanderungsprämien zu bezahlen erklärte der Vorsitzende des Demografienetzwerkes ddn, Rudolf Kast:

„Ich habe das zuerst für einen schlechten Witz gehalten.

Das ist eine planwirtschaftliche Fantasie, die den Lebensentwürfen von Menschen zuwider läuft.

Eine Abwanderungsprämie zu bezahlen und Dörfer zu schliessen, sind sinnlose, unrealistische und unverantwortliche Vorschläge.

Es ist zudem ein Denkfehler, diese Logik nur einseitig auf den Osten anzuwenden. Auch in Regionen im Westen kämpfen Gemeinden mit dem demografischen Wandel.

Es gibt aber eine Reihe von sehr guten Beispielen, in denen Dörfer ihre Identität bewahren und im Organisatorischen Zusammenschluss und über Bürgerbeteiligung – gerade auch der Älteren – ihre Infrastruktur sichern.

Beispiele sind ärztliche Zentren mit Telemedizin, gemeinsame Gesundheits- und Pflegeinrichtungen oder gemeinsame Verkehrsmittel wie ein Bürgerbus.

Gerade Versorgungseinrichtungen stellen zudem einen nicht zu unterschätzenden Anteil an Arbeitsplätzen.

Der Breitbandausbau sichert die Anschlussfähigkeit und schafft neue geschäftliche Möglichkeiten für die Zukunft.

Wir sind in der Lage, mit neuen Technologien neue Lösungen, insbesondere im medizinischen Bereich, aber auch in der Kommunikation und Vernetzung herzustellen und so neue Lebensqualität auch für ländliche Räume zu entwickeln.

Ich lade Herrn Ragnitz gerne in eine entsprechende Kommune ein.“

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Andreas Scheuermann
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Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011