▷ Rückkehr von Kindern nach Afghanistan muss gestoppt werden

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Berlin (ots)

   - Save the Children legt wegweisende Studie zu Rückkehrer-Familien
     vor
   - Umzug in das Bürgerkriegsland missachtet Kinderrechte und 
     Kindeswohl 

Sie leben in Angst, fürchten sich vor Gewalt und vermissen die Schule – afghanische Kinder, deren Asylgesuche in Europa abgelehnt werden, treten die Rückreise in eine ungewisse Zukunft an. Dabei hat sich die Sicherheitslage, die ihre Flucht ursprünglich auslöste, weiter verschlechtert. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind nie zuvor so viele Zivilisten in Afghanistan getötet worden wie in der ersten Jahreshälfte 2018.

Für den Bericht „Rückkehr ins Ungewisse“ hat die Kinderrechtsorganisation in den vergangenen Monaten 57 aus Deutschland und anderen europäischen Staaten zurückgekehrte Kinder und Jugendliche zum Prozess der Rückkehr und zu ihrem Leben in Afghanistan befragt. Auch Eltern, Erziehungsberechtigte und offizielle Stellen wurden im Rahmen dieser Untersuchung interviewt. Fazit der Studie: die Kinder sind in Afghanistan von Gewalt und Zwangsrekrutierung in bewaffnete Gruppen bedroht. Sie fühlen sich fremd in einem Land, in dem viele von ihnen niemals zuvor gelebt haben, das Recht auf Bildung wird ihnen vorenthalten. Drei Viertel der Minderjährigen erklären, aus Angst und aus Mangel an Perspektiven erneut flüchten zu wollen. „Die Rückkehr von Kindern nach Afghanistan muss gestoppt werden. Das Land ist eins der gefährlichsten Länder der Welt“, warnt Meike Riebau, Rechtsexpertin bei Save the Children.

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children fordert die Bundesregierung und die anderen europäischen Staaten im Vorfeld des EU-Migrations-Gipfels in Brüssel dringend auf, keine Kinder und Jugendlichen mehr nach Afghanistan zurückzuführen. „Deutschland muss den Schutz dieser Kinder und das Kindeswohl sicherstellen. Doch das ist nicht gegeben. Die Jungen und Mädchen sind in dem Bürgerkriegsland großer Unsicherheit und extremen Gefahren ausgesetzt“, betont Meike Riebau. Behörden in Deutschland und in anderen europäischen Ländern nehmen Verletzungen fundamentaler Kinderrechte aus innenpolitischem Kalkül in Kauf. „Wenn ein Kind nach Afghanistan geht, muss sichergestellt werden, dass es dort gut ankommt und ein Leben mit Perspektive aufbauen kann“, verlangt Riebau. „Bisher geben die europäischen Länder und gibt Deutschland dafür zu wenig verlässliche Unterstützung.“ Ein europaweit einheitlich geregeltes Rückkehrverfahren, das die Kinderrechte berücksichtigt, eine bessere Begleitung und eine Koordination mit den afghanischen Behörden seien nötig.

Für Interviews und weitere Fragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle.

Links zu den Reports:

Deutsche Zusammenfassung: http://ots.de/1eMk2U

Englisches Original: http://ots.de/vUfDqx

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Pressestelle – Claudia Kepp
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Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011