▷ Wahnsinn Wahlrecht: Ein CSU-Direktmandat ist 20 Sitze wert / SPD-Trend holt Laschet in …

Berlin Reichstag Dome Government
RichardLey / Pixabay


20.09.2021 – 11:35

Johanssen + Kretschmer Strategische Kommunikation GmbH

Berlin (ots)

Berliner Unternehmen analysiert Direktmandate und Zweitstimmen gemeinsam. Situation in Bayern führt zu XXL-Bundestag – SPD-Trend verschafft Laschet Einzug über Liste.

  • Armin Laschet hat starker SPD sein Listenmandat zu verdanken
  • Bundestag mit mindestens 820 Abgeordneten historisch groß
  • Peter Altmaier verliert gegen Heiko Maas, scheidet voraussichtlich aus
  • Hamburg entschieden, Berlin und München heiß umkämpft
  • 66 offene „Swing-Wahlkreise“
  • Pressedienst: Wahlkreise, Bundesländer und Städte individuell auswertbar
  • Ausführliche Prognose auf jk-kom.de

Der nächste Deutsche Bundestag wird historisch groß – und das hat unerwartete Folgen. Dies ergibt eine Prognose des Berliner Beratungsunternehmen Johanssen + Kretschmer, das bereits im August erstmals Wahlumfragen zu Erst- und Zweitstimmen zusammengeführt und verglichen hat. Das September-Update der Prognose bringt neue Erkenntnisse zum 20. Bundestag und der anstehenden Wahl.

Dem 20. Bundestag werden nach derzeitigem Stand 823 Abgeordnete angehören – 114 Sitze mehr als im letzten Bundestag. Die ansteigende Größe des Parlaments hat ihre Ursache in der wachsenden und historisch großen Kluft zwischen Erst- und Zweitstimmen: CDU und SPD werden ca. 90 Prozent der Direktmandate gewinnen, aber gemeinsam nicht einmal 50 Prozent der Zweistimmen auf sich vereinen. Vor allem das Ungleichgewicht bei der Union führt zu einer Rekordanzahl an Überhangmandaten, diese wiederum zu einer erhöhten Anzahl von Ausgleichsmandaten, welche das den Proporz an Sitzen nach Zweitstimmen wiederherstellen.

Die Situation in Bayern veranschaulicht die Schwächen und auch den zweifelhaften Einfluss der CSU als reine Bayernpartei auf den Bundestag auf: Nach aktuellem Stand gewinnt die CSU alle bayerischen Wahlkreise außerhalb Münchens (43 von 46) – bei nur 28 Prozent Anteil der Zweitstimmen. Die Folge: Jedes Direktmandat der CSU hat einen Wert von 20 Sitzen. Konkret: Verliert die CSU ein Direktmandat, schrumpft der Bundestag um 20 Sitze. Diese Sonderstellung zeigt sich auch bei der Errechnung der CDU-/CSU-Fraktion: Von den voraussichtlich 193 Fraktionssitzen kommt fast ein Drittel aus Bayern. (Eine kommentierte, ausführliche Prognose von Heiko Kretschmer steht ab 13 Uhr auf der JK-Website zum Download bereit.)

Die XXL-Größe des Bundestags wird auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung und Arbeitsweisen der Fraktionen haben: 324 Newcomer:innen werden einziehen. Durch die Vergrößerung des Plenums werden eine Reihe von Frauen und Männern gewählt, die sich zum Zeitpunkt ihrer Kandidatur noch keine realistischen Chancen auf ein Mandat ausgerechnet hatten. In den bevölkerungsreichen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen hat sich die Anzahl der aussichtsreichen Listenplätze am deutlichsten sichtbar vergrößert, sodass es sogar Kandidatinnen und Kandidaten in den Bundestag schaffen werden, die auf weit hinten gelegenen Plätzen kandidieren und bei ihrer Aufstellung nicht mit einem Mandat rechnen konnten.

Armin Laschet

Kanzlerkandidat Armin Laschet profitiert vom Aufwärtstrend der SPD, der auch in Nordrhein-Westfalen anhält. Als direkte Folge verliert die CDU mehr Wahlkreise, als noch im August prognostiziert wurde. Der Verlust von Direktmandaten ändert das Stimmenverhältnis der CDU und die NRW-Landesliste kommt zum Tragen. Laschet sowie sieben weitere Kandidat:innen ziehen so ohne Direktmandat ein. Im Falle einer Regierungsbildung ohne Union könnte Laschet also Fraktionsvorsitzender und Oppositionsführer werden.

CDU-Performance im Osten

Im August hatte Johanssen + Kretschmer prognostiziert, der CDU komme in den ostdeutschen Bundesländern eine besondere Machtposition zu. Auch hier zeigt sich im Zuge des aktuellen SPD-Trends eine deutliche Kehrtwende. Konnte die CDU zuvor noch 38 der 55 Wahlkreise für sich entscheiden, sind es inzwischen nur noch 17 – eine Verringerung um mehr als 50 Prozent.

Peter Altmaier verpasst Einzug in den Bundestag

Peter Altmaier wird den Wahlkreis Saarlouis voraussichtlich an Heiko Maas verlieren. Letzterer ist zwar persönlich nicht besonders beliebt, profitiert jedoch vom allgemeinen SPD-Aufschwung. Die Liste der CDU Saar wird nicht mehr wie 2017 von Altmaier, sondern von Annegret Kramp-Karrenbauer angeführt. Da bei ihr bereits der Listenplatz zum Tragen kommt, reicht es für den derzeitigen Wirtschaftsminister nach derzeitigem Stand nicht für ein Mandat im Bundestag.

66 offene Wahlkreise – Berlin und München heiß umkämpft

Während in der norddeutschen Großstadt voraussichtlich alle Direktmandate an die SPD gehen, sind in Berlin und München fast alle Wahlkreise noch heiß umkämpft. Während in München ein dünner Vorsprung der SPD und der Grünen zu beobachten ist, zeichnet sich in Berlin sogar ein Finale zwischen drei Kandidat:innen ab. Als entschieden gelten die Hochburgen der Linken in Treptow-Köpenick (Gysi), Marzahn-Hellersdorf (Pau) und Lichtenberg (Lötzsch). Auch Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost wird sicher an die Grünen-Kandidatin Canan Bayram gehen. Die verbleibenden acht Wahlbezirke bleiben aber bis zum Ende spannend.

Von den 299 Wahlkreisen bleiben weiterhin mindestens 66 Mandate völlig offen. 33 weitere Wahlkreise werden von den unterschiedlichen Wahlanalyse-Plattformen mindestens einmal unterschiedlich bewertet.

Diese Prognose wurde von keinem Unternehmen, Verband oder einer anderen Organisation in Auftrag gegeben oder anderweitig fremdfinanziert.

Pressekontakt:

Johanssen + Kretschmer Strategische Kommunikation GmbH
jk-kom.de

Thorsten Garde
t.garde@jk-kom.de
0171 491 16 18

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Original Quelle Presseportal.de

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