▷ „Zapp“ zu den Debatten über Flüchtlinge und Asyl: „Journalismus – Mit Fakten gegen …

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Hamburg (ots) – Angesichts aufgeregter Debatten über Flüchtlinge, Migration und Asyl, konfrontiert mit vielstimmiger Kritik bis hin zu handfesten Drohungen, müssen sich Journalistinnen und Journalisten in diesen Monaten besonders fragen und fragen lassen, wie sie mit diesen Themen umgehen. Für das NDR Medienmagazin „Zapp“ der Anlass, in der heutigen Ausgabe genauer hinzuschauen: Wer sorgt für die hitzigen Debatten, wie positionieren sich Journalisten und welche Rolle spielt die Sprache in dieser Diskussion?

Jüngstes Beispiel: der Migrationspakt. Während die großen Medien kaum von dem UN-Pakt Notiz nahmen, formierte sich im Netz lautstarker Widerstand. Es wird Angst geschürt vor billigen Arbeitskräften, vor allem aus Afrika, die das Land angeblich überrennen würden. Es wird verzerrt, gelogen, gehetzt. Auch die AfD hat ein Video online gestellt, in dem sie in martialischen Bildern vor dem Untergang warnt.

Erst spät steigen die Zeitungen, Radio und Fernsehen in die Berichterstattung ein. Immer begleitet von der Frage, ob man sich damit nicht zum Handlanger einer von Populisten und Fremdenfeinden geführten Kampagne macht. Oder geht es nicht eher darum, der Propaganda Fakten entgegenzustellen, um eine Diskussion zu ermöglichen?

Darin sehen auch spezialisierte Faktenchecker ihre Aufgabe, wie die „Faktenfinder“ der Tagesschau oder die Reporter von „Desinformation“ bei Buzzfeed. Doch sie stehen gerade deshalb massiv unter Beschuss. Das geht hin bis zur Veröffentlichung der Privatadresse.

Wie wichtig die Faktenchecker dennoch sind, steht für Elisabeth Wehling, Sprach- und Kognitionsforscherin an der Universität von Kalifornien in Berkeley außer Frage. Im Interview mit Anja Reschke erklärt sie, dass die Faktenchecker alle daran erinnern, „wie ein anständiger demokratischer Diskurs auszusehen hat“. Denn Lügen und Verleumdungen setzen sich, weil sie oft emotional sehr aufgeladen sind, schnell im Gehirn fest. Die Folge: Einschleifeffekte, wenn die Lügen nur ein paar Mal wiederholt werden. Wenn sie dann auch noch Ängste produzieren, setzen sich auch diese fest.

In Cottbus hat sich die Journalistin Simone Wendler von der „Lausitzer Rundschau“ vor allem in den vergangenen Monaten mit solchen Ängsten, aber auch massiver Fremden- und Pressefeindlichkeit auseinandersetzen müssen. Jetzt ist sie in Rente gegangen. Ihr Credo: Fakten berichten, zuhören, aber den Menschen nicht nach dem Mund reden. Sie würde sich sehr wünschen, wenn das Asyl- und Flüchtlingsthema sich beruhigen würde – denn die Menschen betreffen andere Entwicklungen in der Region viel mehr, zum Beispiel der Braunkohleabbau.

Mehr Informationen zur Sendung unter www.NDR.de/zapp

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Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011