100 Jahre Tierausbeutung – PETA fordert Wildtierverbot


Protestaktion zur Premiere angekündigt

 
München / Stuttgart, 20. Dezember 2018 – Mit dem diesjährigen Winterprogramm feiert Circus Krone das 100-jährige Bestehen des Circus Krone Baus in München. PETA betont, dass über 100 Jahre Tierausbeutung im Zirkus kein Anlass zum Feiern sind. Vielmehr zeigt sich Circus Krone rückständig, da das Zirkusunternehmen trotz wachsender Kritik weiter an überholten Tierdressuren festhält. Noch immer werden dort sensible Wildtierarten wie Elefanten, Löwen, Tiger und ein Nashorn vorgeführt, während europaweit immer mehr Wildtierverbote für Zirkusse verhängt werden. Anlässlich dieses traurigen Jubiläums appelliert PETA an Zirkusdirektorin Jana-Mandana Lacey-Krone, den Zirkus zukunftsfähig zu machen und zumindest die Wildtierdressuren freiwillig einzustellen sowie die Wildtiere an Auffangstationen abzugeben. Zur Premiere am Dienstag, 25. Dezember, beteiligt sich das freiwillige PETA-ZWEI-Streetteam München an einer Protestaktion der Aktionsgruppe Tierrechte Bayern. Zwischen 17:15 und 18:45 Uhr machen als traurige Clowns verkleidete Aktivisten beim Haupteingang in der Marsstraße auf das Tierleid aufmerksam.
 
„Die Tiere bei Circus Krone haben nichts zu feiern. Das Zirkusunternehmen sollte endlich einsehen, dass die Zeiten der Wildtierdressuren gezählt sind“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Wir fordern die Zirkusdirektorin auf, einzulenken und die Wildtiere freiwillig in den Ruhestand zu schicken.“
 
Immer wieder zeigt Deutschlands größtes Zirkusunternehmen, wie rücksichtslos die Tiere bis zum Äußersten ausgebeutet werden. Erst im vergangenen Dezember starb Elefantenkuh Delhi kurz nach der Tournee. Nach dem Tod der Leitkuh kam es im Sommer 2018 gleich zu mehreren Vorfällen mit den Elefanten: Im Juli wurde ein Elefant bei einem Circus-Krone-Gastspiel in Osnabrück von zwei Artgenossen abgedrängt und stürzte in den Zuschauerbereich. Anfang Juni entkam Elefantendame Kenia bei einem Gastspiel in Neuwied und lief über eine vielbefahrene Straße vorbei an Kindern durch ein Wohngebiet.
 
Zukunft ohne Tierdressuren
Andere Zirkusgrößen machen es vor: Der Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus, der ehemals größte Zirkus in den USA, hat 2017 nach jahrzehntelangen Protesten von Tierschützern, die beispielsweise Misshandlungen der Elefanten aufdeckten, und aufgrund rückläufiger Besucherzahlen den Betrieb eingestellt. Circus Roncalli dagegen lenkte rechtzeitig ein und verabschiedete sich schon in den 90ern von Wildtierdressuren. 2018 nahm Roncalli auch die letzte Pferdedressur aus dem Programm und ist damit nun gänzlich tierfrei. In 27 europäischen Ländern, beispielsweise Belgien, Österreich und den Niederlanden, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. Allein in den vergangenen zwei Jahren haben Italien, Irland, Rumänien, Estland, Lettland und Luxemburg neue Gesetze zum Verbot von Wildtieren im Zirkus erlassen. Die Bundestierärztekammer, der Bundesrat und zwei Drittel der Deutschen fordern seit Jahren ein Verbot von Wildtieren im Zirkus.
 
Tierleid bei Circus Krone
Videoaufnahmen und behördliche Dokumente bestätigen Jahr für Jahr gravierendes Tierleid bei Circus Krone. Ein Video zeigt nicht nur die Verhaltensstörungen der Elefanten, einiger Pferde und Löwen, sondern gibt auch einen Einblick in den gewaltvollen Umgang mit vielen Tieren: Die Elefanten werden jede Nacht an zwei Beinen fixiert und mit dem Elefantenhaken – einem Stock mit spitzem Metallhaken – gequält, damit sie gehorchen. Die Raubkatzen müssen Peitsche und Stock fürchten, wenn sie die eintönigen Tricks in der Manege verweigern.
 
Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter stellten bei Circus Krone in den vergangenen Jahren wiederholt gravierende Missstände bei der Tierhaltung fest. In den Berichten ist beispielsweise von „erheblichen Leiden“ der Pferde die Rede. Bei den Elefanten wurden „deutliche Haltungsmängel und Verhaltensstörungen“ sowie „degenerative Veränderungen“ des Bewegungsapparats nachgewiesen. Auf ihrer Internetseite PETA.de/CircusKrone hat die Tierrechtsorganisation Auszüge davon veröffentlicht.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht da, um uns zu unterhalten. Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Circuskrone
PETA.de/Kronechronik
PETA.de/Wildtierdressur
PETA.de/Verbotwildtiereimzirkus
 
Kontakt:
Thomas Lesniak, +49 711 860591-527, ThomasL@peta.de



Quelle : PETA.de

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