ARD-Kontraste: Neuer Bürgermeister von Herxheim will Hitler-Glocke wieder läuten lassen / Zentralrat der Juden spricht von “Verhöhnung” der NS-Opfer

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Berlin (ots) – Die Gemeinde Herxheim am Berg, bekannt durch ihre Hitler-Glocke, hat seit Montag einen neuen Bürgermeister. Der pensionierte Pfarrer Georg Welker (71, parteilos) will die Glocke mit Hakenkreuz hängen und auch wieder läuten lassen. Im Läuten der Glocke höre er die Leute, die unter der NS-Zeit gelitten hätten, sagte er im Interview mit dem ARD-Politikmagazin KONTRASTE.

Mit einer Glocke, die die Inschrift “Alles fuer´s Vaterland, Adolf Hitler” trägt, der NS-Opfer gedenken zu wollen, “kommt einer Verhöhnung dieser Menschen gleich”, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, gegenüber KONTRASTE. Er habe keinerlei Verständnis dafür, dass die Glocke weiter im Turm hängen bleiben und sogar wieder läuten soll. Bürgermeister Georg Welker sagte KONTRASTE dazu: “Ich sage nur: Ich höre die Opfer, das waren auch deutsche Bürger, also nicht nur die jüdischen.” Zu dieser Äußerung des neuen Bürgermeisters über jüdische und deutsche Opfer sagte Josef Schuster: “Will er damit andeuten, die Juden damals seien keine deutschen Bürger gewesen?” Dann entspräche das genau der Nazi-Ideologie, so Schuster weiter.

Zurzeit ist die umstrittene Hitler-Glocke abgestellt, sie hängt aber weiter im Turm der Jakobskirche Herxheim am Berg. Das Gutachten einer Glockensachverständigen zur Hitler-Glocke ist seit kurzem fertig, der Gemeinderat möchte das Thema aber erst in einer der nächsten Ratssitzungen im Februar oder März abhandeln.

Der alte Bürgermeister Ronald Becker ist nach seinen Äußerungen in einem Kontraste-Bericht (31.08.2017) Anfang September zurücktreten. Er hatte bei KONTRASTE seinen Stolz auf die Glocke bekundet.

Über die Hintergründe berichtet das ARD-Politikmagazin KONTRASTE am Donnerstag um 21.45 Uhr im ERSTEN.

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Bilder “Wir sind Wertheim” , am Marktplatz ,11.September.2011