Auseinandersetzungen von Polen vor Flüchtlingsheim löst Großeinsatz der Polizei aus

asthenop / Pixabay

Adelsheim: Auseinandersetzungen vor Flüchtlingsheim

Eine Überraschung brachten die Ermittlungen nach einigen Vorkommnissen am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Januar in Adelsheim ans Licht. An besagtem Sonntag wurde der Polizei in den Abendstunden gemeldet, dass vor der Flüchtlingsunterkunft im Friedrich-Gerner-Ring mehrere Männer stehen würden, die zum Teil mit Messer bewaffnet seien und ins Gebäude eindringen wollten. Die Polizei rückte mit neun Streifen an, konnte aber zunächst keine Klarheit über die Geschehnisse erlangen. Inzwischen konnte festgestellt werden, dass Flüchtlinge nach den bisherigen Ermittlungen zu keinem Zeitpunkt aktiv an den Geschehnissen beteiligt waren. Tatsächlich handelte es sich um zweitägige innerlandsmannschaftliche Auseinandersetzungen zwischen polnischen Staatsangehörigen, die in zwei verschiedenen Gebäuden in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft wohnen. Die Auseinandersetzungen hatten sich zum Teil bis vor die Unterkunft der Asylsuchenden hin gezogen. In der Folge schaukelten sich die Streitigkeiten zwischen den Bewohnern der beiden Gebäude immer weiter hoch. Es kam zu insgesamt vier Polizeieinsätzen der Polizei an diesem Wochenende, weil es immer wieder körperliche Auseinandersetzungen gab. Offensichtlich war auch hoher Alkoholkonsum im Spiel. Die Ermittlungen gestalteten sich aufgrund der Sprachprobleme und mangelnder Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Polizei seitens der Beteiligten schwierig und zogen sich deshalb in die Länge. Außerdem verreisten mehrere der mutmaßlich Beteiligten nach den Vorfällen in die Heimat oder sind untergetaucht. Derzeit wird überprüft, ob den Geschehnissen anfänglich ein tatsächlicher oder vermeintlicher Diebstahl zugrunde lag In der Nacht zum Sonntag wurde außerdem in einem der Gebäude ein auf dem Boden im Treppenhaus liegender 28-Jähriger polnischer Staatsangehöriger gefunden, der mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ein Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen konnte zunächst nicht festgestellt werden. Bei der Überprüfung der Frage, ob es sich tatsächlich nur um ein Sturzgeschehen handelte, wurde festgestellt, dass der Mann aufgrund eines Schlages auf den Kopf zu Boden ging. Es wird daher wegen des Verdachts einer gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Der oder die Tatverdächtigen sind noch nicht identifiziert.