Ausstellung des VIZ: „Spuren jüdischen Lebens in der Magistratsbibliothek Charlottenburg 1808-1945″

Berlin City View Tv Tower Horizon  - wal_172619 / Pixabay
wal_172619 / Pixabay


„1700 Jahre jüdisches Leben“ gibt es nachweislich in Deutschland. Jahrhunderte dauerte es, bis Juden gleiche Bürgerrechte erhielten. Spuren dieser Entwicklung hat das Team des Verwaltungsinformationszentrums (VIZ), der ehemaligen Magistratsbibliothek, in seinen Buch- und Archivbeständen gefunden und anlässlich des Gedenkjahres zusammengetragen.
Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann eröffnet die Ausstellung am Dienstag, 2. November 2021, um 17 Uhr in der Rathausgalerie, Foyer im 2. Obergeschoss, Otto-Suhr-Allee 100.
Diese Spuren dokumentieren die Teilhabe von Juden an der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Charlottenburgs seit dem frühen 19. Jahrhundert. Sie zeigt beispielsweise das Emanzipationsedikt vom 11. März 1812, in dem der preußische König, Juden zwar zu “Einländern und preußischen Staatsbürgern” erklärte, aber auch anordnete, dass die Familien “fest bestimmte Familien-Namen” zu führen und ihre Handelsbücher und Verträge in “deutscher oder einer anderen lebenden Sprache” abzufassen hätten.
Die Ausstellung zeigt Fotos und Dokumente von Männern wie Benno Jaffé (1840-1923), der sich als Stadtverordneter und Stadtrat von Charlottenburg um das Gemeinwesen verdient gemacht hat. Der Chemiker gründete nicht nur eine Fabrik, schuf auch eine Stiftung für Bedürftige und wurde Ehrenbürger der Stadt. Aber im Archiv des VIZ findet sich unter anderem auch ein Artikel aus dem Amtsblatt vom 20. Mai 1940, das “Einkaufszeiten für Juden” festlegt, nur ein Schritt von vielen, mit dem die Nationalsozialisten Juden aus der Gesellschaft ausgeschlossen haben.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 28. November bei freiem Eintritt zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses.

Im Auftrag
Brühl

Quelle : Berlin.de

Bilder: Titel Symbolbilder Berlin by Pixabay.com / Berlin.de

Faktencheck: Tauben sind keine Ratten der Lüfte!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*