Badische Landesbühne inszeniert in Wertheim schwarze Komödie

Auf dem Bild von links: Maximilian Wex, Andreas Schulz, Jessica Schultheis und Stefan Holm. Foto: Sonja Ramm

Die Spielkiste der Bewerbungstests

Die Badische Landesbühne zeigt am Dienstag, 24. November, das Stück „Die Grönholm-Methode“, eine schwarze Komödie des Katalanen Jordi Galceran. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Aula Alte Steige in Wertheim.

Vier Bewerber um die Stelle des kaufmännischen Direktors bei einem multinationalen Möbelkonzern haben es in die dritte Runde geschafft. Sie begegnen sich im Konferenzraum des Unternehmens und sind verblüfft, denn von der Personalabteilung lässt sich niemand blicken. Stattdessen wird per Brief kommuniziert: Unter ihnen befinde sich ein falscher Bewerber – ein Mitglied der Personalabteilung, das es zu enttarnen gilt. Doch damit nicht genug. Die Aspiranten werden zu allerhand absurden Spielen aufgefordert, deren Ziel es scheint, pikante Details aus dem Privatleben der Bewerber ans Licht zu bringen und zu beobachten, ob der Betreffende dem so erzeugten Druck gewachsen ist.

Ein Zeitungsartikel regte den Autor Jordi Galceran zu seinem Stück an. Eine Journalistin fand in einem Mülleimer Bewerbungsunterlagen, in denen wenig schmeichelhafte Notizen zu Bewerberinnen um eine Stelle als Kassiererin zu lesen waren. Das veranlasste den Katalanen dazu, über das Verhältnis von Bewerbern und Personalabteilung nachzudenken. Er kaufte sich Bücher zum Thema Personalrekrutierung und machte daraus ein Stück. Dessen Arbeitstitel lautete „Natürliche Selektion“. Da in der Fachliteratur häufig von bestimmten „Methoden“ die Rede und das Unternehmen, welches das Stück inspirierte, ein schwedisches war, entschied sich der Dramatiker, seinem Stück einen entsprechenden Titel zu geben. Er erfand dazu den fiktiven Psychologen Isaías Grönholm.

Auf dem Bild v.l.: Jessica Schultheis, Andreas Schulz, Stefan Holm und Maximilian Wex. Foto: Sonja Ramm
Auf dem Bild v.l.: Jessica Schultheis, Andreas Schulz, Stefan Holm und Maximilian Wex. Foto: Sonja Ramm

Regisseurin Evelyn Nagel sieht in Der Grönholm-Methode die brutale und zynische Überspitzung eines Auswahlverfahrens, in der Bewerber zu Humankapital herabgestuft würden. Sie befürchtet, dass die Methoden in manchen Assessment-Centern nicht allzu weit von dem entfernt lägen, was von Galceran beschrieben werde. „Trotz seiner gesellschaftlichen Relevanz kommt das Stück nicht moralinsauer daher, vielmehr greift der Autor in die große Spielkiste der Bewerbungstests und spitzt so zu, dass sich die Figuren rasch in einer Spirale des Psychoterrors wiederfinden“, so die Regisseurin. „Die Form des Kammerspiels und die Einheit von Zeit und Raum intensivieren diesen Vorgang, bei dem die vier Schauspieler in den alleinigen Fokus rücken. Diese Konzentration macht in der Probenarbeit großen Spaß, verlangt aber auch eine gewisse Anstrengung.“

Aus dem Ensemble der Badischen Landesbühne wirken mit: Jessica Schultheis, Stefan Holm, Andreas Schulz, Maximilian Wex.

Auf dem Bild von links: Maximilian Wex, Andreas Schulz, Jessica Schultheis und Stefan Holm. Foto: Sonja Ramm
Auf dem Bild von links: Maximilian Wex, Andreas Schulz, Jessica Schultheis und Stefan Holm. Foto: Sonja Ramm

Karten gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung Buchheim, Telefon 09342/1320, E-Mail: buchheim.wertheim@t-online.de

Stadtverwaltung Wertheim