Bayerische Polizei – Nach Auseinandersetzung in Asylbewerberunterkunft – Ermittlungskommission eingerichtet


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28.06.2017, PP Unterfranken


SCHWEINFURT. Nach der Auseinandersetzung zweier Personengruppen in der Erstaufnahmeeinrichtung am Montagabend hat die Schweinfurter Polizei zur Aufklärung der Hintergründe und Straftaten eine Ermittlungskommission eingerichtet. Außerdem werden in Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken die Sicherheitsmaßnahmen intensiviert.

Wie bereits berichtet, war es am Montagnachmittag, gegen 15.30 Uhr, auf dem Areal der Erstaufnahmeeinrichtung zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen armenischen und somalischen Asylbewerbern gekommen. Vermutlich waren ursprünglich zwei Personen in Streit geraten, weitere hatten sich solidarisiert. Zwei Armenier erlitten als Folge der Auseinandersetzung leichte Verletzungen und wurden ambulant im Krankenhaus behandelt. Die Schweinfurter Polizei war mit mehreren Streifenwagen vor Ort. Die Personen zeigten sich unkooperativ und trugen nicht zur Sachverhaltsaufklärung bei.

Gegen 18.30 Uhr fielen dem Sicherheitsdienst drei zuvor Tatbeteiligte auf, die sich erneut aggressiv zeigten. Die Polizei nahm das Trio in Sicherheitsgewahrsam. Gegen 22.00 Uhr kam es dann zu der bereits geschilderten Auseinandersetzung zwischen insgesamt etwa 30 Personen, bei der u.a. Schlagwerkzeuge und Steine eingesetzt worden sein sollen. Ein Mann erlitt eine Platzwunde. Bei Eintreffen der Ordnungshüter mit einem Großaufgebot war die Auseinandersetzung bereits beendet, die Stimmung unter den Bewohnern jedoch noch sehr aufgeladen und angespannt. Die Polizei trennte die Gruppen und durchsuchte die Gebäude nach Verletzten und Beweismitteln. Dabei wurden mehrere Teile aus Bettgestellen sowie mit Sand gefüllte Kunststoffflaschen und zerbrochene Glas- und Porzellangefäße aufgefunden, die im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung stehen dürften. Eine weitere, leicht verletzte Person wurde zur Behandlung an den Rettungsdienst übergeben.

Zur Aufklärung der begangenen Straftaten hat die Polizeiinspektion Schweinfurt eine Ermittlungskommission eingerichtet. Die strafrechtlichen Ermittlungen laufen in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt u.a. wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, des (schweren) Landfriedensbruchs und der Bildung bewaffneter Gruppen. Dabei wird auch weiterhin großer Wert auf die stets zügige Vorlage und Abarbeitung der Vorgänge gelegt.

In enger Abstimmung mit der für die Erstaufnahmeeinrichtung zuständigen Regierung von Unterfranken wurde u.a. die Polizeipräsenz vor Ort erhöht und weitere Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Außerdem wird geprüft, inwiefern es möglich ist, Personen in eine andere Unterkunft zu verlegen. Mit den beteiligten Gruppen wurden eindringliche Gespräche geführt. Die Polizei machte dabei deutlich, dass sie keinerlei Auseinandersetzungen duldet und konsequent gegen Straftäter einschreiten wird.


Hintergrund

Soweit es in der Vergangenheit in Asylbewerberunterkünften zu Streitigkeiten kam, ging es zumeist um vermeintliche Nichtigkeiten, wie Streit über das Essen, in der Küche oder sonstige eher banale Gründe. Menschen unterschiedlicher Kulturen leben dort oft für längere Zeit auf engem Raum zusammen. Konflikte lassen sich deshalb nie ganz vermeiden.

In der Erstaufnahmeeinrichtung im Kasernenweg sind derzeit 603 Asylbewerber untergebracht. Dabei handelt es sich im Vergleich zur früheren Zusammensetzung vorrangig um somalische Staatsangehörige (315) und Personen aus Armenien (188). Daneben befinden sich noch 29 Bewohner aus Afghanistan und 12 aus Syrien in der Unterkunft. Insbesondere das Zusammentreffen der erst genannten beiden großen Gruppen stellt im Vergleich zu früher aktuell ein besonderes Konfliktpotenzial dar.

Nicht nur aufgrund dieses Vorfalls finden und fanden in Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken immer wieder präventivpolizeiliche Kontrollaktionen statt.

Abschließend betont die Polizei, dass die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden, der Asylsozialberatung und der ehrenamtlich Engagierten hervorragend funktioniert. Es wurden bewährte Arbeitsabläufe im Laufe der Zeit etabliert, die auch für ein grundsätzlich sehr hohes Sicherheitsniveau gesorgt haben.






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