Bayerische Polizei – Nach Tötungsdelikt auf der Haseltalbrücke


23.08.2017, PP Unterfranken


Gemeinsame Presseerklärung des Polizeipräsidiums Unterfranken und der Staatsanwaltschaft Würzburg vom 22.08.2017

MARKTHEIDENFELD, LKR. MAIN-SPESSART. Nach dem Tötungsdelikt zum Nachteil einer 26-Jährigen im April und dem anschließenden Suizid des Tatverdächtigen liefen die Ermittlungen der Kriminalpolizei Würzburg in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Würzburg auf Hochtouren. Hierbei konnte der wahrscheinliche Tatablauf rekonstruiert werden.

Wie bereits berichtet verständigten Zeugen am 09.04.2017 die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken und teilten ein vermeintliches Unfallfahrzeug auf der Haseltalbrücke, Autobahn A3, mit. Der 31-jährige Fahrer des Pkws stieg hierbei aus
und stürzte sich nach einem kurzen Wortgefecht mit den Zeugen von der Brücke in den Tod. Im Fahrzeug selbst konnte durch die Zeugen und die mittlerweile eingetroffenen Kräfte der Verkehrspolizei eine leblose weibliche Person aufgefunden werden, welche durch äußere Gewalteinwirkung zu Tode gekommen war.

Die in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Würzburg geführten Ermittlungen der Kriminalpolizei Würzburg konnten nun abgeschlossen werden. Auf Grundlage der Ermittlungsergebnisse wird folgender Geschehensablauf als am wahrscheinlichsten angesehen:

Es liegt nahe und kann davon ausgegangen werden, dass der 31-jährige Tatverdächtige bereits gezielt mit seinem Fahrzeug zur Haseltalbrücke gefahren ist, um dort das Brückengeländer mit dem Pkw zu durchbrechen und sich mit seiner Beifahrerin in den Tod zu stürzen. Nachdem dies offensichtlich gescheitert war, fügte er seiner 26-jährigen Ex-Lebensgefährtin im Fahrzeug tödliche Stichverletzungen zu. Anschließend brachte er sich selbst – in suizidaler Absicht – Messerschnitte bei. Während der Erstversorgung durch Ersthelfer stürzte er sich dann, wie beschrieben, von der Brücke in die Tiefe.

Die genauen Tatumstände des Fahrtantritts konnten nicht mehr ermittelt werden. Das Tatmotiv liegt vermutlich in der wenige Wochen vor der Tat erfolgten Trennung der Geschädigten vom Tatverdächtigen. Die Ermittlungen haben zudem keine Hinweise darauf erbracht, dass sich die Tat für Dritte nach außen erkennbar angedeutet hätte.

Im Hinblick auf dieses Ergebnis hat auch die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren zwischenzeitlich eingestellt.




 

 

 



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