Befristete Beschäftigung 2018: Laufzeit bei 56 % der Zeitverträge unter einem Jahr


Pressemitteilung Nr. 349 vom 11. September 2019

WIESBADEN – Im Jahr 2018 waren 8,0 % aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 25 Jahren befristet beschäftigt. Davon hatten 55,5 % einen Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand aktueller Ergebnisse zur Qualität der Arbeit auf Basis der Arbeitskräfteerhebung weiter mitteilt, besaßen somit rund 1,5 Millionen der 2,7 Millionen befristet Beschäftigten einen Zeitvertrag von unter einem Jahr. Bei 21,2 % der Befragten betrug die Befristung ein bis unter zwei Jahre, bei weiteren 12,6 % zwei bis unter drei Jahre. 10,7 % gaben an, einen Vertrag mit einer Laufzeit von mehr als drei Jahren zu besitzen. Diese und weitere Ergebnisse zur Qualität der Arbeit stehen auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes in einem erweiterten Angebot zur Verfügung.

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Gut ein Drittel der befristet Beschäftigten arbeitet mangels Alternativen im Zeitvertrag 

Von den 2,7 Millionen befristet Beschäftigten ab 25 Jahren gaben 34,1 % an, ein befristetes Arbeitsverhältnis nur eingegangen zu sein, weil sie keine Dauerstelle gefunden hatten. Diese sogenannte unfreiwillige Befristung ist im höheren Alter weiter verbreitet. Während 25,3 % der befristet Beschäftigten zwischen 25 und 34 Jahren ungewollt im Zeitvertrag arbeiteten, lag der Anteil der 45- bis 54-Jährigen bei 45,2 %. Möglicherweise spielt die Befristung bei jungen Menschen, die neu in das Berufsleben einsteigen, nur eine untergeordnete Rolle, da die Inhalte der Tätigkeit bei der Entscheidung den Ausschlag geben. Eine Befristung wird dann möglicherweise nicht als unfreiwillig eingestuft, während ältere Beschäftigte womöglich mehr Wert auf Beschäftigungssicherheit und somit eine Dauerstelle legen. 

Jeder und jede zehnte Beschäftigte arbeitet regelmäßig mehr als 48 Stunden pro Woche 

Neben der Befristung spielt für die Beschäftigten im Hinblick auf die Qualität der Arbeit auch die Arbeitszeit eine große Rolle. Am Arbeitsplatz werden viele Stunden verbracht – oft mehr Zeit als für Familie und Freizeit übrig bleibt. Im Jahr 2018 arbeiteten 10,0 % der Vollzeiterwerbstätigen gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche. Männer sind mit 12,2 % etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen (6,0 %). Generell gilt: je älter, desto länger die Arbeitszeiten. Während 1,5 % der Vollzeiterwerbstätigen im Alter von 15 bis 24 Jahren mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiteten, lag dieser Anteil bei den Vollzeiterwerbstätigen zwischen 55 und 64 Jahren bei 13,0 %. Einer der Gründe ist der hohe Anteil überlanger Arbeitszeiten bei Führungskräften, die eher in höheren Altersgruppen und bei Männern zu finden sind. Im Durchschnitt arbeiteten Vollzeiterwerbstätige ab 15 Jahren 41,0 Stunden in der Woche.

 

Befristete Beschäftigung, 2018
Alter von
… bis unter … Jahren
befristet Beschäftigte 1
Insgesamt nach Dauer des befristeten Vertrages: darunter: unfreiwillig
befristet Beschäftigte 2
unter 1 Jahr 1 bis unter
2 Jahre
2 bis unter
3 Jahre
länger als
3 Jahre
in 1 000 in % in % in %

Quelle: Arbeitskräfteerhebung 2018.

/ = Keine Angaben, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Befristet Beschäftigte im Alter von 25 Jahren und älter.
Beschäftigte, die keine Dauerstelle gefunden haben.

Insgesamt 2 705 8,0 55,5 21,2 12,6 10,7 34,1
Frauen 1 316 8,1 57,0 22,6 12,3 8,1 35,6
Männer 1 389 7,9 54,1 19,8 12,9 13,2 32,7
25 bis 34 Jahre 1 360 16,9 49,2 22,1 16,7 12,0 25,3
35 bis 44 Jahre 604 7,7 57,8 21,9 10,5 9,8 39,6
45 bis 54 Jahre 439 4,5 65,7 19,3 6,8 8,3 45,2
55 bis 64 Jahre 245 3,3 63,8 18,6 7,3 10,3 55,3
65 Jahre und älter 56 7,3 69,6 15,5 / 10,4 /

Weitere Ergebnisse zur Qualität der Arbeit unter www.destatis.de

Diese und weitere Aspekte zur Qualität der Arbeit stehen auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/qda zur Verfügung. Zu den insgesamt sieben Bereichen zählen unter anderem Arbeitssicherheit und Gleichstellung, Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Beschäftigungssicherheit. Das Informationsangebot wurde grundlegend überarbeitet und erweitert, unter anderem durch interaktive Grafiken.



Quelle : destatis.de

Bilder „Wertheim zeigt Flagge“ Demo gegen den Brandanschlag Lea Reinhardshof 20.09.2015