Besonderheiten an der Weinstraße Taubertal

Neues Angebot in der Ferienlandschaft „Liebliches Taubertal“

Krimifreundin / Pixabay Weinberg

Das „Liebliche Taubertal“ ist um ein touristisches Angebot reicher: die Weinstraße Taubertal. Sie führt auf einer Strecke von 204 Kilometern Länge durch die gesamte Ferienregion und bindet gleichermaßen die Kulturlandschaft, die heimeligen Städte und Gemeinden, die Kultur und die Winzer- und Weingärtnerbetriebe ein. Es ist eine Straße der Erholung und des Genusses, für die sich Gäste drei bis vier Tage Zeit nehmen sollten, heißt es in einer Mitteilung des Tourismusverbandes „Liebliches Taubertal“.

Die Ferienlandschaft „Liebliches Taubertal“ ist im Süden durch Rothenburg ob der Tauber und im Norden durch den Main mit den Städten Wertheim und Freudenberg begrenzt. In dieser Kulturlandschaft sind Fahrradfahrer und Wanderer gerne zu Gast. Sie genießen die Natur und das kulinarische Angebot der Städte und Gemeinden. Neben der Möglichkeit, sich im Taubertal aktiv zu erholen, haben die Tourismusakteure ein weiteres Angebot geschaffen: die Weinstraße Taubertal. Sie führt auf einer Gesamtstrecke von 204 Kilometern von Wertheim-Dertingen zunächst zum Main und dann durch das gesamte Taubertal bis nach Rothenburg ob der Tauber und Niederstetten. Insgesamt liegen an der Weinstraße Taubertal 28 Weinorte, die sich auf 16 Städte und Gemeinden verteilen. Von den Rebhängen bieten sich häufig herrliche Panoramablicke auf das Main- oder Taubertal und die angrenzenden Regionen.

Gäste, die die Weinstraße Taubertal bereisen, stoßen auf mehrere Besonderheiten dieser neuen touristischen Route:


Drei Weinanbaugebiete und vier Weinbaubereiche

Die Ferienlandschaft „Liebliches Taubertal“ ist weinbaurechtlich dreigeteilt. Die Weinstraße Taubertal führt somit durch die Anbaugebiete Baden – Bereich Tauberfranken, Württemberg – Bereich Kocher, Jagst, Tauber und Franken – mit den Bereichen Maindreieck und Mainviereck. Der touristische Zusammenschluss ist also länder-, landkreis- und gemeindeübergreifend. „Weinstraßen-Besucher kommen im Taubertal in den Genuss, Weine aus allen drei Weinanbaugebieten zu verkosten“, weist Geschäftsführer Jochen Müssig vom Tourismusverband „Liebliches Taubertal“ auf diese Konstellation hin.


Weinanbauzone A und B

Die gesamte Rebfläche in den Weinanbaugebieten der Europäischen Union ist nach klimatischen Kriterien in die Hauptzonen A, B und C unterteilt. Das kälteste Klima herrscht in der Zone A. Die deutschen Weinbaugebiete gehören zur Weinbauzone A – mit Ausnahme von Baden. Baden gehört mit einigen französischen Anbaugebieten (Elsass, Lothringen, Champagne, Loire etc.) zur Weinbauzone B. An der Weinstraße Taubertal treffen Weinfreunde damit auf die Zonen A und B. Tauberfranken gehört zur Zone B und ist damit das nördlichste Gebiet dieser Weinbauzone. Für die Winzer gelten in den verschiedenen Zonen unterschiedliche Vorschriften u.a. für das Mostgewicht, welches für die Qualitätsstufen (Qba, Kabinett, Auslese, etc.) entscheidend ist.

Weinbaulage Hoher Herrgott in Külsheim: Die Weinstraße Taubertal bietet herrliche Panoramablicke. Foto: Tourismusverband „Liebliches Taubertal“, Peter Frischmuth
Weinbaulage Hoher Herrgott in Külsheim: Die Weinstraße Taubertal bietet herrliche Panoramablicke. Foto: Tourismusverband „Liebliches Taubertal“, Peter Frischmuth

Bocksbeutel und Schlegelflaschen

Bei der Reise durch die drei Weinanbaugebiete im Taubertal lernen Weinfreunde und Gäste auch Weine aus den weltberühmten Bocksbeutelflaschen und Schlegelflaschen kennen. Der Bocksbeutel ist das typische Markenzeichen für fränkische Weine. Die Weine im Bereich Tauberfranken und in den Bereichen Maindreieck und Mainviereck werden gerne in diese bauchigen Flaschen abgefüllt. Der Bocksbeutel ist ein Traditions- und ein Qualitätsmerkmal, das sowohl national als auch international verkündet, dass darin edle Weine nach traditionellen Ausbauarten lagern.

Nicht minder ist die Qualität in den Schlegelflaschen, die sowohl in den fränkischen als auch in württembergischen Anbauteilen des Taubertals genutzt werden. Die Schlegelflasche steht heute für die moderne Weinwirtschaft. So werden gerne Neuzüchtungen, wie beispielsweise die Rotweinsorten Acolon oder Regent oder auch Selectionsweine darin abgefüllt.


Tauberschwarz und Wappenweine

Mit der Rebsorte „Tauberschwarz“ besitzt die Ferienlandschaft „Liebliches Taubertal“ ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Diese Rebsorte stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde 1726 erstmals in einem Dekret des Hochstifts Würzburg erwähnt. Die Rebsorte galt bereits als verloren. Erst in den 1960er Jahren wurden einige Rebstöcke im Vorbachtal, nahe Niederstetten, wieder entdeckt und die züchterische Wiederbelebung vorangebracht. Den Leistungen der Winzer und Weingärtner ist es zu verdanken, dass sich diese lokale Rebsorte wieder erholt hat und heute das Weinangebot des Weinlandes Taubertal bereichert.

Die Wappenweine des Taubertals sind bei den Weißen der Müller-Thurgau und der Silvaner. Hinzu gesellen sich Grauburgunder und Weißburgunder sowie Rieslingweine. Bei den Rotweinen wird überwiegend die Rebsorte Schwarzriesling an- und ausgebaut. Diese schmackhafte Rotweinsorte wird um Spätburgunderweine und Dornfelder sowie Neuzüchtungen wie Acolon und Regent ergänzt. Weitere Spezialitäten sind die Rebsorten Auxerrois, Traminer oder Johanniter. Es ist deshalb spannend, Weine beispielsweise direkt beim Winzer oder Weingärtner oder in den Weinschenken zu verkosten.


Besen- und Straußwirtschaften

An der Weinstraße Taubertal gibt es sowohl Besen- als auch Straußwirtschaften. Bei beiden handelt es sich um Direktvermarktungsangebote der Winzer und Weingärtner. Bei den Winzern ist es die Besenwirtschaft, im Volksmund „Der Besen“ genannt. Bei den Weingärtnern ist es die Straußwirtschaft. Die Weinproduzenten stellen ihre eigenen Weine vor und haben hierzu eigens für die Öffnungszeiten der Strauß- bzw. Besenwirtschaften Räume hergerichtet. Zum Wein gibt es typische fränkische und Taubertäler Vesperangebote. Da findet der Gast Kochkäse, Züngle oder die typische fränkische Bratwurst mit Kraut und Schwarzbrot.


Landschaft und Kultur

Die Weinstraße Taubertal läuft durch eine Kulturlandschaft erster Güte. Die Bezeichnung „Lieblich“ bezieht sich auf die Landschaft, die durch sanfte Hügel und weinbestockte Hänge sowie durch die Flussläufe des Mains und der Tauber charakterisiert ist. Die Landschaft zeichnet sich durch ihr mildes Klima und durch Regenarmut aus. Gleichwohl kann es in der Winterzeit auch zu klirrenden Nachfrösten kommen. In dieser Kulturlandschaft findet der Weinstraßenbesucher 28 Städte und Gemeinden. Hier kann der Gast sieben Burgen, zwölf Schlösser und vier Klöster besichtigen bzw. besuchen.


Fahrradfahren und Wandern

Die Ferienlandschaft „Liebliches Taubertal“ und das Weinland Taubertal werden auch gerne von Radfahrern und Wanderern besucht. Aushängeschild beim Fahrradfahren ist der Radweg „Liebliches Taubertal – Der Klassiker“ von Rothenburg ob der Tauber bis Wertheim am Main. Es ist gegenwärtig der einzige durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit fünf Sternen ausgezeichnete Radweg. Der Radweg bietet Qualität und Genuss und verläuft in vielen Abschnitten parallel zur Weinstraße Taubertal.

Ein ebenso schönes Vergnügen bereitet das Wandern auf dem Panoramaweg Taubertal. Das Qualitätsangebot ist mit dem Siegel „Wanderbares Deutschland“ ausgestattet. Der Weg mit einer Länge von 120 Kilometern führt von Rothenburg ob der Tauber durch das gesamte Taubertal bis nach Freudenberg am Main. Während mit dem Fahrrad in der Tauber- und Maintalaue geradelt wird, wird auf den Höhen des Taubertals gewandert. Der Panoramaweg läuft ebenfalls in größeren Abschnitten parallel zur Weinstraße Taubertal.

Informationen zur Ferienlandschaft „Liebliches Taubertal“ und zur Weinstraße Taubertal gibt es kostenfrei beim Tourismusverband „Liebliches Taubertal“, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5806 und -5807, Fax 09341/5700, E-Mail: touristik@liebliches-taubertal.de, Internet: www.liebliches-taubertal.de.

Stadtverwaltung Wertheim