Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis kommt voran

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Das Projekt Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis kommt voran: In der Bürgermeisterdienstversammlung am Montag haben bereits die Mehrheit der Oberbürgermeister und Bürgermeister im Main-Tauber-Kreis und Landrat Reinhard Frank eine entsprechende Interkommunale Vereinbarung unterzeichnet. Zuvor hatten der Kreistag und die betreffenden Gemeinderäte zugestimmt.

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Die Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis ist eine der dringendsten Zukunftsaufgaben. Ohne moderne Breitbandversorgung sind Wirtschaft, Dienstleister, Handwerk sowie Bürgerinnen und Bürger in ihren Entwicklungen und in ihren Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkt. Innerhalb des Main-Tauber-Kreises ist die bestehende Breitbandinfrastruktur sehr heterogen. In einigen Städten und Gemeinden können die modernen Kommunikationswege schon recht gut genutzt werden. In anderen Städten und Gemeinden gibt es aber nach wie vor weiße Flecken. Der Kreistag des Main-Tauber-Kreises hat deshalb am 8. Juli die flächendeckende Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis über das Deckungslückenmodell beschlossen. Nachdem die Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis bisher Aufgabe der Städte und Gemeinden war, wurde über dieses Vertragswerk inzwischen auch in den meisten Gemeinderäten beraten. Bisher liegen ausschließlich zustimmende Voten vor.

Unterzeichnung der Vereinbarung zur Breitbanderschließung , main-tauber-kreis.de

„Das Deckungslückenmodell garantiert für 95 Prozent aller Haus- und Gewerbeanschlüsse eine Mindestbreitbandversorgung von 30 Mbit/s. Durch entsprechende Technologien sollen die Bandbreiten zu einem späteren Zeitpunkt noch weiter gesteigert werden. Damit dieses gemeinsame Vorgehen von Landkreisverwaltung und kreisangehörigen Städten und Gemeinden zügig umgesetzt werden kann, wurde die Interkommunale Vereinbarung ausgearbeitet“, erläutert Landrat Reinhard Frank.

Für die verbleibenden fünf Prozent der Anschlüsse, bei denen im Rahmen des Deckungslückenmodells keine 30 Mbit/s möglich sind, ergeben sich geringere Bandbreiten voraussichtlich zwischen 15 Mbit/s bis 25 Mbit/s. Nur in wenigen Einzelfällen müssen bei diesem Weg der Breitbanderschließung Einzellösungen zwischen dem jeweiligen Nachfrager und dem zu beauftragenden Telekommunikationsbetreiber vereinbart werden.

Das Deckungslückenmodell sieht zudem den Einsatz von Vectoring-Technik-Stufen vor. Die Vectoring-Technik bedeutet, dass – bei freigeschalteter Technik – sich die Breitbandwerte weiter erhöhen. So ergeben sich bei der ersten Ausbaustufe (Vectoring) Bandbreiten im Download von 50 bis 100 Mbit/s. In der nächsten Ausbaustufe (Vectoring II), welche voraussichtlich 2018 umgesetzt wird, sind Bandbreiten bis zu 250 Mbit/s möglich.

Die Interkommunale Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die Kosten der Deckungslücke – die derzeit auf rund 22 Millionen Euro beziffert werden – zwischen den Städten und Gemeinden und dem Main-Tauber-Kreis geteilt werden. „Dies ist eine enorme finanzielle Last, die geschultert werden muss“, sagt Landrat Frank. Wirtschaftsdezernent Jochen Müssig ergänzt, dass die Städte und Gemeinden sowie der Main-Tauber-Kreis deshalb auch auf die Bundesförderung setzen. „Die Akteure bei der Landkreisverwaltung und in den Rathäusern hoffen auf eine Förderquote von mindestens 50 Prozent. Nach Aussagen des Bundesbreitbandbüros sollen Förderanträge aus dem Bundesprogramm noch im 3. Quartal 2015 möglich sein.“ Leider habe sich das Land Baden-Württemberg bisher noch nicht dazu entschlossen, den Weg des Deckungslückenmodelles zu fördern. Der FTTC-Ausbau („Fibre to the Curb“, deutsch: Glasfaser bis zum Kabelverzweiger) sieht vor, dass die in den Städten, Gemeinden und Dörfern errichteten bzw. noch zu errichtenden Kabelverzweiger mit Glasfaser angefahren werden. Von diesen Glasfaserleitungen werden dann die Kunden über die bestehende Kupfertechnologie angeschlossen. Dieser flächendeckende Ausbau soll nach dem europaweiten Ausschreibungsverfahren voraussichtlich Anfang des Sommers 2016 beginnen. Anschließend sind alle Städte und Gemeinden aufgerufen, sich entsprechende Masterpläne für den weiteren Ausbau mit Glasfaser von den Kabelverzweigern bis zum Endkunden zu erarbeiten. „Dies kann dann aber von einem völlig anderen, weitaus höheren Niveau aus geschehen“, weist Landrat Reinhard Frank auf einen wesentlichen Vorteil des Deckungslückenmodells hin. Das Deckungslückenmodell soll innerhalb von drei Jahren, beginnend ab Mitte 2016 bis Mitte 2019, umgesetzt sein.

 

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