Bundesentwicklungsminister Gerd Müller gegen Bundeswehreinsatz in Mali

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Bundesentwicklungsminister Müller gegen Bundeswehreinsatz in Mali

Müller: Nur neue Jobs stoppen Terror und Radikalisierung – CSU-Politiker setzt neuen Schwerpunkt auf Familienpolitik gegen Bevölkerungsexplosion in Afrika

Osnabrück. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die Pläne von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) kritisiert, zusätzliche Truppen zum Kampf gegen den Terror nach Mali zu entsenden. „Einer Ausweitung des Bundeswehreinsatzes stehe ich skeptisch gegenüber“, sagte Müller im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Nur wenn die Menschen eine Lebensperspektive haben, können wir Radikalisierung, Terror, Flucht und Schleppertum wirksam begegnen“, sagte Müller.

Hinter der Krise in Mali und in der gesamten Tschad-Region stünden Konflikte zwischen Bauern und Tuareg um immer weniger Wasser und immer weniger Weideland fürs Vieh. Er bereite daher eine Verstärkung der Initiative in der Sahel-Region vor. Schwerpunkt dafür seien die Modernisierung der Landwirtschaft, eine bessere Versorgung mit Wasser und die Schaffung von Ausbildungsplätzen und Jobs. „Die Radikalisierung ist die Folge der Ressourcenknappheit. Wenn nichts mehr bleibt, schließen sich die Menschen den Terrorgruppen Boko Haram und IS an, die ihnen einen Dollar Sold und ein Gewehr versprechen“, erklärte der Minister.

Alarmiert zeigte sich der CSU-Politiker durch ein enormes Bevölkerungswachstum in den ärmsten Ländern Afrikas. „Im Kongo zeigt sich die ganze Dramatik. 1980 lebten dort etwa 25 Millionen Menschen. Heute sind es 100 Millionen. Bis 2050 werden es im Kongo sogar 200 Millionen sein. Eine Bevölkerungsexplosion, die riesige Herausforderungen bringt: Ernährung, Wasser, Städtebau, Energie …“, so der Minister.

Um der Entwicklung entgegenzuwirken, werde er „die Familienplanung und die Stärkung der Frauen zu einem Schwerpunkt in diesem Jahr machen“, erläuterte Müller. Dazu gehörten „Vereinbarungen“ mit den Partnerländern, „dass sie sich eine Familienpolitik geben“. Diese müsse vier Bereiche umfassen: mehr Bildung für Mädchen, Zugang zu Verhütungsmitteln, Stärkung der Rechte von Frauen für volle Gleichberechtigung und eine bessere Gesundheitsversorgung der Mütter und Kinder.

„Wir bieten unseren Partnern an, in allen vier Bereichen unsere Unterstützung zu verstärken“, kündigte der Minister in der NOZ an. „Bei Gesundheit sind wir schon der drittgrößte Geber weltweit mit über 1 Milliarde Euro pro Jahr. Genauso viel investieren wir in die Bildung – das möchte ich deutlich ausbauen und künftig ein Viertel unserer Mittel für Entwicklungszusammenarbeit in Bildung investieren.“

Original Quelle Presseportal.de

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