CEP: „NetzDG ist nur der erste Schritt im Kampf gegen Extremismus“ / Bericht der Tech-Unternehmen zeigt, dass politischer Druck wirkt – CEP sieht weiterhin Defizite bei facebook, YouTube und Twitter

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Berlin (ots) – YouTube, Facebook und Twitter legten heute zum ersten Mal offizielle Zahlen darüber vor, wie viele Inhalte sie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres aufgrund von Beschwerden im Rahmen des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) sperrten oder entfernten. Die Berichte der Netzwerkbetreiber legen allerdings nahe, dass die derzeitige Fassung des NetzDG im Kampf gegen Extremismus nur ein erster Schritt ist, und dass mehr eigene Anstrengungen von Facebook, YouTube und anderen nötig sind.

DAS DEUTSCHE NETZDG IST EIN WICHTIGER SCHRITT IN DIE RICHTIGE RICHTUNG

Die Entscheidung der Bundesregierung den Kampf gegen Hassreden und Aufstachelung zur Gewalt durch regulatorische Maßnahmen zu verschärfen, kam zu einer Zeit, als Länder auf der ganzen Welt erkannten, dass Selbstregulierung nicht funktioniert und stärkere gesetzliche Maßnahmen nötig sind.

Das NetzDG ist ein begrüßenswerter und wichtiger Schritt im Kampf gegen Extremismus und Hass. Die Bemühungen der Bundesregierung um mehr Transparenz und Verantwortung müssen gelobt werden und sind ein positives Beispiel für andere europäische Länder.

TERRORISTISCHER CONTENT GEDEIHT WEITERHIN ONLINE

In den jüngsten Berichten gab YouTube an, auf Grundlage von 214.827 Beschwerden nach dem NetzDG 58.297 Inhalte entfernt zu haben, während es bei Facebook lediglich 1704 gemeldete Inhalte waren, von denen 362 gelöscht oder gesperrt wurden.

Diese Angaben erklären jedoch nicht, warum extremistisches und terroristisches Material auf den Plattformen verbleibt. Untersuchungen des Counter Extremism Project (CEP) zeigen zum Beispiel, dass dieser gefährliche Content nach wie vor in hoher Anzahl auf Facebook verbreitet wird und von Nutzern mit nur wenigen Klicks aufgerufen werden kann (Zuckerberg’s 99% Myth Exposed). Gravierende Defizite von YouTube im Umgang mit extremistischen Inhalten der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) wurden kürzlich von CEP aufgedeckt. Zwischen dem 8. März und 8. Juni 2018 führte CEP zusammen mit Dr. Hany Farid, dem weltweit führenden Experten für digitale Forensik und Hashing, eine Studie durch, um besser zu verstehen, wie IS-Inhalte auf YouTube hochgeladen werden, wie lange sie online bleiben und wie viele Aufrufe diese Videos erhalten. Hierfür führte CEP eine begrenzte Suche nach einem kleinen Set von nur 229 zuvor identifizierten IS-Videos durch. Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass obwohl die meisten der identifizierten Videos relativ schnell entfernt werden, sie trotzdem tausende Mal angesehen werden. Darüber hinaus werden bekannte IS-Videos wieder und wieder neu hochgeladen.

Vom 8. März bis 8. Juni 2018 führte das Counter Extremism Project (CEP) eine Studie durch, um besser zu verstehen, wie IS-Inhalte auf YouTube hochgeladen werden, wie lange sie online bleiben und wie viele Aufrufe diese Videos erhalten. Um dies zu erreichen, führte CEP eine begrenzte Suche nach einem kleinen Satz von nur 229 zuvor identifizierten IS-Videos durch. Diese terroristischen Videos stellen nur einen Bruchteil des auf der Plattform verfügbaren extremistischen Materials dar. http://ots.de/FK31Zn

SCHLUSSFOLGERUNG

„Die von YouTube vorgelegten Zahlen zeigen, dass das NetzDG, durch die Förderung von Transparenz und Verantwortung, im Kampf gegen Online-Extremismus die richtigen Anreize liefern kann: In der ersten Jahreshälfte wurden auf Grundlage des NetzDG fast doppelt so viele terroristische oder verfassungswidrige Inhalte entfernt, wie auf Basis der Community-Richtlinien des Unternehmens (2168 zu 1157). Dies zeigt deutlich, dass gerade in Bezug auf extremistische Inhalte die aktuellen Moderationsmechanismen von YouTube unzureichend sind und das regulatorische Maßnahmen wie das NetzDG dringend benötigt werden,“ sagt David Ibsen, Executive Director des CEP.

Das Counter Extremism Project (CEP) ist eine überparteiliche, internationale Non-Profit-Organisation, die das Ziel verfolgt, der Bedrohung durch extremistische Ideologien entgegenzuwirken und demokratisch-pluralistische Akteure zu stärken. Geleitet wird die Organisation von einer renommierten internationalen Gruppe von ehemaligen Politikern und Diplomaten. CEP deckt finanzielle Netzwerke auf und übt Druck auf Internetfirmen und Social-Media-Plattformen aus, um so den Narrativen von Extremisten und ihren Rekrutierungstaktiken im Internet entgegen zu wirken.

Pressekontakt:

Counter Extremism Project (CEP)
Email: berlin@counterextremism.com
Web: www.counterextremism.com

Original-Content von: Counter Extremism Project, übermittelt durch news aktuell



Original Quelle Presseportal.de

Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011