Circus Krone holt Elefanten aus spanischer Altersresidenz zurück in die Manege – PETA appelliert mit


München / Stuttgart, 19. November 2019 – Ausgebeutet bis zum letzten Atemzug: PETA kritisiert die Entscheidung von Circus Krone, der die zwei verhaltensgestörten Elefantendamen Bara und Burma aus ihrer 2.400 Kilometer entfernten Altersresidenz zurück in die Münchner Manege holen möchte. Trotz körperlicher Gebrechen und psychischem Leid sollen die betagten Tiere weiter zu belastenden Auftritten gezwungen werden. Dabei bescheinigte bereits 2008 ein Gutachten des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW die mangelhafte Elefantenhaltung bei Circus Krone [1]. Im Frühjahr 2019 wurden alle Elefanten des Zirkusunternehmens im spanischen Tierpark „El Castillo de la Guardas“ untergebracht. In dem naturbelassenen Gehege haben sich die Tiere mittlerweile eingewöhnt. PETA fordert den Zirkus nun mit einer Onlinepetition auf, Bara und Burma ihren Ruhestand in Spanien zu gönnen.
 
„Es ist unfassbar herzlos, die ohnehin bereits verhaltensgestörten und gebrechlichen Elefantendamen nach München zurückzuholen, um sie aus rein wirtschaftlichen Gründen im Winterprogramm erneut aufzutreten zu lassen.“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für die Tiere in der Unterhaltungsindustrie bei PETA. „Zirkusdirektorin Jana-Mandana Lacey-Krone sollte Bara und Burma die Strapazen des Langstreckentransports und weitere Auftritte in der Manege ersparen.“

Hintergrundinformationen
Die Elefanten bei Circus Krone werden in der Regel bis zu ihrem Lebensende rücksichtslos zu Unterhaltungszwecken ausgebeutet. 2012 starben bei Circus Krone gleich zwei Elefanten kurz nacheinander: Elefantenbulle Colonel Joe und Elefantendame Sandrin waren laut Gutachten schon seit Jahren krank, doch statt die Tiere in ein stationäres Gehege zu übergeben, wurden sie bis zuletzt mit auf Tour genommen. Eine weitere Elefantendame starb 2017 kurz nach Ende der Sommer-Tournee, vermutlich an Herzversagen [3].
Videos auf PETA.de/CircusKrone zeigen nicht nur die Verhaltensstörungen der Elefanten sowie einiger Pferde und Löwen, sondern geben auch Einblick in den gewaltvollen Umgang mit vielen Tieren. Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter stellten bei Circus Krone in den vergangenen Jahren wiederholt gravierende Missstände in der Tierhaltung fest. Mehrere Gutachten kritisierten, dass die Elefanten durch Ankettung und mangelhaften Auslauf zu wenig Bewegung haben und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere fehlten. Zudem leiden alle Elefanten des Zirkusunternehmens an teils gravierenden Stereotypien, die Ausdruck von seelischem Leid sind [1, 2].
 
Zirkus ist kein Spaß für Tiere
Experten zufolge funktioniert die Dressur von Elefanten nur mit Gewalt und Zwang. Der Bundesrat begründete 2016 in seiner Entschließung, warum insbesondere Elefanten erheblich im Zirkus leiden. Einer repräsentativen Forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten außerdem 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich auch die Bundestierärztekammer und die Agrarminister der Länder für ein Verbot aus. Letztere haben erst kürzlich ihre Forderung an die Bundesregierung nach einer Regelung bekräftigt. In 26 europäischen Ländern, beispielsweise Belgien, Österreich und den Niederlanden, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
[1] Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) (2008): Gutachten zur Tierhaltung im Circus Krone. Grundlage sind Kontrollen in der Zeit vom 27.09. – 08.10.2008 von insgesamt sechs Vertretern aus verschiedenen Veterinärämtern, der LANUV NRW, einer Fachtierärztin für Zoo-, Wild- und Gehegetiere sowie einem Fachmann der Fa. Interzoo
[2] European Elephant Group (2011): Quantitative und qualitative Erhebung zur Situation der Elefanten in deutschen Zirkussen. Haltungsfachliches Gutachten auf Anforderung der Landestierschutzbeauftragten des Landes Hessen. Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV).
[3] tz (2017): Herztod! Circus Krone trauert um Elefanten-Dame Delhi. 04.12.2017. https://www.tz.de/muenchen/stadt/ludwigsvorstadt-isarvorstadt-ort43328/herztod-circus-krone-trauert-um-elefanten-dame-delhi-9421698.html; zuletzt aufgerufen am 13.11.2019
 
Weitere Informationen
PETA.de/Circus-Krone-Petition
PETA.de/CircusKrone
PETA.de/Circus-Krone-Elefanten
 
Pressekontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]



Quelle : PETA.de
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