Corona-Pandemie PETA gibt Tipps – was Tierhalter jetzt wissen müssen – Infektionsrisiko – Ausgangssperre – Tierarztbesuche u. a. Faktoren

Covid  Work From Home Quarantine
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Tierrechtsorganisation appelliert an Bevölkerung, Versorgung tierischer Mitbewohner frühzeitig zu regeln
 

Stuttgart, 19. März 2020 – Die Corona-Pandemie hat die Welt fest im Griff. Krankheitsfälle, angeordnete Quarantäne, Hamsterkäufe und eine drohende Ausgangssperre stellen Tierhalter vor Fragen und Probleme. Können sich Tiere mit Corona infizieren? Was passiert während der möglichen Ausgangssperre mit meinem Hund? Wer kümmert sich im Krankheitsfall um meine Katze? Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA, hat einige hilfreiche Informationen zusammengestellt.

„Wie grundsätzlich während der Corona-Pandemie gilt auch in Bezug auf tierische Mitbewohner: Frühzeitig planen und Ruhe bewahren“, so Jana Hoger. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen oder umgekehrt. Jeder Tierhalter sollte einen kleinen Vorrat an Tiernahrung anlegen und die Versorgung von Hund, Katze oder Kaninchen im Quarantäne- oder Krankheitsfall vorsorglich regeln.“

Infektionsrisiko: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt in ihren FAQ: „(…) Es gibt keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Katzen und Hunde infiziert wurden oder das Virus verbreiten könnten, das COVID-19 verursacht.“ [1] Bei Hunden und Katzen werden seit Jahren schon andere Coronaviren-Stämme nachgewiesen, die jedoch nicht auf den Menschen übertragbar sind.

Mögliche Ausgangssperre: Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat Frankreich am Dienstagmittag eine zunächst 14-tägige Ausgangssperre verhängt. Auch Deutschland könnte bald nachziehen. Die Bürger dürfen dann ihre Wohnungen nur noch aus zwingenden Gründen verlassen. Ausnahme u.a.: Das Gassigehen mit Hunden, solange die übrigen Sicherheitsvorkehrungen (z.B. zwei Meter Abstand zu anderen Menschen halten) eingehalten werden. Es ist davon auszugehen, dass die Regelung in Deutschland ähnlich lauten wird. Wichtig ist, dass Hundehalter ihre Vierbeiner in jedem Fall ausreichend auslasten und beschäftigen. Dies kann in der Wohnung auch über gemeinsame Beschäftigungsspiele wie Futtersuche oder Nasenarbeit funktionieren. So wird die Bindung zwischen Hund und Halter gestärkt und etwas Aufmunterung in die „ruhigen“ Tage gebracht.
 
Quarantäne- oder Krankheitsfall: Jeder Tierhalter sollte für den möglichen Quarantäne- oder Krankheitsfall vorsorgen und die Betreuung der tierischen Mitbewohner regeln. Können Nachbarn die Tiere versorgen oder mit dem Hund Gassi gehen? Vielmals finden sich auch in lokalen Netzwerken oder auf sozialen Plattformen Gassigeher oder Menschen, die in Notsituationen ihre Hilfe anbieten und vielleicht sogar in der Nachbarschaft wohnen. Keinesfalls dürfen tierische Mitbewohner allein in der Wohnung zurückgelassen oder gar ausgesetzt werden. Die Abgabe der Vierbeiner an Freunde, Bekannte oder beispielsweise in eine Tierpension sollte nur im Notfall erfolgen, denn grundsätzlich gilt für alle tierischen Mitbewohner, dass ein Orts- oder Personenwechsel oftmals großen Stress für sie bedeutet. Einige Vierbeiner benötigen Wochen oder Monate, um sich mit der neuen Situation zu arrangieren.

Tiernahrung: Derzeit sind Futterläden und Zoohandlungen weiter geöffnet, somit ist die Versorgung der tierischen Mitbewohner vorerst sichergestellt. Um im Notfall vorbereitet zu sein, sollte jeder Tierhalter allerdings etwa eine Zwei-Wochen-Ration an Tierfutter bereithalten.
 
Tierarztbesuche: Es ist ratsam, sich vor einem Tierarztbesuch telefonisch über das aktuelle Vorgehen in der Praxis zu informieren. Viele Tierarztpraxen bieten ihren Kunden an, Termine zu vereinbaren, um sicherzustellen, dass in der Praxis kein großes Menschenaufkommen stattfindet. Andere führen nur noch Notfallbehandlungen durch oder nehmen Tiere nur allein in die Praxisräume, während die Halter vor der Tür warten, um das Ansteckungspotential zu vermindern. Halter chronisch kranker Tiere sollten eine Zwei-Wochen-Ration notwendiger Medikamente im Haus haben bzw. diese mit entsprechendem Vorlauf beim Tierarzt besorgen.
 
Heimatlose Tiere: Von den Konsequenzen der Corona-Pandemie betroffen sind auch heimatlose Tiere, wie z.B. heimatlose Katzen, die auf Futterspenden angewiesen sind, um zu überleben. Es ist hilfreich, Futterrationen zu deponieren oder Futterautomaten anzubringen und zu befüllen. Futterautomaten lassen sich in Zoohandlungen oder im Internet kaufen. Bei dieser Lösung kann für eine längere Zeit Nahrung portioniert abgegeben werden. Besonders dann, wenn eine deutschlandweite Ausgangssperre verhängt wird, können Futterautomaten oder große Futterrationen für heimatlose Tiere lebensrettend sein.
 
Pferdeställe und Co.: Viele Pferdeställe haben bereits entsprechende Notfallpläne ausgearbeitet. Auch hier gilt, sich untereinander abzusprechen, um den Sicherheitsabstand wahren zu können.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Weltgesundheitsorganisation WHO: „Q&A on Coronaviruses“ online abrufbar unter: https://www.who.int/news-room/q-a-detail/q-a-coronaviruses, letzter Zugriff 19.03.2020

Quelle : PETA.de

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