Deutsche Bahn plant Schließung der Güterbahnhöfe im Mainhafen Wertheim und in TBB Nord

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PRESSEMITTEILUNG
Berlin/Main-Tauber-Kreis, 20.05.2016

Deutsche Bahn plant Schließung der Güterbahnhöfe im Mainhafen Wertheim und in Tauberbischofsheim Nord – Matthias Gastel MdB: „gefährliche Abwärtsspirale!“

 

Zwei Güterbahnhöfe im Main-Tauber-Kreis stehen auf der Streichliste der Deutschen Bahn (DB). Es handelt sich um die Standorte im Mainhafen Wertheim und in Tauberbischofsheim Nord. Damit würden der regionalen Güterlogistik die Zugänge zur Schiene endgültig, dies heißt auch perspektivisch, entzogen.

Die Schließung der zwei Güterverkehrsstellen im Main-Tauber-Kreis ist Teil des Konzernprogramms „Zukunft Bahn“ der Deutschen Bahn AG wie aus einer internen Liste der DB-Güterverkehrstochter DB Cargo AG hervorgeht, die dem Südwestrundfunk zugespielt worden war. Dem Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel (Grüne) bestätigte die Konzernleitung der Deutschen Bahn bereits zuvor schriftlich auf eine Anfrage, dass der Staatskonzern die Schließung von 26 Güterbahnhöfen in ganz Baden-Württemberg vorhabe. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Filderstadt, auch bahnpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, sieht die Schließungswelle als Ergebnis einer von Bundesverkehrsminister Dobrindt verschuldeten Schieflage im Wettbewerb zwischen Straße und Schiene. Während nach Angaben der Bundesnetzagentur seit 2010 die staatliche Abgabenlast für den LKW-Verkehr um mehr als 15,7 Prozent gesenkt worden ist, wurde sie im Schienenverkehr um 13,1 Prozent abgehoben. Zudem verweist Gastel auf die Angaben von Verladern, wonach die Deutsche Bahn in Vergangenheit nicht überall in der Lage war, ausreichend Waggons bereitzustellen. (siehe Anlagen)

Daher richtet sich Gastels Kritik an DB Cargo, vielmehr aber an die Bundesregierung: „Dass DB Cargo in der Vergangenheit offenbar nicht in der Lage war, ausreichend Güterwaggons in den Verladestellen bereitzustellen, ist ein alarmierendes Signal. Mit den Streichplänen droht der gesamte Schienengüterverkehr in eine gefährliche Abwärtsspirale zu geraten. Auch wenn nicht alle zur Schließung vorgesehenen Verladeeinrichtung aktuell genutzt werden, so drohen vielerorts Optionen für die Zukunft verloren zu gehen. In unseren Nachbarländern Österreich und Schweiz gewinnt die Schiene dagegen massiv Marktanteile im Güterverkehr hinzu. Noch mehr Lkws müssten auf die Straßen. Hier ist die Bundesregierung gefragt. Sie muss die Abgabenlast im Schienengüterverkehr deutlich senken. Mit dem derzeit in den Beratungen befindlichen Eisenbahnregulierungsgesetz würde die Chance dafür bestehen. Schwarz-Rot in Berlin muss diese Chance endlich ergreifen. Würden bundesweit alle 215 vorgesehenen Schließungen umgesetzt, müsste etwa jeder vierte Güterverladepunkt in Deutschland dicht machen.“

Sebastian Walter

Bundestagsbüro Matthias Gastel MdB

Matthias Gastel, MdB

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – Bahnpolitischer Sprecher