Die Badische Landesbühne in Wertheim : Komödie „Hase Hase“ – Interview

Szenenbild aus Hase Hase; Foto: Peter Empl

Familie und Zusammenhalt im Mittelpunkt der Komödie

 

BLB-Schauspieler Maximilian Wex spricht über „Hase Hase“

 

Die Badische Landesbühne (BLB) zeigt am Dienstag, 3. Mai, Coline Serreaus Komödie „Hase Hase“. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Aula Alte Steige. Vor der Vorstellung findet um 18.45 Uhr ein Theater-Talk statt: Schauspieler und weitere Mitarbeiter der Landesbühne berichten von ihrer Arbeit und stehen einem Moderator sowie dem Publikum Rede und Antwort.

Coline Serreaus Stück handelt von der Familie Hase, die eigentlich ein harmonisches Zusammenleben führt. Innerhalb weniger Tage gerät aber alles aus der Bahn: Vater Hase verliert seinen Arbeitsplatz, beide Töchter werfen ihre Lebensentwürfe über den Haufen und dann tritt auch noch der staatliche Ausnahmezustand ein. Die BLB sprachen mit Schauspieler Maximilian Wex, der mit der Rolle des „Hase Hase“ das jüngste Mitglied der Familie spielt.

Sie spielen in der Komödie „Hase Hase“ die Titelrolle. Wie kommt eine Rolle zu einem solch skurrilen Namen wie „Hase Hase“?

Das ist eine lustige Geschichte, die vor allem Mama Hase gerne erzählt. Hase wurde mit zwei Vorderzähnen geboren und sein Familienname ist Hase. Deshalb entscheidet seine Mutter, dass er Hase Hase heißen soll. Und was Mama Hase sagt, wird auch so gemacht.

Ebenso skurril klingt die Beschreibung des Stückes; zusammengefasst: Alles gerät aus den Fugen und mittendrin befindet sich Hase Hase, der eigentlich gar nicht zur Familie Hase gehört, sondern ein Außerirdischer ist. Was hat er bei den Menschen zu suchen?

Im Grunde ist er als eine Art Kundschafter auf die Erde geschickt worden, um die Menschheit zu beobachten und Bericht zu erstatten, ob es sich lohnt, den Menschen in einigen Dingen zu helfen oder nicht.

Hase Hase behandelt zum Teil sehr ernste Themen wie Terrorismus oder auch Armut. Kommt der Komödienliebhaber trotzdem auf seine Kosten?

Definitiv. Im Laufe der Geschichte stoßen immer mehr Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn zur Familie Hase, so dass es zu skurrilen und sehr chaotischen Szenen kommen wird.

Serreau schrieb das Stück in den 80er Jahren. Ist es für Sie heute noch aktuell? Warum?

Natürlich ist das Stück, das wir auf die Bühne bringen wollen, nicht mehr das Stück aus den 80er Jahren. Gerade die Definition von Terrorismus hat sich stark verschoben. Aber dass es Gruppen von Menschen gibt, die mit einer Regierung oder einem System unzufrieden sind und versuchen, auf eigene Faust etwas zu ändern, ist, glaube ich, aktueller denn je.

Eine Vielzahl an Themen wird im Stück behandelt. Was ist für Sie persönlich die zentrale Aussage des Stückes?

Ich denke, die zentrale Aussage ist, dass wir alle Menschen sind und sich die Menschheit als Ganzes ein bisschen zu wichtig nimmt. Außerdem ist es ein Stück über die Familie und Zusammenhalt: Zu Hause und mit Freunden ist es am schönsten.

Szenenbild v.l.: Andreas Schulz, Maximilian Wex, Katharina Heißenhuber; Foto: Peter Empl
Szenenbild v.l.: Andreas Schulz, Maximilian Wex, Katharina Heißenhuber; Foto: Peter Empl

Sie sind erst seit Beginn dieser Spielzeit an der BLB und Sie erwartet nach „Carlos Bueno“ in Die Grönholm-Methode bereits die zweite große Rolle, dieses Mal auf der Großen Bühne. Was ist an ihr die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung ist für mich, denke ich, den Außerirdischen nicht zu übertreiben. Immerhin lebt Hase bereits seit 16 Jahren auf der Erde und kennt die Gebräuche und Gewohnheiten der Menschen sehr gut. Trotzdem passt er nicht perfekt ins Bild der Familie, nicht nur äußerlich nicht, sondern auch in seinem Verhalten. Es sind eher die kleinen Blicke oder Gesten, die verraten, dass er manches von dem, was die Menschen tun, nicht versteht. Diese kleinen Dinge richtig zu setzen, ist nicht einfach.

Maximilian Wex, gebürtiger Niedersachse, erwarb sein Abitur 2008. Im Zeitraum von 2009 bis 2011 studierte er Geschichte an der Universität Leipzig und von 2011 bis 2015 Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Seit Beginn der Spielzeit 2015/16 ist er im Abendspielplan der Badischen Landesbühne.

Karten für die Vorstellung gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung Buchhandlung Buchheim, Telefon 09342/1320, E-Mail: buchheim.wertheim@t-online.de.

Stadtverwaltung Wertheim