Die Gesundheitsstadt Berlin stark machen im Umgang mit Betroffenen von häuslicher und sexualisierter Gewalt

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Schiff Spandau Berlin  - shimaneko / Pixabay
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Ulrike Gote, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, hat zur fünften Sitzung des Runden Tisches Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt (RTB) am Mittwoch, 18. Mai 2022, eingeladen. Im Rahmen der Sitzung soll die bisherige Arbeit des Runden Tisches ausgewertet und künftige Maßnahmen und Aufgaben beschlossen werden. Ziel des RTB ist es, in Berlin eine Hilfe- und Unterstützungsstruktur bei häuslicher und sexualisierter Gewalt zu etablieren, die sich an den Bedarfen betroffener Frauen und Kinder orientiert.

Häusliche Gewalt verursacht sowohl psychosomatische und psychische Beschwerden als auch körperliche Verletzungen. Etwa jede zweite von häuslicher Gewalt betroffene Person wird durch einen Angriff körperlich versehrt. Der Gesundheitsversorgung kommt vor diesem Hintergrund mit Blick auf Intervention, Prävention und Ersthilfe eine Schlüsselrolle zu. In der Realität bleiben jedoch Gewalterfahrungen als Ursache von Verletzungen und Beschwerden oft unerkannt und Unterstützungsangebote sind nicht ausreichend bekannt. In Aus- und Weiterbildungsgängen der Gesundheitsberufe ist die Thematik zudem kaum verankert. 2013 erschienene Leitlinien der Welt-gesundheitsorganisation (WHO) benennen unter anderem Standards der Erstversorgung nach häuslicher und sexualisierter Gewalt sowie wesentliche Inhalte für die Qualifizierung von Gesundheitsfachkräften. Der RTB wurde 2019 zur Umsetzung dieser Leitlinien eingerichtet.

Gesundheitssenatorin Ulrike Gote: „Der Berliner Runde Tisch zu Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt ist bundesweit einmalig und eine große Bereicherung für unsere Gesundheitsmetropole. Er trägt maßgeblich dazu bei, das Gesundheitssystem in Berlin mit Blick auf den Umgang mit Frauen und Kindern, die von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffen sind, zu stärken. Statistiken zeigen Jahr für Jahr, dass das leider immer noch notwendig und sehr wichtig ist.“

Gote weiter: „Die Erfahrungen des Runden Tisches zeigen: Die Integration und Verankerung dieser Thematik in Gesundheitseinrichtungen funktioniert. Voraussetzungen sind Kontinuität, Zeit und Ressourcen. Deshalb brauchen wir eine strukturelle Verankerung von Angeboten im Bereich Versorgung und Intervention. Und es bedarf einer Verankerung in den Lehr- und Prüfungsordnungen, um die neue Generation in den Gesundheitsberufen gezielt zu schulen.“

Der RTB hat unter anderem zum Ziel, Einrichtungen der Gesundheitsversorgung beim Aufbau gezielter Versorgungs- und Interventionsangebote und bei der Einrichtung von „Gewaltschutzteams“ in Kliniken unterstützend zu begleiten. Darüber hinaus soll die Sensibilität und Qualifizierung von Gesundheitsfachkräften und Auszubildenden für die Intervention und Ersthilfe verbessert werden. Vertreterinnen und Vertreter von 29 Organisationen, Institutionen und Netzwerken arbeiten in Fachgruppen an der Erfüllung dieser Ziele.

Ulrike Gote, Berlins Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, ist Vorsitzende des RTB. Die Geschäftsstelle ist bei S.I.G.N.A.L. e.V. – Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt angesiedelt. Seit 2010 wird die Koordinierungsstelle des Trägervereins durch die Senatsverwaltung für Gesundheit im Rahmen des Integrierten Gesundheits- und Pflegeprogramms (IGPP) finanziert. Eingebunden sind vor allem zentrale Organisationen des Berliner Gesundheitswesens, Vertreterinnen und Vertreter des psychosozialen Hilfesystems, der Polizei, der Gleichstellungspolitik sowie der Berlin School of Public Health.

Quelle : Berlin.de

Bilder: Titel Symbolbilder Berlin by Pixabay.com / Berlin.de

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