Die neue Art der Geselligkeit: Online Gaming boomt

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Die neue Art der Geselligkeit: Online Gaming boomt

Seit über einem Jahr leben wir in einer veränderten Welt: gesellige Abende mit Bekannten, Spieletreffen unter Kindern, Sportvereine für Jugendliche als sozialer Ausgleich – all dies war kaum möglich. Stattdessen suchten die Menschen Unterhaltung in den eigenen vier Wänden, und wenngleich Renovieren und Backen beliebte Ablenkungsmethode darstellten, war der Reiz der elektronischen Unterhaltung ungleich größer – in allen Altersklassen. Denn dank moderner Technologie kann man sich hier tatsächlich virtuell mit Gleichgesinnten treffen, sich unterhalten und beim gemeinsamen Spielen nicht nur Ablenkung, sondern auch geistiger Herausforderung finden. Online Gaming boomt, und wir werfen einen Blick auf die beliebtesten Games, neue Technologie und wie die Zukunft dieser Unterhaltungsbranche aussieht.

Hinsichtlich der Bandbreite von Video- und Computer-Games gibt es keine Grenzen, ganz gleich, wie man sich am liebsten elektronisch unterhält, findet man das entsprechende Angebot – in Browser-Games, mobilen Apps oder auf den bekannten Konsolen wie Playstation, Xbox oder Nintendo Switch. Während lange Zeit vor allem Kinder und Jugendliche als Zielgruppe galten, stieg im vergangenen Jahr auch der Anteil älterer Gamer an. Die Statistik weist nach, dass 2021 ganze 19 Prozent der 50- bis 59-Jährigen Videospiele nutzten, und sogar 10 Prozent der 60- bis 69-Jährigen, im Vergleich dazu 17 Prozent der 30- bis 39-Jährigen und nur 15 Prozent der 20- bis 29-Jährigen. Doch was genau spielen diese Altersgruppen am liebsten und welche Trends zeichnen sich ab?

Wer ein Neuling in Sachen Computer-Games ist, mag sich am wohlsten mit Spielen fühlen, die einem bereits bekannt sind. Heute lassen sich ganz einfach Klassiker wie UNO, Monopoly oder Mühle online Spielen, und das auch gemeinsam mit Freunden und Bekannten. Über mobile Apps und WLAN oder unterwegs auch über das Netzwerk, lässt es sich live miteinander spielen, ganz so als befände man sich gemeinsam an einem Tisch. Sogar für Stadt, Land, Fluss gibt es eine moderne Web-Alternative, zu der man sich mit anderen Nutzern verbreden oder gegen Fremde, die sich gerade online befinden, antreten kann. So lassen sich auch neue Bekanntschaften schließen, ganz bequem von daheim.

Immer beliebter werden in den vergangenen Jahren auch Casino-Spiele, bei denen zusätzlich natürlich der Reiz besteht, echtes Geld zu gewinnen und die Haushaltskasse aufzustocken – ohne dass man sich dazu in Schale werfen oder gar das Haus verlassen muss. Möglich ist dies dank schier unzähliger Anbieter im WWW, oder eben über den App-Store des Smartphones. Natürlich lässt es sich hier jederzeit gegen einen Computer zocken, darüber hinaus bieten viele Online-Casinos jedoch auch Live-Streams an, über die beispielsweise Pokerturniere mit echten Teilnehmern an einem virtuellen Tisch abgehalten werden. Daneben gibt es natürlich beliebte Slots-Maschinen, Black Jack oder Roulette Spiele, die ebenfalls allein oder gemeinsam gespielt werden können.


Online-Gambling wurde nicht erst im vergangenen Jahr in Deutschland populär, sondern machte bereits 2015 fast 55 Prozent des gesamten Bruttospielertrags aus – und das, obwohl es nach offizieller Gesetzeslage gar nicht legal war. Die Anbieter hatten ihre Server in Ländern wie Malta, Gibraltar oder Teilen Großbritanniens, wo Glückspiel im Internet zulässig war. Die deutschen Länderregierungen gerieten unter Zugzwang, zumal immer weniger Geld in die staatlichen Lotterien und lizenzierten Casinos floss. Zum 1. Juli 2021 tritt nun der neue Glückspielstaatsvertrag in Kraft, über den Casino-Anbieter Lizenzen für den deutschen Markt erwerben können – sofern sie sich strengen Regeln zum Jungendschutz und Schutzvor Spielsucht unterwerfen. Die monatlichen Einzahlsummen werden begrenzt sein, zudem müssen sich die Betreiber zum Anlegen von Spielerkonten verpflichten, die genauen Aufschluss über deren Spielverhalten geben. Trotz der zahlreichen Regelungen ist in Deutschland natürlich ein Boom zu erwarten, denn der Staat signalisiert mit seiner übergreifenden Regelung nun auch den letzten Skeptikern, dass Glückspiel im Internet nicht nur erlaubt, sondern auch sicher ist.

Weiterhin zuwachsender Beliebtheit erfreuen sich natürlich auch klassische First-Person-Shooter-Games und die sogenannten MMORPGs – kurz für Massive Multiplayer Online Role Playing Game – wo sich große Gruppen an Spielern zusammenfinden, um gemeinsam auf Missionen zu gehen, Abenteuer zu bestreiten oder das Weltall zu erkunden. Du den derzeit angesagten Games gehören nach wie vor Minecraft, Call of Duty: Warzone oder das absolut friedliche Spiel Animal Crossing: New Horizon, für alle diejenigen, die lieber nicht ballern. Fortnite: Battle Royale gehört ebenfalls zu den gigantischsten Gruppenspielen, und ist gleichzeitig für seine hochdotierten Online-Turniere bekannt, die sogar in den eSport Bereich fallen. Professionelle Spieler aus aller Welt treten hier gegeneinander an, während Sponsoren hohe Preisgelder zur Verfügung stellen.


Nicht nur das Angebot an Videospielen hat sich vergrößert, es ändert
sich zunehmend auch deren Ruf. Blickten Eltern in der Vergangenheit oft argwöhnisch auf die Spieleleidenschaft ihrer Kinder, wird nun deutlich, dass Games nicht nur kognitive Fähigkeiten und strategisches Denken verbessen, sondern eben auch soziale Interaktionen fördern – in einer neuen Realität, in der der direkte Kontakte mit Gleichaltrigen in der Schule oder bei Freizeitaktivitäten weitgehend ausblieben. Die meisten Spiele erlauben es sich über die Plattform zu verständigen, doch auch externe Kommunikations-Tools werden immer beliebter. Besonders angesagt ist in diesem Bereich beispielsweise Discord, ein Chat-App, die es erlaubt privat mit Freunden zu sprechen, während man ein First-Person-Shooter Game spielt. Discord drängt derzeit klassische Apps wie Skype und Teamspeak in den Hintergrund, da es über weitaus schlauere Funktionen verfügt – wie beispielsweise eben die Möglichkeit eines In-Game-Overlay für leichtere Kommunikation im Spiel oder der Option seinen eigenen Server zu erstellen, und das zu ganz geringem monatlichen Abo-Preis.

Online-Gaming bietet also mittlerweile alle wichtigen Komponenten echter sozialer Interaktionen, ohne dass sich die Spieler gemeinsam im Raum oder gar im gleichen Land befinden müssen. Von daheim aus findet man nicht nur Unterhaltung und Zeitvertreib, sondern kann sogar neue Freundschaften knüpfen.

.red / Luis Cunha

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