Ein durchgehendes Pferd, zwei Verletzte – PETA fordert Kutschenverbot


Ebensfeld / Stuttgart, 20. März 2019 – Vermeidbarer Unfall: Am Dienstagnachmittag sind bei einem Unfall mit einer Pferdekutsche im Ebensfelder Ortsteil Freiberg zwei Frauen verletzt worden. Laut Polizeibericht kippte die Kutsche in einer Kurve, woraufhin das Pferd scheute und das Gefährt vollends umkippte. Beim Sturz wurde die Kutschführerin vom Pferd am Kopf getroffen und mit der Kutsche etwa zehn Meter weitergeschleift. Sie musste mit Kopfverletzungen per Hubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Ihre Begleiterin fiel ebenfalls von der Kutsche und zog sich dadurch Prellungen und Verletzungen an Knie, Hüfte und Ellenbogen zu. PETA appelliert angesichts dieses Vorfalls an Landrat Christian Meißner, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Lichtenfels zu prüfen. Die Tierschutzorganisation warnt seit vielen Jahren vor den Risiken bei der Nutzung von Pferden vor Kutschen.
 
„Dieser Vorfall zeigt erneut, dass die Risiken bei Kutschfahrten unkontrollierbar sind. Pferde sind Fluchttiere und können selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist ein Verbot von Pferdekutschen.“
 
PETA veröffentlichte Anfang 2019 erneut eine Pferdekutschen-Unfallchronik und warnt eindringlich vor solchen Fahrten: 2018 wurden bei insgesamt 33 Unfällen in Deutschland zehn Menschen getötet und 62 verletzt – viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben im vergangenen Jahr vier Pferde, vier weitere Tiere verletzten sich. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde.
 
Die Tierschutzorganisation weist darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind.  Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten. Die Tierschutzorganisation setzt sich auch aus Tierschutzgründen für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Eine tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt. Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.
 

Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tier. / © 112-magazin.de
 
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Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Pferdekutschen
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Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, LisaKi@peta.de



Quelle : PETA.de

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