Ein Jahr neuer Jugendschutz in TV und Internet – und nun?

tvjoern / Pixabay


München/Köln/Berlin (ots) – Vor einem Jahr trat der überarbeitete Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) in Kraft – mit verschiedenen Verbesserungen für Fernsehzuschauer und Internetnutzer, allen voran für Familien. Der Weg ist der richtige, so der Arbeitskreis Jugendschutz, nun müsse man ihn weitergehen.

Die Novellierung des JMStV im Oktober 2016 hat zur Reform zahlreicher Regelungen im TV und im Internet geführt. Der Arbeitskreis Jugendschutz, ein Zusammenschluss von über 50 Jugendschutzbeauftragten und -redakteuren der privaten Rundfunk- und Digitalanbieter in Deutschland, zieht eine erste, positive Bilanz. Gleichzeitig ist dies nur der erste Schritt für eine Weiterentwicklung des aktuellen Jugendschutzsystems.

“Das deutsche Jugendschutzsystem ist nicht immer für jeden klar verständlich, nun herrscht etwas mehr Transparenz”, so Sanela Vranjes, Jugendschutzbeauftragte des Senders kabel eins und Vorsitzende des AK Jugendschutz. Sie hebt zwei Veränderungen hervor: Zum ersten wurde die Stellung der Jugendschutzbeauftragten als direkte Ansprechpartner für Fernsehzuschauer und Internetnutzer gestärkt. Besorgte wie interessierte Eltern können diese Möglichkeit nutzen, wenn sie Fragen zu Inhalten haben. “Dieser Dialog unterstützt das gemeinsame Ziel: den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Inhalten, die sie in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten beeinträchtigen könnten,” so Sanela Vranjes.

Eine zweite große Veränderung betrifft Werbung für TV-Inhalte mit einer Altersfreigabe ab 16 oder 18 Jahren. Mittlerweile können Trailer dazu auch tagsüber mit bewegten Bildern im Fernsehen ausgestrahlt werden, sofern sie nicht ängstigend, gewaltbefürwortend, oder sozialethisch desorientierend für jüngere Kinder sind. Zuvor konnten Zuschauer hier nur “Standbildtrailer” sehen, ähnlich einer Diashow. Somit wurde die Regelung, die bereits seit langem für die Bewerbung von Kinofilmen Anwendung findet, auch für den Bereich des Fernsehens angepasst. Mit dem neuen JMStV ist an dieser Stelle eine begrüßenswerte Konvergenz gelungen, die den Fokus stärker auf die inhaltliche Beurteilung legt. “Den Jugendschutzbeauftragten der privaten Sender kommt an dieser Stelle eine besondere Bedeutung und Verantwortung zu, denn sie prüfen jedes Jahr tausende von Programmankündigungen und geben diese für die entsprechende Sendezeit frei”, erläutert Joachim Moczall, Jugendschutzbeauftragter des Senders RTL.

In die Bilanz des Arbeitskreises Jugendschutz fällt auch die Forderung nach einer Weiterentwicklung der bestehenden Gesetzeslage. Nach wie vor sind manche Regulierungen im TV für viele Eltern kaum verständlich und in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung ohnehin nicht länger passend. Eine rechtlich verbindliche Freigabe muss künftig für alle Verbreitungswege gelten, gleich ob TV, DVD oder Internet. Das Ziel ist, jedes Programm nur einmal zu prüfen. Diese Diskussion müsse aber, so der AK Jugendschutz abschließend, auf gesamtgesellschaftlicher Ebene geführt werden und alle relevanten Akteure in Deutschland einbeziehen.

Über den Arbeitskreis Jugendschutz

Der Arbeitskreis Jugendschutz (AK Jugendschutz) ist ein Zusammenschluss von Jugendschutz-beauftragten verschiedener privater Rundfunk- und Digitalanbieter in Deutschland. Dazu gehören unter anderem die Mediengruppe RTL, ProSiebenSat.1 TV Deutschland, Sky Deutschland und Discovery Communications Deutschland. Die Jugendschützer treffen sich regelmäßig zum fachlichen Austausch, um aktuelle Entwicklungen im gesetzlichen Jugendschutz und der Medienwirkungsforschung sowie Trends der Fernseh- und Internetwelt zu diskutieren.

Pressekontakt:

Für Rückfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die
Vorsitzende des AK Jugendschutz, Frau Sanela Vranjes unter
sanela.vranjes@prosiebensat1.com.

Original-Content von: Arbeitskreis Jugendschutz, übermittelt durch news aktuell



Original Quelle Presseportal.de

Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011