Elefantenquälerei geht in Belgien weiter / PETA übt scharfe Kritik an Abgabe von Elefa


Hannover / Stuttgart, 12. September 2018 – Nach der Empörung am gewaltvollen Umgang mit den Elefanten will der Zoo Hannover das Gehege umbauen und endlich auf den „Geschützten Kontakt“ umstellen. Um Platz dafür zu machen, soll eine fünfköpfige Familiengruppe der Asiatischen Elefanten an den belgischen Zoo Pairi Daiza abgeschoben werden. PETA begrüßt, dass der Bestand im Zoo Hannover verringert wird, kritisiert jedoch scharf, dass die Elefantenfamilie durch den Umzug weiter im „Direkten Kontakt“ misshandelt werden wird. Für Showvorstellungen und tägliches Reiten dressiert der Tierpark nahe Brüssel die Elefanten mit dem Elefantenhaken, einem Stock mit spitzem Metallhaken, der in die empfindliche Haut der Rüsseltiere gerammt wird. Die Tierrechtsorganisation fordert vor diesem Hintergrund ein Zucht- und Importverbot für Elefanten in zoologischen Einrichtungen.
 
„Elefantenkuh Sayang und ihre Familie kommen vom Regen in die Traufe, wenn der Zoo Hannover sie nach Belgien abschiebt. Dort werden sie ähnliche Gewalt erfahren und mit dem Elefantenhaken für sinnlose Events wie Elefantenreiten malträtiert“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.
 

Schwere Misshandlungen mehrfach bestätigt – Hintergrundinformationen

 
Im Frühjahr 2017 von PETA veröffentlichte Aufnahmen zeigen, wie Elefantenbabys im Zoo Hannover – verborgen von den Blicken der Besucher – immer wieder mit dem Elefantenhakengequält werden. Für Elefanten ist dies sehr schmerzhaft; sie können sogar Insektenstiche spüren. Hinzu kommt der psychische Stress durch die gewaltsame Unterwerfung im „Direkten Kontakt“. Im Zuge des von PETA initiierten Ermitttlungsverfahrens wurden mehrere Gutachter hinzugezogen. Der Gutachter Dr. Behlert, Zootierarzt und ehemaliger Elefantenkurator im Kölner Zoo, kam zu dem Schluss, dass den Elefanten physische und psychologische Schäden zugefügt wurden und „eindeutige und schwerwiegende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorliegen“. Obwohl weitere Gutachten die schweren Misshandlungen bestätigten, stellte die Staatsanwaltschaft Hannover das Verfahren jedoch ein, da lediglich die Beurteilung von Dr. Stephan Hering-Hagenbeck berücksichtigt wurde. Der ehemalige Direktor des Hamburger Tierparks Hagenbeck befürwortet die Haltungsform des „Direkten Kontakts“ und zweifelte das Ausmaß der Leiden an. Allerdings bestätigte sogar er den übertriebenen und unangemessenen Einsatz des Elefantenhakens in einigen Videosequenzen.
 
Der amerikanische Zooverband AZA hat seine Mitgliedzoos bereits 2012 mit Wirkung ab 2014 verpflichtet, auf den „Geschützten Kontakt“ umzusteigen, bei dem sich zum gegenseitigen Schutz ein Gitter zwischen Tier und Wärter befindet. In Kalifornien ist der Einsatz des Elefantenhakens in Zirkussen und Zoos seit 2018 gänzlich verboten.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht da, um uns zu unterhalten. Die Tierrechtsorganisation spricht sich grundsätzlich gegen die Elefantenhaltung in Zoos aus. In der Natur leben Elefanten in stabilen Sozialverbänden, wandern täglich viele Kilometer und erleben eine Vielzahl von Umweltreizen. Viele Elefanten in Zoos leiden unter schweren Verhaltensstörungen. Das unnatürlich lange Stehen verursacht Fuß- und Gelenkerkrankungen; Stress und Fettleibigkeit sind die Hauptgründe dafür, dass Elefanten Studien zufolge im Zoo durchschnittlich deutlich früher sterben als ihre Artgenossen in freier Natur. Im Zoo geborene Elefanten werden nicht ausgewildert. Vielmehr importieren Zoos auch heute noch sogenannte Wildfänge und tragen so zu ihrem Aussterben in der Natur bei. PETA fordert ein Nachzucht- und Importverbot für Elefanten in Zoos, damit die Haltungen mittelfristig auslaufen, und bittet alle Menschen, keine derartigen Einrichtungen zu besuchen.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Zoo-Hannover
PETA.de/Elefanten-in-Zoos
 
Kontakt: 
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Quelle : PETA.de

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