Erneut Gorillababy im Frankfurter Zoo gestorben: PETA übt scharfe Kritik an Menschenaffenhaltung

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Erneut Gorillababy im Frankfurter Zoo gestorben: PETA übt scharfe Kritik an Menschenaffenhaltung

Serie von Todesfällen geht weiter
Frankfurt / Stuttgart, 17. September 2015 – Nachdem im Juli ein Gorillababy im Frankfurter Zoo plötzlich verstarb, wurde heute erneut der Tod eines Neugeborenen vermeldet. Zwei Tage nach der Geburt ist eines der beiden Zwillingbabys von Gorillamutter Dian gestorben – die Todesursache steht noch nicht fest. PETA Deutschland e.V. übt nun wiederholt scharfe Kritik an der Haltung von Menschenaffen, den nächsten Verwandten des Menschen, in Gefangenschaft. In deutschen Zoos sind seit Anfang letzten Jahres mindestens sieben junge Menschenaffen gestorben. Die Todesursachen sind bei den meisten Tiere Infektionen, die auf die mangelhaften und unnatürlichen Haltungsbedingungen zurückzuführen sind. Diese Krankheiten werden dabei vor allem durch eine schlechte Belüftung in den kleinen, bunkerähnlichen Innengehegen begünstigt oder durch den Kontakt zu Menschen ausgelöst. PETA fordert zum Schutz der Tiere ein Import- und Nachzuchtverbot für Menschenaffen in Gefangenschaft, um so die Haltung mittelfristig auslaufen zu lassen.

„Die Haltung von Menschenaffen in Gefangenschaft ist ein Verbrechen. Während Gerichte in den USA und Argentinien den nächsten Verwandten des Menschen schon gewisse Grundrechte zugesprochen haben, werden die sensiblen Tiere in Deutschland allein zur Belustigung der Zoobesucher in enge, karge Gehege gesperrt“, so Wildtierexperte Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland e.V. „Auch das Argument des Artenschutzes zählt nicht: Es ist nicht möglich, im Zoo geborene Menschenaffen erfolgreich auszuwildern.“

Im Stuttgarter Zoo Wilhelma verstarben 2014 und Anfang 2015 zwei junge Bonobos an Infektionskrankheiten, deren Auslöser auf Mängel in der Lüftungsanlage zurückzuführen sein sollen. Ende 2014 kam Orang-Utan-Baby Olivia im Zoo München durch ein Schädeltrauma ums Leben. Im Juni desselben Jahres starb der sechs Monate alte Gorillajunge Jengo im Zoo Leipzig. Im Mai 2014 starb ein Gorillababy im Frankfurter Zoo an einer Durchfallerkrankung, 2012 das Schimpansenbaby Nayla im Zoo Osnabrück. Anfang 2011 erlag das ein Jahr alte Orang Utan Mädchen Masaja einer Erkrankung, 2010 starb Gorillababy Juma im Stuttgarter Zoo an einer Lungenentzündung, 2009 verstarb Schimpansenbaby George im Krefelder Zoo.

Gorillas, Schimpansen und Orang Utans sind dem Menschen derart ähnlich, dass sie, renommierten Primatologen wie Professor Dr. Volker Sommer zufolge, die Ausweglosigkeit ihrer Situation in Gefangenschaft erkennen. Dabei können die intelligenten Tiere laut Sommer durchaus Zustände wie Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit erleben [1].

PETA weist darauf hin, dass die Haltungsbedingungen selbst in einem größeren Zoo nicht mit den Bedingungen der natürlichen Lebensräume von Menschenaffen vergleichbar sind. Flachlandgorillas sind in den tropischen Wäldern Zentralafrikas beheimatet. Dort bewohnt eine Gruppe ein Areal von bis zu 30 Quadratkilometern. Einer wissenschaftlichen Studie von 2011 zufolge führt die Gefangenschaft bei Schimpansen grundsätzlich zu Verhaltensstörungen [2].

[1] Goldner, Colin (2014): Lebenslänglich hinter Gittern. Alibri Verlag, Aschaffenburg. (S. 218)
[2] Birkett LP, Newton-Fisher NE (2011): How Abnormal Is the Behaviour of Captive, Zoo-Living Chimpanzees? PLoS ONE 6(6): e20101. doi:10.1371/journal.pone.0020101

 

Weitere Informationen:
PETA.de/ZooIrrtuemer
PETA.de/Zoo