erneute Protestaktion anlässlich des Gastspiels von Circus Belly in Hannover


Hannover / Stuttgart, 31. Oktober 2018 – Ein besseres Leben für Robby? Circus Belly gastiert derzeit in Hannover. Es ist der letzte Gastspielort, bevor das Oberverwaltungsgericht Lüneburg am 8. November über das Schicksal von Robby, dem letzten Menschenaffen in einem deutschen Zirkus, entscheidet. Gegen den Beschluss, dass der laut Gutachter etwa 42 Jahre alte Schimpanse seinen Lebensabend mit Artgenossen verbringen darf, hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg Berufung zugelassen – obwohl unter anderem mehrere Gutachter und Primatologen den Umzug in eine Schimpansenauffangstation befürworteten. Angesichts des bevorstehenden Gerichtstermins in Lüneburg demonstriert das örtliche PETA-ZWEI-Streetteam am 3. November ab 14:45 Uhr in der Nähe des Zirkuseingangs auf dem Festplatz in Hannover-Döhren. Mit Plakaten und Flyern machen die Aktivisten auf Robbys jahrzehntelanges trostloses Leben in Gefangenschaft aufmerksam. PETA fordert den Zirkusdirektor auf, mit der Auffangstation AAP in den Niederlanden Kontakt aufzunehmen und Robbys Umzug zu besprechen.
 
„Circus Belly schürt Ängste, dass Robby in einer Auffangstation ums Leben kommen könnte, hat aber keine Bedenken, den ‚Affen-Opa‘ weiterhin im winzigen Käfigwagen durch Deutschland zu karren“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Jahrzehntelang haben die Behörden vor Robbys Leid im Zirkus die Augen verschlossen. Wir hoffen, dass das OVG Lüneburg durchgreift und ihn nun endlich zu seinen Artgenossen umziehen lässt.“
 
Dem vorgeschobenen Argument, dass der Transport und die neue Lebenssituation unter Artgenossen lebensgefährlich für Robby sein könnten, widerspricht PETA: Die Erfolgsgeschichten von Animal Advocacy and Protection (AAP) und anderen Auffangstationen zeigen, dass auch Schimpansen, die jahrzehntelang in Isolation gelebt haben, von einem Umzug in eine Auffangstation und dem sozialen Kontakt zu Artgenossen enorm profitieren. Seit über 30 Jahren ist AAP auf die Rettung von Schimpansen aus schlechten Verhältnissen spezialisiert und hat bereits zahlreiche Tiere aus Zirkusbetrieben in Sozialgruppen integriert.
 
Im April 2017 beschloss das Verwaltungsgericht Lüneburg, dass Robby umziehen darf. Der vom Gericht bestellte Gutachter attestierte gute Chancen für eine erfolgreiche Eingliederung. Im Januar dieses Jahres ließ das Oberverwaltungsgericht Lüneburg aufgrund der Bedenken bezüglich der Resozialisierung des Affen Berufung zu. Dabei fristet Robby sein Dasein seit Jahren unter Bedingungen, die eklatant gegen behördliche Richtlinien verstoßen und immenses Tierleid bedeuten. Die Haltungsbedingungen bei Circus Belly liegen weit unter den Mindestanforderungen des Bundesagrarministeriums für eine artgerechte Schimpansenhaltung. Demnach müsste das Gehege mindestens 400 Quadratmeter groß und reich strukturiert sein [1]. Bei Circus Belly wird der Menschenaffe die meiste Zeit in einem umgebauten Lkw-Anhänger gehalten. Selbst wenn sämtliche Gittergehege aufgebaut sind und die Temperaturen den Zugang dazu erlauben, stehen Robby nur rund 60 Quadratmeter zur Verfügung. Ausreichende Kletter-, Beschäftigungs- und Versteckmöglichkeiten gibt es nicht.
 
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht da sind, um uns zu unterhalten. Die Tierrechtsorganisation und die renommierte niederländische Auffangstation AAP setzen sich seit 2011 für Robbys Rettung ein. Auch die weltbekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall empfahl 2015, ihn in einer anerkannten Auffangstation unterzubringen. In der Natur leben Schimpansen in Gruppen mit einer komplexen Sozialstruktur und mehreren Dutzend Tieren. Renommierten Experten zufolge sind Menschen keine adäquaten Sozialpartner für einen Menschenaffen. Ihr natürlicher Lebensraum erstreckt sich in Waldgebieten Afrikas auf bis zu 50 Quadratkilometer, in Savannen sind es sogar weitaus mehr.
 
Das PETA-ZWEI-Streetteam Hannover ist ein Verbund freiwilliger Aktivisten, die sich für die Ziele der Jugendkampagne PETA ZWEI der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. einsetzen.
 
WANN & WO:
Datum: Samstag, 3. November 2018
Uhrzeit: 14:45–16:00 Uhr
Ort: In der Nähe des Eingangs auf dem Festplatz Schützenallee, 30519 Hannover-Döhren
Kontakt vor Ort: Gabriele Schlottig (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)
 
[1] BMEL (2014): „Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren“. Online unter www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Tierschutz/GutachtenLeitlinien/HaltungSaeugetiere.pdf?__blob=publicationFile.
 

Leben unter tierquälerischen Bedingungen: Schimpanse Robby bei Circus Belly / © PETA Deutschland e.V.
 
Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Robby
PETA.de/RettetRobby
PETA.de/Chronik-Zirkus-Belly
 
Kontakt:
Katharina Wicke, +49 711 860591-535, KatharinaW@peta.de



Quelle : PETA.de

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