Erwerbstätigkeit im 3. Quartal 2019: Höchster Stand seit der Wiedervereinigung

 


Pressemitteilung Nr. 442 vom 18. November 2019

WIESBADEN – Im 3. Quartal 2019 erreichte die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland mit 45,4 Millionen ihren höchsten Stand nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg die Erwerbstätigenzahl infolge der bereits einsetzenden Herbstbelebung am Arbeitsmarkt im Vergleich zum 3. Quartal 2018 um 356 000 Personen oder 0,8 %. Obwohl sich der Beschäftigungszuwachs weiter fortsetzte, schwächte sich seine Dynamik im Laufe des Jahres 2019 ab. Die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahreszeitraum hatte im 1. Quartal 2019 noch 1,1 % und im 2. Quartal 2019 dann 1,0 % betragen.  

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Gegenüber dem 2. Quartal 2019 erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen um 151 000 Personen (+0,3 %) und entwickelte sich somit schwächer als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre in einem 3. Quartal (+255 000 Personen). Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, nahm die Erwerbstätigkeit im 3. Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal noch um 37 000 Personen (+0,1 %) zu. 

Stabiler Anstieg der Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 

Immer mehr Menschen nehmen eine abhängige Tätigkeit auf. Die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhöhte sich im 3. Quartal 2019 im Vergleich zum 3. Quartal 2018 um 427 000 (+1,0 %) auf 41,22 Millionen Personen. Diese Entwicklung basiert auf einer anhaltend steigenden Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Rückläufig entwickelte sich hingegen die Anzahl der Beschäftigten mit ausschließlich marginalen Tätigkeiten (geringfügig entlohnte und kurzfristig Beschäftigte sowie Personen in Arbeitsgelegenheiten). Auch der Rückgang von selbstständiger Tätigkeit setzte sich fort: Im 3. Quartal 2019 sank die Zahl der Selbstständigen einschließlich der mithelfenden Familienangehörigen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 71 000 Personen (-1,7 %) auf 4,15 Millionen. 

Dienstleistungen erneut mit höchsten Zuwächsen 

Zum Anstieg der Gesamterwerbstätigenzahl gegenüber dem Vorjahresquartal trugen im 3. Quartal 2019 wie bereits in den Vorquartalen überwiegend die Dienstleistungsbereiche bei. Die größten absoluten Beschäftigungsgewinne hatten die Öffentlichen Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit +201 000 Personen (+1,8 %), gefolgt vom Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit +54 000 Personen (+0,5 %) sowie dem Bereich Information und Kommunikation mit +49 000 Personen (+3,7 %). Dagegen setzte sich der Abwärtstrend bei den Unternehmensdienstleistern, zu denen auch die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften gehört, weiter fort (-38 000 Personen; -0,6 %). Auch bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern sank die Zahl der Erwerbstätigen erneut (-10 000 Personen; -0,9 %). Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) stieg die Zahl der Erwerbstätigen im 3. Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahr um 36 000 Personen (+0,4 %) und im Baugewerbe um 35 000 Personen (+1,4 %). Dagegen sank in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei die Zahl der Erwerbstätigen um 12 000 Personen (-1,9 %). 

Arbeitsvolumen steigt um 0,9 % 

Die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen erhöhte sich nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im 3. Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,1 % auf 353,9 Stunden. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also das Produkt aus Erwerbstätigenzahl und geleisteten Stunden je Erwerbstätigen – stieg im gleichen Zeitraum um 0,9 % auf 16,1 Milliarden Stunden. 

Hinweis zu den bisher veröffentlichten Ergebnissen 

Über die Erstberechnung der Erwerbstätigen und der geleisteten Arbeitsstunden für das 3. Quartal 2019 hinaus wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse für das 1. und 2. Quartal 2019 im Rahmen der turnusmäßigen Überarbeitung der Volkswirtschaft­lichen Gesamtrechnungen (VGR) neu berechnet. Aus der Neuberechnung resultiert keine Änderung der Vorjahresveränderungsraten der Erwerbstätigenzahlen für das 1. und 2. Quartal 2019. 

Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat vom 14. November 2019 stieg im 3. Quartal 2019 in den 28 Ländern der Europäischen Union und im Euroraum die Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahresquartal stärker als in Deutschland. So betrug die Zuwachsrate in der EU 0,9 % und im Euroraum 1,0 %.

Erwerbstätige und geleistete Arbeitsstunden
Jahr,
Vierteljahr 1
Erwerbstätige 2 Geleistete Arbeitsstunden 3
insgesamt Arbeit-
nehmer
Selbst-
ständige 4
insgesamt je
Erwerbstätigen
Personen in 1 000 Millionen Stunden Stunden
1 Für Erwerbstätige: Jahres- beziehungsweise Quartalsdurchschnitte.
2 Ergebnisse der Erwerbstätigenrechnung im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen; Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland (Inlandskonzept).
3 Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg.
4 Einschließlich mithelfender Familienangehöriger.
Q = Quartal
2016 43 655 39 313 4 342 60 888 1 394,8
2017 44 248 39 976 4 272 61 564 1 391,3
2018 44 854 40 631 4 223 62 344 1 389,9
2016 Q1 43 131 38 762 4 369 15 281 354,3
Q2 43 568 39 221 4 347 14 542 333,8
Q3 43 830 39 490 4 340 15 583 355,5
Q4 44 091 39 779 4 312 15 482 351,1
2017 Q1 43 720 39 426 4 294 15 699 359,1
Q2 44 153 39 879 4 274 14 522 328,9
Q3 44 436 40 165 4 271 15 742 354,3
Q4 44 684 40 433 4 251 15 601 349,1
2018 Q1 44 380 40 138 4 242 15 732 354,5
Q2 44 776 40 549 4 227 14 844 331,5
Q3 45 016 40 792 4 224 15 908 353,4
Q4 45 244 41 043 4 201 15 860 350,6
2019 Q1 44 889 40 704 4 185 15 953 355,4
Q2 45 221 41 056 4 165 14 824 327,8
Q3 45 372 41 219 4 153 16 058 353,9
Veränderung gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum in %
2016 1,2 1,5 -1,4 0,8 -0,4
2017 1,4 1,7 -1,6 1,1 -0,3
2018 1,4 1,6 -1,1 1,3 -0,1
2016 Q1 1,3 1,6 -1,3 0,0 -1,2
Q2 1,2 1,5 -1,4 2,1 0,9
Q3 1,2 1,5 -1,4 1,0 -0,2
Q4 1,3 1,6 -1,6 0,1 -1,1
2017 Q1 1,4 1,7 -1,7 2,7 1,4
Q2 1,3 1,7 -1,7 -0,1 -1,5
Q3 1,4 1,7 -1,6 1,0 -0,3
Q4 1,3 1,6 -1,4 0,8 -0,6
2018 Q1 1,5 1,8 -1,2 0,2 -1,3
Q2 1,4 1,7 -1,1 2,2 0,8
Q3 1,3 1,6 -1,1 1,1 -0,3
Q4 1,3 1,5 -1,2 1,7 0,4
2019 Q1 1,1 1,4 -1,3 1,4 0,3
Q2 1,0 1,3 -1,5 -0,1 -1,1
Q3 0,8 1,0 -1,7 0,9 0,1

Detaillierte Ergebnisse und lange Zeitreihen zu den Erwerbstätigen für Deutschland können in der Datenbank GENESIS-Online über die Tabellen VGR des Bundes (81000-0012 und 81000-0016) und Arbeitsmarkt (13321) abgerufen werden.



Quelle : destatis.de

Bilder „Wertheim zeigt Flagge“ Demo gegen den Brandanschlag Lea Reinhardshof 20.09.2015