Expertenkreis Aerosole legt Stellungnahme vor – Bestmöglicher Schutz nur in ihrer Kombination von Hygiene- und Abstandsregeln

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Aus Sicht des „Expertenkreises Aerosole“ bieten die bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln nur in ihrer Kombination den bestmöglichen Schutz vor einer Infektion. Der Expertenkreis appelliert eindrücklich an das richtige Tragen wirksamer Masken sowie an das richtige Lüften.

In ihrer gemeinsamen Stellungnahme zum luftgetragenen SARS-CoV-2-Infektionsweg haben die Ingenieure, Naturwissenschaftler und Mediziner des „Expertenkreises Aerosole“ deutlich gemacht, dass die bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln nur in ihrer Kombination den bestmöglichen Schutz vor einer Infektion bieten. „Wissenschaftliche Erkenntnisse sind die Grundlage für funktionierende Schutzkonzepte“, betonte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Wir müssen die luftgetragene Virusübertragung in Innenräumen bestmöglich verhindern und die Inzidenzzahlen senken.“

Stoß- und Querlüften am effizientesten

Der Expertenkreis appellierte eindrücklich an das richtige Tragen wirksamer Masken sowie an das richtige Lüften. Masken, die schlecht oder falsch sitzen oder wie einlagige Stoffmasken nur unzureichend filtern, hätten keinerlei Eigen- und Fremdschutz, hieß es Hingegen erfüllt der als Operationsmaske bekannten MNS nach DIN 14683 bereits deutlich bessere Anforderungen in Punkto Filtern, bestmöglichen Schutz bieten FFP2-, KN95- oder N95-Halbmasken.

Eine weitere Erkenntnis des Expertenkreises: Stoß- und Querlüften stellen die effizientesten Arten der Fenster-Lüftung dar. Kippen sei nicht Lüften. Die Lüftungsdauer richtet sich nach der Raumgröße, der Anzahl der Fenster und dem Temperaturunterschied zwischen innen und außen. Stationäre oder mobile Innenraumluftfilter könnten ein wichtiger Baustein im Schutzkonzept sein, hieß es weiter, vor allem in Räumlichkeiten die durch häufige Personenwechsel gekennzeichnet sind oder in denen richtiges Lüften nicht möglich ist.

Wissenschaftler des Expertenkreises

  • Prof. Dr.-Ing. Achim Dittler, Ingenieur, Leiter des Instituts für Mechanische Verfahrenstechnik und Mechanik (MVM), Arbeitsgruppe Gas-Partikel-Systeme (GPS), KIT: Fachgebiet Raumluftverteilung/Aerosolausbreitung, Projekte zur Entstehung, und Abscheidung von Tropfenaerosolen, Charakterisierung von Ultrafeinstaub, neue Partikelmessverfahren, aktuelle Projekte zur Aerosolforschung.
  • Prof. Dr. Boris Mizaikoff, Chemiker, Institut für Analytische und Bioanalytische Chemie, Universität Ulm: Fachgebiet Analyse von Viren und selektive Anreicherung von virenbeladenen Aerosolen, Projekte im Bereich der Infrarot Sensortechnologie und Spektroskopie sowie biomimetischer Erkennung auf Basis molekular geprägter Polymere (MIPs), zwei aktuelle Projekte in der Sonderförderlinie COVID-19 Forschung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
  • Prof. Dr.-Ing. Jennifer Niessner, Umweltschutztechnikerin, Institut für Strömung in additiv gefertigten porösen Strukturen (ISAPS), Hochschule Heilbronn: Fachgebiet Technische Physik und Strömungslehre, Forschungsprofessur für Fluidmechanik, Filterwirkung in Materialien, Projekte zur Ein- und Mehrphasenströmung in porösen Medien, grenzflächenbasierte Beschreibung von Strömungen, Strömungssimulation (Computational Fluid Dynamics), aktuelle Projekte in der Aerosolproblematik.
  • Prof. Dr. med. Hans-Georg Kräusslich, Leiter des Zentrums für Infektiologie, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg, Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina: Fachgebiet Infektiologie und Virologie, Initiator der Sonderförderlinie COVID-19 des Ministeriums für Wissenschaft Forschung und Kunst (Kinderstudie und Forschung).
  • Prof. Dr. Thomas Iftner, Biologe, Direktor des Instituts für Medizinische Virologie und Epidemiologie der Viruskrankheiten, Prodekan der Medizinischen Fakultät, Universitätsklinikum Tübingen: Fachgebiet Virologie und Epidemiologie, im Gutachtergremium der Sonderförderlinie COVID-19 Forschung, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, online-Ringvorlesung sowie Lunchtalks etc. mit Bezug zur COVID-19 Pandemie.
  • Prof. Dr. Gunnar Grün, Experte für Raumklima, stellvertretender Leiter des Fraunhofer Instituts für Bauphysik IBP an der Universität Stuttgart, vielfältige Forschungsarbeiten im Themenfeld Aerosolausbreitung/Raumluftströmungen.
  • Stefan Brockmann, Landesgesundheitsamt am Regierungspräsidium Stuttgart, Leiter des Referats Gesundheitsschutz und Epidemiologie
  • Prof. Dr. med. Heike von Baum, Leiterin Sektion Krankenhaushygiene, Schwerpunkt Infektionsepidemiologie, Universitätsklinikum Ulm: Fachgebiet Hygiene und Infektionsverhütung, Hygienestandards, mitbeteiligt bei der Einrichtung der Drive-in-Corona Teststationen in Ulm und Ehingen, Stellvertretende Vorsitzende der RKI KRINKO Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.
  • Prof. Dr. med. Dr. phil. Claudia Spahn und Prof. Dr. med. Bernhard Richter, Leiterin und Leiter des Freiburger Instituts für Musikermedizin, Universität Freiburg: Fachgebiet Musikermedizin/Behandlung von Instrumentalisten mit körperlichen und psychischen Beschwerden. Das FIM veröffentlicht seit April 2020 eine Risikoeinschätzung einer Corona-Infektion im Bereich Musik, die den jeweils geltenden wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst und aktualisiert wird.
  • Prof. Dr.-Ing. Michael Haibel, Professor für Lüftungs- und Klimatechnik, Thermodynamik und Baubiologie, Wissenschaftlicher Leiter Labor für Raumlufttechnik, Hochschule für angewandte Wissenschaften Biberach: Fachgebiet Lüftungs- und Klimatechnik, Thermodynamik und Baubiologie.
  • Prof. Dr. Konstantinos Stergiaropoulos, Leiter des Institutes für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung (IGTE), Arbeitsgruppe „Raumklimatechnik“, Universität Stuttgart: Fachgebiet Energieforschung, Umwelttechnik, Adaptives Bauen, Schwerpunkte: Wärmeübertragung, Kältetechnik, Thermische Speicher, Raumklima, Energiemanagement, Nachhaltige Gebäude und Quartiere.

Quelle: baden-wuerttemberg.de