Freie Fahrt auch im Rollstuhl – Fußweg an der Venusstraße verlängert

Berlin Germany Viktoriapark  - Moritz_Nack / Pixabay
Moritz_Nack / Pixabay

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick möchte auf eine Pressemitteilung des Quartiersmanagements Kosmosviertel aufmerksam machen.

Seit vielen Jahren haben sich Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Kosmosviertel für die Verlängerung eines im nichts endenden Weges eingesetzt. Nach der Rekommunalisierung im Jahr 2019 durch das städtische Wohnungsbauunternehmen STADT UND LAND wurde reagiert. Seit der vergangenen Woche heißt es nun „Freie Fahrt für Rollstuhlfahrer“.

Ein Weg ins nichts – Anwohnerinitiative machte auf Problem aufmerksam
Margot Hiersemann sitzt in ihrem Rollstuhl und schaut frustriert nach unten. „Bis hierher haben Geld und Steine gereicht und wie komm ich jetzt weiter“. Diese Szene spielt im Kosmosviertel im Jahr 2016. Den Menschen vor Ort ist der hinter dem Fitness-Studio plötzlich endende Weg schon seit Jahren bekannt. Ein Problem vor allem für Menschen im Rollstuhl und alle, die nicht gut zu Fuß sind. 2016 machte die Anwohnerinitiative „Infopunkt“ in der sich auch Frau Hiersemann engagierte mit ihrem Film „Tatort Kosmosviertel – Füreinander da sein“ öffentlich auf das Problem aufmerksam. Seit dem haben sich auch das Quartiersmanagement und der Quartiersrat mit dem Thema beschäftigt.

Spaziergänge für einen lebenswerteren Kiez
Auf verschiedenen, gemeinsamen Spaziergängen von Quartiersmanagement, Quartiersrat, Menschen aus dem Kiez mit dem Straßen- und Grünflächenamt sowie der Polizei wurden die verschiedenen Probleme im Kiez festgehalten und nach Lösungen gesucht. Ein Problem seit Jahren: die Fläche für die Verlängerung des Weges befand sich im Besitz eines privaten Wohnungsunternehmens. Dort war das Interesse an der Verlängerung des Weges nicht gegeben. Seit der Rekommunalisierung der Wohnungsbestände durch das städtische Wohnungsunternehmen STADT UND LAND im Jahr 2019 hat sich aber einiges geändert. Vertretungen der STADT UND LAND sind ständiges Mitglied im Quartiersrat des Kiezes und auch bei gemeinsamen Spaziergängen und den anschließenden Lösungen beteiligt sich das städtische Unternehmen. Nicht zuletzt setzt sich seit dem
letzten Jahr auch ein gewählter Mieterbeirat für die Anliegen der Mieterinnen und Mieter vor Ort ein.

Gute Zusammenarbeit mit der STADT UND LAND
Die enge Zusammenarbeit zeigt sich mittlerweile auch im Kiez. So gab die STADT UND LAND nun die Verlängerung des Weges hin zur Venusstraße und zu den Gehwegen entlang der Wohngebäude in Auftrag. In der vergangenen Woche wurde der Weg nun fertig gestellt. Über das Ergebnis freuen sich nicht nur die ehemaligen Mitglieder der Initiative Infopunkt, sondern auch das Quartiersmanagement, das sich sehr über die gute Kooperation mit der STADT UND LAND freut. Neben der Verlängerung des Weges, den die STADT UND LAND aus eigenen Mitteln finanziert, arbeiten Quartiersmanagement und Wohnungsunternehmen auch bei der Gestaltung weiterer öffentlicher Flächen gut zusammen. So wurde unter Beteiligung von Menschen aus dem Kiez nicht nur eine Sanierung des
Bolzplatzes im Innenhof Ortolfstraße/ Siriusstraße geplant. Auf Wunsch der Nachbarn, sollen auch Sportgeräte für ältere Menschen, zusätzliche Sitzgelegenheiten und eine Boule-Bahn gebaut werden. Dazu bekommt die STADT UND LAND über das Quartiersmanagement Zuschüsse aus dem Programm Sozialer Zusammenhalt.

Erste Erfolge, aber noch viel zu tun in den Grünanlagen – Baumaßnahmen starten
An der Venusstraße ist der Weg also im wahrsten Sinne des Wortes geschafft. Im Rest des Kosmosviertel sind weiterhin noch viele Dinge zu tun. Im Oktober ist nun auch die Umgestaltung der Grünanlagen mit den ersten Abrissarbeiten gestartet, auf die im Frühjahr dann auch die ersten Baumaßnahmen folgen werden. Bis 2024 soll so der Grünzug im Kosmosviertel nicht nur im alten Glanz strahlen, sondern auch viele neue Orte zum Wohlfühlen bereithalten, die sich die Nachbarn gewünscht haben. 2024 ist natürlich noch lang hin, aber auch am Beispiel des Weges zeigt sich, ein langer Atem und der Einsatz der Menschen aus dem Kiez zahlt sich aus. Das sieht auch Margot Hiersemann so und freut sich nicht nur über den Weg für sie und ihren Rollstuhl, sondern auch auf die nächsten Verschönerungsmaßnahmen im Kosmosviertel.

Zur Pressemitteilung

Quelle : Berlin.de

Bilder: Titel Symbolbilder Berlin by Pixabay.com / Berlin.de

Trotz Corona-Tote – Im März 2021 sind in Deutschland weniger Menschen gestorben als in den Jahren 2016-2020