Freiwilliges PETA-ZWEI-Streetteam Hannover protestiert gegen Zirkus Charles Knie


Hannover / Stuttgart, 19. März 2018 – Ab dem 20. März gastiert Zirkus Charles Knie mit zahlreichen Wildtieren wie Zebras, Löwen und Tigern in Hannover. PETA wirft dem Zirkus vor, die Tiere einer regelrechten „Stresstournee“ auszusetzen. Bei der aktuellen Tour verbringt Zirkus Charles Knie im Schnitt lediglich vier Tage an einem Ort – mit nur einem Tag Pause zwischen den Gastspielen.
Um ein Zeichen gegen Tierquälerei im Zirkus zu setzen, demonstriert das PETA-ZWEI-Streetteam Hannover am Mittwoch, 20. März, von 14:15 Uhr bis 16 Uhr und von 18:45 bis 20 Uhr vor dem Schützenplatz am Zirkuseingang in Hannover. Mit Schildern werden die Tierfreunde die Passanten über das Leid der Tiere in Zirkusbetrieben informieren. Eine weitere Protestaktion ist für Sonntag, 24. März, ab 14:45 Uhr geplant.
 
„Es ist unerhört, dass im Jahr 2019 noch Tiger und Löwen in engen Käfigen von Stadt zu Stadt transportiert und mit der Peitsche dressiert werden“, so Gaby Schlottig, Leiterin des PETA-ZWEI-Streetteams Hannover. „Wir hoffen, dass diese Tierquälerei endlich auch in Deutschland untersagt wird.“
 
Erschossener Tiger und Attacke in der Manege
Raubtierdompteur Alexander Lacey trat bereits vor Jahren bei Zirkus Charles Knie auf und wechselte 2011 zu Ringling Bros. and Barnum & Bailey in den USA. Nachdem der US-Zirkus im Mai 2017 seinen Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen einstellte, ist Lacey mit seiner Raubtierdressur wieder bei Zirkus Charles. PETA weist nachdrücklich auf die Gefahren hin: 2017 entkam einer der Tiger während eines Transports in den USA, streifte durch bewohnte Siedlungen und wurde schließlich von der Polizei erschossen. Im Frühjahr 2018 wurde Lacey während der Show in Stendal von einer Löwin angegriffen und so schwer verletzt, dass er mehrere Tage im Krankenhaus verbringen musste.
 
Stresstournee aus wirtschaftlichen Gründen
Die ungewöhnlich hohe Frequenz an Ortswechseln und die damit einhergehenden langen Standzeiten auf Transportern zeigen, wie rücksichtslos der Zirkusbetrieb mit den rund 100 Tieren umgeht. Im Juni 2015 wurde der seinerzeit vom Zirkus Charles Knie beschäftigte Elefantentrainer Errani wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz rechtskräftig zu einer Geldbuße verurteilt, weil die Elefanten beim Wechsel der Gastspielorte wiederholt bis zu 18 Stunden auf dem Lkw bleiben mussten [1]. Nach Auffassung der Tierschutzorganisation leiden nicht nur die Wildtiere erheblich unter dieser Tortur.
 
Wildtiere haben hohe Ansprüche an ihren Lebensraum, die in einem reisenden Zirkus nicht erfüllt werden können. Die geselligen Steppenzebras etwa leben in offenen afrikanischen Graslandschaften in Gruppen von bis zu 20 Tieren; bei Zirkus Charles Knie werden sie an vielen Gastspielorten auf asphaltiertem Boden gehalten. Das natürliche Revier von Tigern umfasst in den dichten Wäldern Asiens mehrere hundert Quadratkilometer; sie haben einen enormen Bewegungsdrang und verfügen über hohe kognitive Fähigkeiten. Laut Artenschutzorganisationen leben heute nur noch etwa 3.200 der vom Aussterben bedrohten Tiere in freier Wildbahn.

PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht dazu da sind, dass sie uns unterhalten. Die Tierschutzorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Einer repräsentativen forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. Bezüglich exotischer Wildtierarten spricht sich auch die Bundestierärztekammer für ein Verbot aus. Bundesweit haben bereits 100 Städte und Kommunalvertretungen ein kommunales Zirkus-Wildtierverbot beschlossen.
 
Das PETA-ZWEI-Streetteam Hannover ist ein Verbund freiwilliger Unterstützer, die sich für die Ziele der Jugendkampagne PETA ZWEI der Tierschutzorganisation PETA Deutschland e.V. einsetzen.
 
WANN & WO
Datum: Mittwoch, 20. März 2019 und Sonntag, 24. März 2019
Uhrzeit: Mittwoch: 14:45–16:00 Uhr und 18:45–20:00 Uhr; Sonntag: 14:45–16:00 Uhr
Ort: Vor dem Schützenplatz am Zirkuseingang, Bruchmeisterallee 1A, 30169 Hannover
 
[1] AG Darmstadt: Aktenzeichen 233 OWi 8200 Js 40305/13.
 

Bei Dompteur Alexander Lacey müssen Raubkatzen unnatürliche Zirkusnummern aufführen. / © PETA Deutschland e.V.
 
Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus-Charles-Knie
PETA.de/Zirkus
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, LisaKi@peta.de



Quelle : PETA.de

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