Grünen-Politiker Robert Habeck fordert mehr Offenheit der Grünen für Wissenschaft, Technologie und Forschung

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Die Grünen-Politiker Robert Habeck und Kai Gehring bekennen sich in einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe) zu einer größeren Offenheit ihrer Partei für Wissenschaft, Technologie und Forschung. Die Grünen hätten eine „neue Phase eingeleitet“, schreiben der Ko-Parteichef und der Sprecher der Bundestagsfraktion für Wissenschaft und Forschung. Sie fordern ihre Partei auf, wissenschaftliche Erkenntnisse „nicht geleitet von Angst, sondern von Fakten, Werten und Zuversicht“ zu bewerten. „Angesichts der Herausforderungen, die vor uns stehen, sollten wir nichts vorschnell verwerfen. Es kommt vielmehr darauf an, Potentiale und Gefahren abzuwägen und demokratisch über den Einsatz zu entscheiden“, so Habeck und Gehring.

In den vergangenen Jahrzehnten habe die Partei „häufig eher die Risiken von neuen Technologien in den Vordergrund gestellt“. Nun sei man „an einem Punkt angekommen, an dem sich die großen Krisen, insbesondere die ökologischen Krisen, so sehr verschärft haben, dass wir neue Lösungen nicht prinzipiell und vorn vorneherein ausschließen können“, schreiben die beiden Politiker. Man müsse „massiv in Wissenschaft und Forschung investieren“.

„Deutlich wie nie“ spreche die Partei sich in dem neuen Grundsatzprogramm „für Wissenschaft und Forschung aus“, schreiben Habeck und Gehring. Sie nennen explizit auch die Gentechnikforschung in der Landwirtschaft, die helfen könne, Hunger zu bekämpfen. Für neue gentechnische Verfahren gelte: „offen sein für die Forschung, aber vorsichtig bei der Anwendung; die Zulassungsverfahren müssen streng sein, das Vorsorgeprinzip gewahrt und Risikoprüfungen vorgenommen werden“. Die Grünen haben Ende November ein neues Grundsatzprogramm beschlossen. Die Partei lehnt Gentechnik in der Landwirtschaft nun nicht mehr pauschal ab. Auch in der Gentechnik sei die „Freiheit der Forschung zu gewährleisten“, heißt es dort. Auch die Bewertung von Homöopathie wird innerparteilich immer wieder debattiert.

Habeck und Gehring warnen gleichwohl zu Vorsicht im Umgang mit Innovationen: „Denn Technologien und Erfindungen haben oft auch Schattenseiten“, schrieben sie mit Blick etwa auf die von der industrialisierten Landwirtschaft verursachten Umweltschäden, den Missbrauch Künstlicher Intelligenz durch autokratische Regime oder darauf, dass es weiterhin kein Endlager für Atommüll gibt.

 

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