Heiz-Check spürt Schwachstellen auf.Neues Angebot der Energieagentur

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Unnötige Energieverluste bei privaten Heizungsanlagen wirken sowohl der CO2-Einsparung als auch dem Wirtschaftlichkeitsgedanken des Betreibers entgegen. Dieses Problem geht die Energieagentur Main-Tauber-Kreis in Kooperation mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale mit ihrem neuen Heiz-Check in der aktuellen Heizperiode an. In Ergänzung zum kostengünstigen Gebäude-Check, bei dem in erster Linie die Gebäudehülle, das Nutzerverhalten und der gesamte Energieverbrauch untersucht und bewertet werden, liefert der Heiz-Check eine unabhängige Bewertung der Heizanlage und gibt konkrete Empfehlungen, wie sich das System auch ohne große Investitionen optimieren lässt. Der Heiz-Check wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziell gefördert.

„Viele Heizungsanlagen bringen in der Praxis nicht die Effizienz, die das System eigentlich verspricht“, erläutert Frank Künzig, Energieberater der Energieagentur des Main-Tauber-Kreises und der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Für Verbraucher geht das in erster Linie mit erhöhten Heizkosten einher: Die Mehrkosten summieren sich in einem typischen Einfamilienhaus schnell auf 150 Euro und mehr pro Jahr.“ Auch Umwelt und Klima werden unnötig belastet. In jedem Heizsystem schlummern Chancen zur Optimierung. „Oft muss man jedoch nicht einmal große Investitionen tätigen, sondern nur das Zusammenspiel aller Komponenten verbessern, zum Beispiel mit einem sogenannten hydraulischen Abgleich“, betont Künzig. Hier soll mit dem Heiz-Check Klarheit geschaffen werden. Unvermeidbar ist dabei die Unabhängigkeit der Berater: „Gerade dann, wenn der Berater selbst nichts verkaufen will, kann er wirklich das empfehlen, was dem Verbraucher einen Vorteil bringt.“

Ölkessel der ersten Generation sollten mittlerweile nicht mehr in Betrieb sein. Beim Heiz-Check werden neben alten Anlagen aber auch neue Anlagen und insbesondere effiziente Brennwertgeräte untersucht. Foto: Energieagentur Main-Tauber-Kreis
Ölkessel der ersten Generation sollten mittlerweile nicht mehr in Betrieb sein. Beim Heiz-Check werden neben alten Anlagen aber auch neue Anlagen und insbesondere effiziente Brennwertgeräte untersucht. Foto: Energieagentur Main-Tauber-Kreis

Der Heiz-Check, der nur bei laufendem Betrieb der jeweiligen Heizungsanlage durchgeführt werden kann, besteht aus zwei Terminen an aufeinanderfolgenden Tagen. Zwischen den Besuchen des Energieberaters zeichnen Messgeräte wichtige Systemtemperaturen auf. Zudem werden der Dämmstandard von Rohren und Armaturen überprüft und Daten wie Alter und Dimensionierung des Systems, der Verlauf der Raumtemperatur und der Vorjahresverbrauch erfasst. Schließlich werden alle Komponenten der Anlage, wie etwa Kessel und Warmwasserspeicher, aus neutraler Sicht bewertet. Anschließend erhält der Verbraucher nach wenigen Tagen per Post einen Bericht mit der Gesamteinschätzung zum Heizsystem und Empfehlungen, wie es sich optimieren lässt.

Auch Landrat Reinhard Frank als oberster Dienstherr der Energieagentur freut sich über das neue Angebot: „Der Service der Energieagentur bringt für alle Beteiligten Vorteile: Die Bürger des Kreises können ein weiteres, sehr kostengünstiges Beratungsangebot in Anspruch nehmen, die Verbraucherzentrale wird vor Ort in der Fläche kompetent vertreten, und die Energieagentur kann sich als unabhängige Beratungsstelle im Kreis weiter etablieren“, lautet sein erfreuliches Fazit.

Der Heiz-Check ist ein Angebot für alle privaten Verbraucher, die einen Gas- oder Ölheizkessel in ihrem Gebäude betreiben und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziell gefördert. Die Kostenbeteiligung bei Inanspruchnahme beträgt lediglich 30 Euro und ist für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sogar kostenfrei.

Auskünfte und Termine zum Heiz-Check gibt es bei der Energieagentur Main-Tauber-Kreis unter der Telefonnummer 09341/82-5813 oder bei der Verbraucherzentrale unter der kostenfreien Servicenummer 0800/809 802 400.

Stadtverwaltung Wertheim