Herz statt Hetze – Antirassistische Initiative Wertheim : Demonstration / Konzert Freitag 04.03.2016

Herz statt Hetze

Antirassistisches Bündnis mobilisiert gegen Rechtspopulismus

Am Freitag, 04. März 2016 veranstaltet ein Bündnis rund um die ‚Antirassistische Initiative Wertheim‘ und die Initiative ‚Mergentheim Gegen Rechts‘ mehrere Veranstaltungen unter dem Motto ‚Herz statt Hetze! Rechtspopulismus und Rassismus sind keine Alternative!‘ in Wertheim. Der Anlass ist der geplante Auftritt des umstrittenen AfD-Fraktionsvorsitzenden aus Brandenburg, Dr. Alexander Gauland.

Bunte und friedliche Demonstration angekündigt

Ein gesellschaftlich breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und politischen Initiativen veranstaltet zunächst eine angemeldete Demonstration durch die Innenstadt Wertheims, um „für eine vielfältige und offene Gesellschaft“ zu protestieren. Beginn der Demonstration ist um 17.30 Uhr am Marktplatz Mit mehreren Redebeiträgen und einer Kundgebung vor der Halle der AfD-Veranstaltung möchten die Veranstaltenden ein „Zeichen gegen den dramatischen Rechtsruck in Deutschland und Europa“ setzen und für Solidarität und Mitgefühl mit Geflüchteten werben, die vor politischer Verfolgung und Krieg aus ihrer Heimat fliehen müssen.

Aus unserem Aufruf: „Ausgerechnet nach Wertheim kommt ein Redner wie Gauland, dessen Äußerungen und Haltungen in der jüngsten Vergangenheit die politische Debatte um Geflüchtete befeuerte: Er schlug den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der für seine rassistische Abschottungspolitik, die Einschränkung der Pressefreiheit und den Abbau von Bürgerrechten bekannt ist, für den renommierten Karlspreis vor. Eigentlich wird der Preis seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. Außerdem erwiderte er den Appell „Wir schaffen das!“ der Bundeskanzlerin Merkel für die Aufnahme und Integration von Menschen, die unter unmenschlichsten Umständen vor Krieg und Verfolgung aus ihrer Heimat fliehen mussten, mit der Aussage: „Wir wollen das gar nicht schaffen!“ Wer Geflüchtete pauschal als „Barbaren“ beschimpft und die rassistischen Pegida-Proteste als „natürliche Verbündete“ bezeichnet, lehnt eine solidarische Gemeinschaft ab und schürt Ängste innerhalb der Bevölkerung.“

Rock gegen Rechts Halle 115 Wertheim-Reinhardshof facebook 04.03.2016

‚Rock gegen Rechts‘ in der Wertheimer Halle 115

Neben einer Demonstration findet abends ein ‚Rock gegen Rechts‘ mit regionalen und überregionalen Bands in der Halle 115 (Willy-Brandt-Straße 9) statt. Die ‚Antirassistische Initiative Wertheim‘, federführend in den Planungen des Konzerts, entschied sich für einen bunten Mix aus Ska, Rock, Rap und Punk: Die Hohenloher Jungs von „Kettenreaktion“ eröffnen den Abend: Im Jahre 2011 mit Coversongs und teils fürchterlichen Auftritten (nach Eigenangaben) im bitterkalten Proberaum begonnen, genießt „Kettenreaktion“ mittlerweile überregionale Anerkennung. Dabei überzeugt ihre rasante, ehrliche Bühnenshow, gepaart mit klaren inhaltlichen Statements. Es folgen die Würzburger „Crash Kidz“, die bereits seit über zehn Jahren quer durch Süddeutschland reisen und „über den alltäglichen Wahnsinn des Lebens“ singen: Die Bühnenshow des Quartetts steht für markante Vocals, harte Gitarren-Riffs und auf den Punkt gespielte Power-Drum-Grooves. Zwar verbinden sie mit ihrer Musik vorwiegend Spaß, doch verstehen sie ihren Auftritt beim „Rock gegen Rechts“ als eine Selbstverständlichkeit. Daran knüpfen die Punkbands „Auf Bewährung“ (Leipzig) und „The Detectors“ (Kiel) an, die beide bereits seit zehn Jahren verschiedenste Touren quer durch Europa, Festival-Shows in den exotischsten Ecken der Welt und bundesweit hunderte Clubshows spielten. In ihren neuesten Songs verarbeiten sie ihre vielschichtigen Erfahrungen und erfinden sich ein Stück weit neu. Der charismatische Rapper „Chaoze One“ aus Mannheim schafft es in einer Symbiose aus Beats, Rap und Bühnenpräsenz selbst die letzten Skeptiker vor die Bühne zum Tanzen und Feiern zu ziehen. Neben seinem politischen Rap macht sich „Chaoze One“ in vielerlei Hinsicht gegen menschenverachtende Einstellungen stark: Als Künstler begleitete er bereits unzählige anti-rassistische und anti-faschistische Demonstrationen musikalisch auf Kleinlastern und brachte sich in politische Kampagnen (u.a. Viva con Agua e.V., Rollis für Afrika e.V. und Make Some Noise) ein. Für den krönenden Abschluss sorgen die Aschaffenburger „T-Killas“: Das Quintett, das sich bereits im Jahr 2003 zusammenfand und von Klassikern wie „The Clash“ inspiriert wurde, überzeugt mit energiegeladenen Skabeats, die sie mit lautstarken Gitarren-, Saxophon- und Orgelklängen kombinieren. In musikalischer Hinsicht sind die Beteiligten des Konzerts zwar verschieden, doch inhaltlich sind sich die Künstlerinnen und Künstler einig – sie alle lehnen rassistische Überzeugungen entschieden ab.

Veranstaltet und unterstützt werden sowohl die Demonstration als auch das Konzert von: Antirassistische Initiative Wertheim, Willkommen in Wertheim e.V., DGB Main-Tauber, IG Metall Tauberbischofsheim, Refugees Assist Wertheim, Bündnis 90/Die Grünen Main-Tauber, Grüne Jugend Würzburg, Die Linke Main-Tauber, SPD Main-Tauber und Heilbronn, Jusos Main-Tauber und Heilbronn, Mergentheim Gegen Rechts, Heilbronn sagt Nein! Bündnis für Demokratie & Toleranz, Würzburg lebt Respekt! Kein Platz für Rassismus! und Noabgida – Aschaffenburg gegen Pegida.

Herz statt Hetze!
Demonstration
Marktplatz
97877 Wertheim
Beginn: 17.30 Uhr

Herz statt Hetze!
Rock gegen Rechts
Halle 115, Willy-Brandt-Straße 9
97877 Wertheim

Einlass: 19.30 Uhr
Beginn: 20.00 Uhr
Eintritt: 8 €

Kettenreaktion (Punk/Dörzbach)
Crash Kidz (Rock/Würzburg)
Auf Bewährung (Punk/Leipzig)
The Detectors (Punk/Kiel)
Chaoze One (Rap/Mannheim)
T-Killas (Ska/Aschaffenburg)

 

 

Ina Mayer