„Höhere Präsenz und Energie unter freiem Himmel“

Schauspielerin der BLB spricht über die Freilichtaufführung

Bild : Die Schauspielerin Kathrin Berg in einer Szene aus “Cyrano von Bergerac” gemeinsam mit Schauspielkollege Wolf E. Rahlfs, Foto: Sonja Ramm

In der Regie von Carsten Ramm führt die Badische Landesbühne derzeit das Stück „Cyrano von Bergerac“ von Edmond Rostand auf. Am Dienstag, 30. Juni, ist die Freilichtaufführung um 20.30 Uhr auf der Burg Wertheim zu sehen.

Das Stück handelt vom Dichter und Degenhelden Cyrano, der sich wegen seiner unansehnlichen Nase nicht traut, der schönen Roxane seine Liebe zu gestehen. Er hilft sogar seinem wenig eloquenten Konkurrenten Christian, indem er für ihn Liebesbriefe an Roxane verfasst. Die Badische Landesbühne sprach mit der Schauspielerin Kathrin Berg, die die Rolle der Roxane spielt.

Sie stecken gerade mitten in den Proben zum diesjährigen BLB-Freilichtstück Cyrano von Bergerac. Was erwartet den Zuschauer?

Berg: Das Stück deckt ein sehr weites Spektrum ab. Es ist sehr laut und lustig im einen und sehr zart und ruhig im nächsten Moment. Von Komödie bis Tragödie, von romantischer Balkonszene bis zur Massenprügelei und noch weiter bis hin zu spektakulären Degenkämpfen ist alles vorhanden.

Sie spielen Roxane; eine Frau, die gleich von zwei Männern verehrt wird, nämlich von Cyrano und Christian. Cyrano ist intelligent und wortgewandt, Christian ist schön. In wen verliebt sie sich?

Berg: Genau genommen wird sie von drei Männern verehrt, Graf Guiche hat ja auch mindestens ein Auge auf sie geworfen! (lacht) Roxane verliebt sich in den schönen Christian. Nur am Anfang fühlt sie sich von seinem Äußeren angezogen. Nach und nach jedoch merkt sie, dass ihr seine Worte, seine Briefe – mit anderen Worten: seine Gedanken und sein Inneres – wichtiger sind als seine Schönheit. Und in diesem Moment liebt sie eben nicht mehr Christian, denn alle Worte, Briefe, Gedanken kommen von Cyrano, der Christian bei seinem Werben behilflich ist. Davon weiß Roxane allerdings nichts.

Was ist für Sie an dieser Rolle die besondere Herausforderung?

Berg: Die Herausforderung ist für mich, dieses Mal noch mehr als sonst, die Ruhe. Was mir leichter fällt, sind die wilden, lauten und lustigen Rollen. Roxane hat natürlich jede dieser Eigenschaften in sich, so wie jede Figur meiner Meinung nach alles in sich trägt, allerdings stehen bei ihr andere Eigenschaften im Vordergrund. Meine Szenen sind sehr ruhig, sehr fokussiert auf den Partner und den Dialog. Akzeptieren zu können, dass ich diesmal nicht über die Bühne hüpfe, springe oder tanze ist für mich eine sehr interessante Aufgabe, an der ich nun schon einige Wochen arbeite.

Sie haben bereits im letzten Freilichttheater in der Trilogie der Sommerfrische mitgespielt. Was ist das Besondere daran, unter freiem Himmel zu spielen?

Berg: Im Freilicht ist meiner Meinung nach eine weitaus höhere Präsenz und Energie vonnöten. Es gibt gewisse Störfaktoren – mögen es die Mücken auf der Bühne sein oder die Autos bzw. Züge, die im Hintergrund vorbei fahren – die es innen im Theater nicht gibt. Dafür sehe ich beim Freilicht den Sonnenuntergang, bin an der frischen Luft und spiele in den unterschiedlichsten Umgebungen. Wir haben sehr schöne Spielstätten. Beispielsweise in Bruchsal vor dem Schloss, in Wertheim auf der Burg und in Sinsheim vor einem schönen alten Gut.

Sie sind mittlerweile seit zwei Jahren fester Bestandteil des BLB-Ensembles und haben große Rollen wie „Hilde“ im Baumeister Solness oder „Giacinta“ in der Trilogie der Sommerfrische gespielt. Haben Sie sich gut am Theater eingelebt und bleiben Sie dem BLB-Publikum auch weiterhin erhalten?

Berg: Ich weiß nicht genau, was es bedeutet, sich eingelebt zu haben. Wo ich hinkomme, da bin ich. Und da arbeite ich und versuche, mir eine schöne Zeit zu machen. Ich bleibe weiterhin an der BLB und freue mich schon auf die nächste Spielzeit. Diesmal kommen ja einige neue Kollegen, im Juni beginnen die Proben für Hamlet und ich bin sehr gespannt auf die Arbeit.

Wegen der Veranstaltung hat die Parkgarage „Altstadt“ an diesem Abend bis 24 Uhr geöffnet.

Bei der Abendvorstellung kommt das „Veranstaltungsmobil“ des Seniorenbeirats zum Einsatz. So haben auch ältere Menschen aus den Ortschaften und Stadtteilen, die nicht mehr so mobil sind, Gelegenheit zum Theaterbesuch. Wer mitfahren will, muss am Vortag bis 18 Uhr das Taxi-Unternehmen Stemmer anrufen (Telefon 09342/1294) und seinen Fahrwunsch mit der entsprechenden Bushaltestelle angeben. Die Fahrpläne des „Veranstaltungsmobils“ stehen auch auf der Internetseite der Stadt Wertheim (www.wertheim.de/Veranstaltungsmobil).

Bei schlechter Witterung finden die Vorstellungen in der Aula Alte Steige statt. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung Buchheim, Telefon 09342/1320, E-Mail: buchhandlung.wertheim@t-online.de.

Stadtverwaltung Wertheim