Kamelbaby in Wanderzirkus geboren – PETA zeigt Circus Henry wegen Tierquälerei an


Beeskow / Stuttgart, 5. April 2019 – Tiernachwuchs im reisenden Zirkusbetrieb: Einem Medienbericht zufolge wurde am Mittwoch ein Kamelbaby im Circus Henry geboren. Es ist bereits die dritte Kamelgeburt bei diesem Unternehmen innerhalb von drei Monaten. PETA hat nun Anzeige beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Landkreis Oder-Spree gegen die Zirkusverantwortlichen erstattet. Gemäß den Tierschutzrichtlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dürfen hochschwangere und säugende Tiere ausdrücklich keinen Reisestrapazen ausgesetzt werden. Circus Henry ist jedoch seit März auf Tournee. Daher hat die Tierschutzorganisation PETA das Veterinäramt aufgefordert, ein Bußgeldverfahren gegen den Zirkus einzuleiten und den Richtlinien folgend umgehend ein Reiseverbot für die Tiermutter und das Kamelkind zu verhängen.
 
„Es ist eine gängige Masche der Zirkusbetriebe, mit Tierbabys Besucher anzulocken“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Dabei gehen die Unternehmen sogar mit hochschwangeren Tieren auf Reisen – entgegen den ausdrücklichen Tierschutzbestimmungen. Auch nach der Geburt müssen Jungtier und Mutter laut Vorgaben für einige Zeit vor Reisestrapazen geschützt werden. Einmal mehr zeigt sich, dass Zirkusbetreiber Tiere nur als Betriebskapital ansehen.“
 
In den Zirkusleitlinien des BMEL heißt es unmissverständlich: „Das Mitführen von hochtragenden, in der Geburt befindlichen und säugenden Zirkustieren im Reisebetrieb wird grundsätzlich abgelehnt.“ In vergleichbaren Fällen haben die Veterinärämter Landkreis Havelland im April 2018, Landkreis Gütersloh im März 2017, Bezirk Berlin-Spandau im Juli 2015, Stadt Ulm im Januar 2014, Landkreis Aichach-Friedberg im Juni 2013, Stadt Lübeck im Februar 2013 sowie Landkreis Kelheim im Juni 2012 nach Anzeige von PETA entsprechende Auflagen erteilt und teilweise Bußgeldverfahren gegen die entsprechenden Schaustellerunternehmen eingeleitet.
 
Immer häufiger muss PETA die Veterinärämter dazu auffordern, die Tierschutzrichtlinien selbst in Zirkusbetrieben durchzusetzen, die keine Wildtiere mitführen. Denn bei vielen Zirkussen ist auch die Haltung domestizierter Tiere wie Pferde, Rinder oder Ponys mangelhaft. Deutschland sollte in dieser Hinsicht dem Beispiel anderer Staaten folgen: Neben Griechenland, Malta und Zypern, die die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben bereits komplett verboten haben, kündigte 2017 auch Italien ein Verbot an, das schrittweise umgesetzt werden soll.
 
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht dazu da sind, dass sie uns unterhalten. Die Tierschutzorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
PETA setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, LisaKi@peta.de



Quelle : PETA.de

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