Kanzleramtschef Helge Braun: Impfpflicht darf keine „Ad-hoc-Entscheidung“ sein

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Helge Braun: Impfpflicht darf keine „Ad-hoc-Entscheidung“ sein

Scheidender Kanzleramtschef verteidigt neue Haltung – Immunität durch Erkrankung „kein Ausweg“ aus der Pandemie

Osnabrück. Der scheidende Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hält für die geplante allgemeine Impfpflicht eine breite Akzeptanz für notwendig. „Es sollte keine Ad-hoc-Entscheidung werden, sondern von möglichst vielen Menschen akzeptiert und mitgetragen werden“, sagte Braun im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Deshalb halte er es für richtig, dass die Bundesregierung den Ethikrat bitte, eine abgewogene Stellungnahme abzugeben. Einen Verlust von Glaubwürdigkeit der Politik sieht er in der geplanten Impfpflicht nicht. Auch Braun hatte sie stets ausgeschlossen. „Wir mussten in der Pandemie immer wieder dazulernen. Eine Impfpflicht kann zu weiteren gesellschaftlichen Spaltungen führen, wie wir sie jetzt schon erlebt haben. Aber eine nicht enden wollende Pandemie führt auch zur Spaltung der Gesellschaft.“

Braun erklärte seine neue Haltung mit den neuen Virus-Varianten, bei denen eine freiwillige Impfquote von 60 bis 70 Prozent nicht mehr ausreiche, um die Pandemie zu beenden. „Es müssen sich alle, die es können, impfen lassen, damit wir aus dem wiederkehrenden Problem der Beschränkungen herauskommen. Bisher haben fünf Millionen Menschen in Deutschland die Erkrankung durchgemacht. Wenn die verbliebenen 15 Millionen Ungeimpften ihre Immunität durch Erkrankung und nicht durch Impfung erfahren, müssen wir noch dreimal so viele Patienten und dreimal so viele Todesfälle wie bislang in Kauf nehmen. Das halte ich für keinen guten Ausweg aus der Pandemie“, führte Braun aus. Deshalb müsse man über die Impfpflicht „neu nachdenken“.

 

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