Kloster Bronnbach : Die Gartenkultur im 17. und 18. Jahrhundert

Foto: Eigenbetrieb Kloster Bronnbach

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Wüst in Bronnbach

 

Die Orangerie in Bronnbach. Foto: Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Erlangen-Nürnberg

 

Einen Vortrag zur Gartenkultur veranstalten der Archivverbund Main-Tauber in Kooperation mit dem Historischen Verein Wertheim und der Volkshochschule Wertheim am Donnerstag, 19. April, um 19.30 Uhr. Referent ist Prof. Dr. Wolfgang Wüst. Die Veranstaltung findet im Vortragssaal des Archivverbunds Main-Tauber in Bronnbach statt. Der Archivverbund liegt im oberen Wirtschaftshof des Klostergeländes hinter der Klosterkirche. Der Eintritt ist frei.

Bereits im 17. und 18. Jahrhundert erreichten praktische und theoretische Anbautipps für exotische Früchte und landfremdes Gemüse die meisten süddeutschen Territorien. Die „Horticulturae“-Expertisen, die meist in der Druckerstadt Leipzig entstanden, mit kurzen oder langen Anleitungen zur Anlage von Lust-, Obst- und Küchengärten blühten im absolutistischen Zeitalter förmlich auf. Sie ergänzten allgemeine Aufrufe der Landesherren, den heimischen Markt mit Agrarprodukten aus eigener Herstellung zu unterstützen. Bienenzucht und das Pflanzen von Obstbäumen zählten hier ebenso zum Programm aufgeklärter Adels-, Stifts- und Klosterherrschaften wie die Sorge um Nachhaltigkeit durch eine vorsorgende Forst- und Waldbewirtschaftung.

 

Foto: Prof. Dr. Wolfgang Wüst

 

Historische Vorbilder für den Trend zum Garten- und Ackerbau waren einerseits die Pflanzkulturen der Zisterzienser- und Benediktinerklöster und anderseits die Gärten der Nürnberger Patrizier. In Kloster Bronnbach entstand deshalb beispielsweise 1773/75 eine der baulich interessantesten Kloster-Orangerien. In Nürnberg zieren Teile der Hesperidengärten des 16. Jahrhunderts das Stadtbild bis heute.

Prof. Dr. Wolfgang Wüst wurde mit einer Studie über Herrschaftsbildende Kräfte des Ancien Régime im Gebiet der Markgrafschaft Burgau promoviert. Es folgten Jahre im staatlichen und kommunalen Archivdienst, zuletzt als Direktor des Stadtarchivs Augsburg. Seine Habilitationsschrift galt dem Thema „Geistlicher Staat und Altes Reich. Hochstiftische Herrschaftsformen, Hofwesen und Administration in der Frühneuzeit“. Seit 2000 ist Professor Wüst ordentlicher Professor für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er hat ein umfängliches, epochenübergreifendes Oeuvre vorgelegt, das politik- und strukturgeschichtliche mit kultur- und sozialgeschichtlichen Ansätzen verknüpft. Ein Schwerpunk seiner Arbeit sind Editionen wie jene zu „Policeyordnungen in verschiedenen Reichskreisen“.

Alle Interessierten sind eingeladen – der Eintritt ist frei. Der Vortrag klingt wie üblich mit einem Umtrunk sowie der Einladung zum persönlichen Gespräch mit dem Referenten und untereinander aus.

 

Quelle : Wertheim.de

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