Königspython in Sarstedt gefunden – PETA setzt 500 Euro Belohnung für Hinweise auf Halter aus


Tierrechtsorganisation fordert generelles Haltungsverbot von Exoten in Privathaushalten

 
Sarstedt
/ Stuttgart, 2. Oktober 2018 – Suche nach ehemaligem Halter: Einer Polizeimeldung zufolge fand eine Passantin am Sonntag einen Königspython auf dem Sarstedter Schützenplatz. Die etwa einen Meter lange und zehn Zentimeter dicke Schlange wurde durch einen Fachmann der Feuerwehr eingefangen und untergebracht. Die Polizei Sarstedt nimmt unter der Telefonnummer 05066-9850 Hinweise auf den ehemaligen Halter entgegen. In der Regel handelt es sich bei solchen Funden um Tiere, die von einem überforderten Halter ausgesetzt wurden. Um diesen zu ermitteln, bietet die Tierrechtsorganisation PETA nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise, die zu seiner Verurteilung führen. Zeugen können sich telefonisch unter 01520-7373341 oder per E-Mail an PETA wenden – auch anonym.
 
„Das Aussetzen von Tieren ist eine Straftat. In Freiheit hätte die Schlange den Winter nicht überlebt“, sagt Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Immer wieder werden Tiere von verantwortungslosen Menschen wie Wegwerfware behandelt. Häufig sind es Reptilien aus dem Internet von Reptilienbörsen, deren Halter sich nicht ausreichend mit den Bedürfnissen der anspruchsvollen Lebewesen auseinandergesetzt haben, so dass ihnen dann Aufwand, Kosten und – im wahrsten Sinne – die Tiere selbst über den Kopf wachsen.“
 

PETA fordert generelles Haltungsverbot von Exoten in Privathaushalten

Eine artgerechte Haltung von Reptilien ist in Gefangenschaft nicht möglich. Zudem ist die Versorgung nicht nur extrem kostspielig, sie erfordert auch ein umfangreiches Wissen. Ein Großteil der in Deutschland gehaltenen Exoten stirbt frühzeitig, weil die Tiere nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden.
 
Eine international übergreifende PETA-Recherche offenbarte erstmals Einblicke in den skrupellosen Handel mit Reptilien, die für den deutschen Heimtiermarkt bestimmt sind. Ermittler der Tierrechtsorganisation dokumentierten massenhaft tote, verletzte oder jahrelang in Plastikboxen eingesperrte Tiere bei deutschen Großhändlern und deren internationalen Zulieferern. Sterberaten von bis zu 70% werden im Handel bereits einkalkuliert. [1]
Auf Börsen werden die „Exoten“ wie Ramschware verhökert und häufig in kleinen Plastikboxen oder strukturlosen Glaskästen an jeden Interessenten verkauft. Außerdem können die Exoten zur Gefahr für Menschen werden, da sie häufig Salmonellen in sich tragen.
 
PETA weist darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren verboten ist und einen Straftatbestand darstellt – das gilt ebenso für die nicht artgerechte Unterbringung und Versorgung, sowie die bewusste Unterlassung notwendiger Hilfeleistung. Wer ein Tier findet und nicht sachkundig ist, sollte es nicht anfassen und umgehend die Polizei, Feuerwehr oder den örtlichen Tierschutzverein kontaktieren.
 
[1] Toland, Elaine/Warwick, Clifford/ Arena, Phillip: Pet Hate, in: The Biologist, Vol. 59 No. 3, 2012.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Whistleblower
PETA.de/Tierqual
PETA.de/Reptilien
PETA.de/Reptilienhandel
 
Kontakt:
Katharina Wicke, +49 711 860591-535, KatharinaW@peta.de



Quelle : PETA.de

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