Landkreis Miltenberg: Apotheken bereiten sich auf den wöchentlichen kostenlosen Antigen-Schnelltest vor

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Schon bald kann es mit den Corona-Schnelltests in den Apotheken des Landkreises Miltenberg offiziell losgehen. Bislang haben sich zwölf Apotheken dazu bereit erklärt, diese für die Bürger*innen kostenlosen Antigen-Schnelltests, wie vom Bund angekündigt, maximal einmal die Woche und deren Auswertung vorzunehmen. Eine Schulung in den Räumen der Helios-Klinik Miltenberg bereitete die Helfer*innen am Montagabend auf diese Aufgaben vor.

Fast 50 Angestellte von Apotheken aus allen Teilen des Landkreises schauten aufmerksam zu, als Dr. Christian Klemm, Versorgungsarzt der Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamtes Miltenberg, in die Handhabung der Tests einführte. Die Teststrategie sei unglaublich wichtig, um die Corona-Pandemie zu bewältigen, steht für Klemm fest, der dazu aufrief, möglichst viel zu testen. Seiner Meinung nach könnten die Lockerungen nur funktionieren, wenn parallel so viel Menschen wie möglich getestet werden. Die Bereitschaft der Apotheken sei deshalb sehr wichtig und eine gute Ergänzung zum umfassenden PCR-Testangebot im Testzentrum Miltenberg und den hausärztlichen Praxen.

Dr. Klemm zeigte die Anwendung der Antigen-Schnelltests an einem Probanden. Der Test zeige mit einer Sensitivität von 97 Prozent, ob eine Infektion vorliegt, erklärte er. Das Probestäbchen müsse für jeweils fünf Sekunden in beiden Nasenlöchern an den Naseninnenwänden gerieben und dabei so weit wie möglich eingeführt werden. Anschließend werde auf einem Teststreifen deutlich, ob der Test aussagekräftig ist und ob eine Infektion vorliegt. So zeige ein Streifen an, dass der Test selbst funktioniert hat. Sollte ein weiterer Streifen auftauchen, bedeutet dies das Vorliegen einer Infektion. Je dicker dieser Streifen sei, desto höher sei die Viruslast. Ein Positivtest bedeute für den Probanden, dass er zum einen eigenverantwortlich in Quarantäne gehen muss. Das positive Schnelltestergebnis wird an das Staatliche Gesundheitsamt weitergeleitet, welches sich dann beim Getesteten meldet und einen PCR-Test zur Verifizierung des Positivtests veranlasst. Ganz wichtig: Getestet werden in Apotheken nur symptomfreie Menschen, Kleinkinder müssten an die hausärztlichen oder kinderärztlichen Praxen verwiesen werden.

Für die Apotheken bedeutet das Testen einen hohen Aufwand: So brauchen sie Räume für Testentnahme und Auswertung, die von ihren Verkaufsräumen abgetrennt sind. Auch müssen sie dafür sorgen, dass die Proben-Entnehmer*innen bestens geschützt sind. „Selbstschutz hat immer Vorrang“, stellte Dr. Christian Klemm fest. Zwar müssten die Entnehmer*innen in den Apotheken nicht so extrem geschützt arbeiten wie die Proben-Entnehme*innen auf der Teststrecke (vorgeführt von Thomas Kling und Andre Kupka vom BRK), dennoch benötigen sie mindestens einen Spuckschutz (Brille oder Visier), Handschuhe und eine FFP2-Maske. Für das effektive Arbeiten brauche es immer Zweier-Teams für Entnahme und Auswertung. Klemm hoffte, dass möglichst alle Proben-Entnehmer*innen geimpft sind, denn „das macht den Kopf frei.“

Zur Vorgehensweise: Solange noch kein Softwaremodul existiert, müssen Interessierte bei ihrer Apotheke anrufen und einen Testtermin vereinbaren. Sie geben vor dem Test ihre Personalien an, lassen sich testen, verlassen die Apotheke und bekommen zeitnah das Ergebnis per E-Mail. In begründeten Ausnahmefällen können Proband*innen 15 Minuten warten, bis das Ergebnis vorliegt.

Neben der hohen Aussagekraft des Tests sei ein großer Vorteil, dass ein von der Apotheke zertifizierter Negativtest den Besuch von Angehörigen in Pflegeheimen ermöglicht, so Dr. Christian Klemm. Der Negativtest sei aber nur für gewisse Zeit aussagekräftig, schränkte er und nannte ein relativ enges Zeitfenster von sechs Stunden bis zu maximal einem Tag.

Impf- und Testkoordinator Björn Bartels hoffte, dass zeitnah eine Software zur Testanmeldung und zur automatisierten Weitergabe von Positivtests an das Gesundheitsamt zur Verfügung steht. Bis dies der Fall ist, müsse alles noch analog erfolgen. Die Gespräche mit den Softwareentwicklern liefen aber, vermeldete Bartels und fände es ideal, wenn dieses Modul die verwendete Software an der Teststrecke ergänzen würde.

Laut Pharmazierätin Barbara Zeitner haben sich bislang folgende Apotheken dazu bereit erklärt, Tests zu entnehmen: Mömlingtal-Apotheke, Mömlingen, Maintal-Apotheke Sulzbach, Römer-Apotheke Niedernberg, Markt-Apotheke Kleinwallstadt, Linden-Apotheke Erlenbach, Stadtapotheke Erlenbach, Schwanen-Apotheke Klingenberg, Easy-Apotheke Kleinheubach, Nord-Apotheke Miltenberg, Anker-Apotheke Miltenberg, Mäander-Apotheke Miltenberg, Stadt-Apotheke Stadtprozelten und Abtei-Apotheke Amorbach. Die Park-Apotheke in Miltenberg testet bereits seit vergangener Woche. Die Zeiten, wann getestet wird, lege jede Apotheke für sich selbst fest.

Quelle :Landkreis-Miltenberg.de

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