LEA Wertheim-Reinhardshof : Flüchtlingsbetreuung im Baustellenmodus

LEA ist nach wie vor im Auf- und Umbau

In der Kleiderkammer geht es eng zu. Deshalb warten Neuankömmlinge auf dem Flur, bis sie hereingerufen werden.

Die LEA Wertheim ist immer noch im Auf- und Umbau begriffen. Das verlangt den Mitarbeiter/innen in allen Bereichen sehr viel Improvisation und Flexibilität ab. Mirco Göbel gab in seiner Funktion als LEA-Leiter in der Gemeinderatssitzung am Montag einen Überblick über den aktuellen Stand. Bei aller Beschwernis vermittelte er doch Zuversicht: „Die Personalstärke wächst peu à peu und unsere Produktivität nimmt zu.“ Die aktuelle Belegung gab Mirco Göbel mit 850 Bewohnern an. Im Laufe des Montagabends sollten weitere Flüchtlinge in drei Busses eintreffen.

 Improvisierter Hinweis am Speisezelt auf das Beratungsangebot von Caritas und Diakonie

Improvisierter Hinweis am Speisezelt auf das Beratungsangebot von Caritas und Diakonie

50 Flüchtlinge haben am Montag die LEA regulär verlassen – sie wurden nach der Registrierung, die am Donnerstag begonnen hat, anderen Standorten zugewiesen. Nicht in jedem Fall verlassen die Bewohner die Erstaufnahmeeinrichtung, um in der zweiten Stufe des Aufnahmeverfahrens in die vorläufige Unterbringung in den Landkreisen zu wechseln. Einige werden zunächst in andere Aufnahmeeinrichtungen verlegt, in denen die asylrechtliche Bearbeitung bestimmter Herkunftsländer schwerpunktmäßig zusammengefasst ist. Göbel nannte als Beispiel Menschen aus dem Irak, die von Wertheim aus nach Zirndorf in Bayern oder in die LEA Meßstetten wechseln.

Die ständige Fluktuation unter den Bewohnern muss im Baustellenmodus bewältigt werden. „Es wird weiterhin umgebaut, saniert und renoviert.“ Einzelne Dienstleistungseinheiten sind innerhalb eines Gebäudes bereits mehrfach umgezogen, um den nachrückenden Handwerkern auszuweichen. Auch die ehrenamtlichen Helfer, die die Kleiderkammer betreuen, müssen sehr flexibel arbeiten.

Caritas und Diakonie sind Mitte Oktober mit der Kinderbetreuung und der Sozialberatung gestartet. Der Einsatz der Bundeswehr, der eigentlich diese Woche enden soll, wird eventuell bis Ende des Jahres verlängert. Das zumindest hat Mirco Göbel beim Regierungspräsidium beantragt. „Die Unterstützung der 20 Soldatinnen und Soldaten ist uns eine große Hilfe.“ Lobende Worte fand er auch für die Zusammenarbeit mit Polizei und DRK sowie mit der Stadtverwaltung, vor allem in Person von LEA-Beauftragtem Volker Mohr.

In der Kleiderkammer geht es eng zu. Deshalb warten Neuankömmlinge auf dem Flur, bis sie hereingerufen werden.
In der Kleiderkammer geht es eng zu. Deshalb warten Neuankömmlinge auf dem Flur, bis sie hereingerufen werden.

Noch nicht angelaufen ist die staatliche Gesundheitsuntersuchung, die eigentlich Bestandteil der Registrierung sein soll. Das Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises steht mit Personal ab 1. November Gewehr bei Fuß. Aber noch fehlt das Röntgengerät, und der Untersuchungsraum ist noch Baustelle. „Wir arbeiten an einer Interimslösung in Form einer Zusammenarbeit mit externen Röntgenpraxen,“ erläuterte Mirco Göbel. Wenigstens 15 bis 20 Röntgenuntersuchungen pro Tag will man auf diesem Weg ermöglichen.

Stadtverwaltung Wertheim