Lebender Fisch im NDR als Köder gequält: PETA erstattet Strafanzeige und fordert Absetzung der Sendung „Rute raus, der Spaß beginnt“


Schwerin / Stuttgart, 25. November 2021 – Doppelt aufgespießt – Erst beim Angeln, dann als Köder: PETA hat Strafanzeige gegen den NDR-Moderator Heinz Galling erstattet. Dieser hat zum Angeln einen laut Auffassung von PETA lebenden Fisch als Köder aufgespießt, um Hechte anzulocken. Der Vorwurf lautet Verdacht auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. In der am 13. November ausgestrahlten Folge der NDR-Sendung „Rute raus, der Spaß beginnt“ fängt Galling einen Rotfeder-Fisch, um das Tier als Köder für Hechte im Steinhuder Meer zu verwenden. Der Moderator weist zu Anfang der Sendung darauf hin, dass lebende Fische nicht mehr als Köder verwendet werden dürfen, und behauptet, das Tier vor dem Aufspießen vorschriftsmäßig getötet zu haben. Ab Minute 20:33 ist jedoch zu sehen, wie der Fisch heftig zappelt – obwohl der Moderator ihn fest umklammert in seiner Hand hält. Dass es sich hierbei um postmortale Nervenzuckungen handelt, schließt die Organisation aus. PETA erinnert den NDR in diesem Kontext an seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag und fordert den Sender auf, die Sendung „Rute raus, der Spaß beginnt“ sofort abzusetzen.

„Einen Fisch zu angeln, nur um ihn – ob tot oder lebendig – als Köder zu nutzen, ist ein moralisches Armutszeugnis. Außerdem verstößt es gegen das Tierschutzgesetz“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin sowie Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Fische sind individuelle Persönlichkeiten, denen ihr Leben genauso wichtig ist wie uns unseres. Die Sendung muss abgesetzt werden.“

Ein aufmerksamer Fernsehzuschauer hatte PETA über ihr Whistleblower-Formular auf den Gesetzesverstoß in der Sendung aufmerksam gemacht. Laut dem Tierschutzgesetz darf niemand einem Tier ohne einen „vernünftigen“ Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Konkret dürfen Fische nur geangelt werden, wenn sie danach auch verspeist werden. Selbst wenn der Fisch tot gewesen wäre, gab es also keinen solchen vernünftigen Grund, da Kunstköder zur Verfügung stehen. Erschwerend kommen die massiven körperlichen Schmerzen hinzu, denen der Fisch ausgesetzt war: Der Fisch erlitt akute Atemnot, wurde von Heinz Galling in seiner Hand eingequetscht und schließlich von ihm mit einem Haken durchbohrt.

Hintergrundinformationen

Fische sind faszinierende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie kommunizieren über Laute, Gerüche und Körpersprache, schließen Freundschaften, lernen durch Beobachten, kooperieren bei der Jagd und beschützen ihren Nachwuchs. [1; 2] Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“. [3]

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

?[1] Jonathan Balcombe (2016), Was Fische wissen. Wie sie lieben, spielen, planen: unsere Verwandten unter Wasser. / What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.

[2] Bill François (2021): Die Eloquenz der Sardine. Unglaubliche Geschichten aus der Welt der Flüsse und Meere, Verlag C.H. Beck.

[3] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.

Weitere Informationen
PETA.de/Fische
 

Pressekontakt:

Sophie Burke, +49 711 860591-528, [email protected]

Quelle : PETA.de

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