Luftverkehrsteuer schwächt Wettbewerbsposition der deutschen Luftfahrt und hemmt Zukunftsinvestitionen / BDL legt neuen Evaluierungsbericht zur Luftverkehrsteuer in Deutschland vor

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Berlin (ots) – Sechseinhalb Jahre nach Einführung der Luftverkehrsteuer setzt sich
die wettbewerbsverzerrende und investitionshemmende Wirkung dieser
deutschen Sonderlast ungebremst fort. Das ist der zentrale Befund des
“4. Evaluierungsbericht zur Luftverkehrsteuer in Deutschland”, den
der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) heute
vorgestellt hat.

Anlässlich der Veröffentlichung des Berichts sagte BDL-Präsident Dr.
Stefan Schulte: “Die Luftverkehrsteuer verschlechtert die
Wettbewerbsposition der deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen
und entzieht unseren Unternehmen die Finanzkraft für dringend nötige
Investitionen. Die Folge dieser Wettbewerbsverzerrung sind
schmerzliche Marktanteilsverluste.”

Die 2011 eingeführte Steuer trifft überproportional die deutschen
Fluggesellschaften, denn diese machen den Hauptteil ihres Geschäfts
mit Abflügen ab deutschen Flughäfen: Vier deutsche
Luftfahrtunternehmen tragen mehr als die Hälfte der gesamten
Steuerlast. So hat allein das Unternehmen Air Berlin seit 2011 rund
eine Milliarde Euro Luftverkehrsteuer entrichten müssen. Ausländische
Wettbewerber sind von der Steuer hingegen nur marginal betroffen, da
sie nur einen Bruchteil ihres Geschäfts mit Abflügen ab deutschen
Flughäfen machen: Der Rest der Steuerlast verteilt sich auf über 100
andere Fluggesellschaften.

Der Evaluierungsbericht zeigt die negativen Folgen dieser anhaltenden
Wettbewerbsverzerrung zulasten deutscher Fluggesellschaften und
Flughäfen:

   - Während Deutschland beim Wirtschaftswachstum in Europa im 
     Spitzenfeld steht, bildet es beim Luftverkehrswachstum gemeinsam
     mit Österreich das Schlusslicht. Am stärksten wachsen 
     Luftverkehrsmärkte, in denen es keine Ticketsteuern gibt oder in
     denen diese abgebaut wurden. 
   - Gerade an der westlichen Staatsgrenze sind weiter 
     Abwanderungseffekte zulasten der deutschen Flughäfen 
     festzustellen. Aber auch die deutschen Drehkreuzflughäfen 
     wachsen gerade einmal halb so stark wie ihre Wettbewerber im 
     europäischen Ausland. 
   - Das verbleibende Wachstum an den deutschen Flughäfen wird vor 
     allem durch ausländische Wettbewerber getrieben, die deutschen 
     Fluggesellschaften müssen hingegen schmerzvolle 
     Marktanteilsverluste hinnehmen (seit 2011 minus 6 
     Prozentpunkte). 
   - Bis Ende 2016 haben die deutschen Fluggesellschaften 3,2 
     Milliarden Euro an den Fiskus abführen müssen. Das hat ihnen die
     Finanzkraft für Investitionen in ihre Flotten entzogen - etwa 
     für 35 Flugzeuge des besonders leisen und energieeffizienten 
     Typs A320neo. 

Die Luftverkehrsteuer mit einem Volumen von insgesamt ca. 1 Milliarde
Euro pro Jahr wurde im Jahr 2010 in einer angespannten Haushaltslage
beschlossen, um zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt zu
generieren. Seitdem hat sich der Finanzierungsspielraum des Bundes um
mehr als 50 Milliarden Euro verbessert.

Dazu BDL-Präsident Dr. Schulte: “Die Ergebnisse der Evaluierung sind
ein Weckruf für die Politik. Während die Konjunktur brummt und der
finanzielle Spielraum des Bundeshaushalts stetig wächst, wird die
Luft für unsere Fluggesellschaften und Flughäfen immer dünner.
Politik muss nun dringend handeln und durch die Abschaffung der
Steuer Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft der deutschen
Luftfahrt wieder stärken.”

Den Evaluierungsbericht finden Sie online unter http://ots.de/VyZKq

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde
2010 als gemeinsame Interessenvertretung der deutschen
Luftverkehrswirtschaft gegründet. Mitglieder des Verbandes sind
Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und weitere
Leistungsanbieter im deutschen Luftverkehr. Die Mitgliedsunternehmen
beschäftigen mehr als 180.000 Mitarbeiter. Die deutsche
Luftverkehrswirtschaft ermöglicht Mobilität für jährlich über 200
Millionen Fluggäste und trägt mit dem Transport von Außenhandelswaren
im Wert von über 200 Milliarden Euro zur Stärkung des
Wirtschaftsstandorts Deutschland bei.

Pressekontakt:

Ivo Rzegotta
Leiter Strategie und Kommunikation
E-Mail: ivo.rzegotta@bdl.aero
Telefon: 030-52 00 77-165
Mobil: 0172-37 29 072

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Original Quelle Presseportal.de

Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011