Männer in „blutigen“ Unterhosen demonstrieren für Ende der Ferkelkastration in De


Berlin / Stuttgart, 19. September 2018 – Ab dem 1. Januar 2019 soll die für die Tiere extrem schmerzhafte betäubungslose Ferkelkastration in Deutschland verboten werden. Dieser wichtige Schritt wurde mit der Änderung des Tierschutzgesetzes 2013 und einer Übergangsfrist bis zum Ende dieses Jahres beschlossen. Interessenverbände der Schweinehalter und lobbynahe Politiker setzen die Regierung jedoch unter Druck, entweder die Frist zu verlängern oder den tierquälerischen „Vierten Weg“ zu erlauben, bei der der Landwirt die Region um die Hoden der Tiere selbst betäuben darf. Am Freitag, 21. September, entscheidet der Bundesrat nun darüber, ob den Forderungen nachgegeben wird oder ob das längst überfällige Verbot zum geplanten Termin in Kraft tritt. Vor Beginn der Sitzung werden Unterstützer der Tierrechtsorganisation PETA mit Schweinemasken und „blutigen“ Unterhosen bekleidet ab 8:30 Uhr vor dem Bundesrat für ein grundsätzliches Ende der Ferkelkastration protestieren.
 
„Die Schweinehalter und ihre Interessensverbände hatten über fünf Jahre Zeit, um sich auf das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration vorzubereiten. Wenn sie nun versuchen, den Eintritt der neuen Regelung mit Kalkül hinauszuzögern oder die Zulassung des ‚Vierten Weges’ fordern, geht es den Beteiligten ausschließlich um wirtschaftliche Interessen. Bei der Entscheidung des Bundesrats sollten alleine die unbeschreiblichen Schmerzen der wenigen Tage alten Ferkel im Vordergrund stehen“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin bei PETA. „Angesichts der Tatsache, dass die Wirksamkeit der diskutierten Betäubungsmethoden außerdem durchweg umstritten ist, fordern wir darüber hinaus das Ende der Ferkelkastration in Deutschland.“
 
Hintergrundinformationen Ferkelkastration
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen. Jedes Jahr werden deutschlandweit etwa 20 Millionen männliche Ferkel in ihren ersten Lebenstagen kastriert. Hierdurch soll der sogenannte Ebergeruch vermieden werden, an dem sich die Verbraucher stören könnten. Dieser entsteht während des Bratvorgangs bei einem geringen Prozentsatz des Fleisches männlicher Schweine.
Bei der Kastration wird den Ferkeln in den meisten Fällen ohne Betäubung die Haut über den Hodensäcken aufgeschnitten, die Hoden werden herausgedrückt und die Samenstränge durchtrennt oder einfach abgerissen. Danach werden die traumatisierten Tiere direkt zurück in die sogenannte Abferkelbucht gesperrt, in deren Mitte die Mutter in einem Kastenstand gefangen ist. In diesem kann sie sich nicht einmal umdrehen, geschweige denn um ihre neugeborenen Ferkel kümmern. Im Anschluss erfolgt eine entbehrungsreiche Zeit in den Mastanlagen. In engen, meist kotverdreckten Buchten leben die intelligenten Tiere in einer reizarmen Umgebung. Durch Langweile und Stress verletzten sich viele Schweine gegenseitig. Zudem leiden einige von ihnen aufgrund der harten Spaltenböden unter entzündeten Gelenken, die ammoniakverseuchte Luft im Stall kann zudem zu Atemwegserkrankungen führen.
 
Während einige europäische Länder wie die Niederlande und England bereits die betäubungslose Kastration von Ferkeln verboten haben, wird in Deutschland seit Jahren über einen gangbaren Weg gestritten. In der Diskussion sind unterschiedliche Methoden, die ab 2019 zum Einsatz kommen könnten: die Inhalationsnarkose, bei der die Ferkel mit CO2 oder Isofluran betäubt werden, die Injektionsnarkose durch Tierärzte und die „Immunokastration“, eine hormonelle Behandlung der Tiere. Alle genannten Betäubungsmethoden sind für die Tiere mit Stress oder Schmerzen verbunden.

PETA-Aktion für das Ende der Ferkelkastration
 
Wann und wo:
Freitag, 21. September 2018, 8.30 Uhr bis 9.30 Uhr, vor dem Bundesrat, Leipziger Straße 3-4, 10117 Berlin
 
Interviewkontakt vor Ort: Jobst Eggert, +40 173 3142447
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Ferkelkastration-Vierter-Weg
Veganblog/Ferkelkastration
PETA.de/Schweineleben-in-Deutschland
Veganstart.de
 
Kontakt: 
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de 



Quelle : PETA.de

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